Okay, Cat. Atme tief durch. Das ganze ist nie passiert. Du hast nie Ryder Blake geküsst. Und es hat dir nicht gefallen. Es war alles nur eine reale Halluzination. Ich kette mein Fahrrad zu Hause an und verbiete mir weitere Gedanken die in die Richtung Ryder gehen, oder Emily oder Jeremy. So eine Scheiße! Als ich eingetreten bin, kommt Dad auf mich zu gestürzt.
"Cathrina! Wo zum Teufel warst du?"
"Im Tierheim, Dad."
"Es ist fast neun. Du kannst mir nicht erzählen, dass du dort Überstunden gemacht hast! Eine SMS hätte genügt!"
"Ja, es tut mir leid."
"Wo hast du in letzter Zeit deinen Kopf?"
"Ich habe doch gesagt, dass es mir leid tut." Dad sieht mich wütend an und öffnet den Mund, vermutlich für eine weitere Standpauke, aber für heute habe ich genug.
"Dad, es reicht! Ich verstehe dich und deine Besorgnis! Aber ich bin inzwischen siebzehn und seit damals sind fast fünf Jahre vergangen. Habe ich dich je enttäuscht oder verlassen? Gib mir endlich mein Leben wieder." Er sieht mich aus leeren Augen an. Ich weiß, ich habe übertrieben, aber gerade kommt alles heraus.
"Gut", sagt er nur und ich bereue sofort meine Worte, aber ich nehme sie nicht zurück.
"Gute Nacht." Er nickt stumm und geht ins Wohnzimmer. Oben setze ich mich aufs Bett, eine Träne rollt meine Wange herunter. Dann die nächste. Ich kann gar nicht mehr aufhören mit weinen. Am liebsten würde ich jetzt Em anrufen, aber die hasst mich. Trotzdem greife ich nach dem Handy. Jeremy hat mich angerufen und geschrieben. Ich wische die Tränen weg und öffne die Nachrichten.
Ich weiß du wolltest eine pause aber ich halte es nicht mehr aus. Bitte sag mir das du am mittwochabend noch nichts vorhast. Schreib oder ruf an. J.
Es ist fast schon komisch, dass er mir ausgerechnet jetzt schreibt. Nachdem Ryder und ich...Stopp! Ich darf nicht mehr daran denken. Es hat mir nicht gefallen und ich will Ryder auch nicht hier haben! Jeremy ist der Richtige. Er ist einfühlsam und nett. Das mit dem merkwürdigen Date vergessen wir, ich rede mit Em und alles wird gut. So rede ich es mir ein. Ich schreibe ihm, dass ich mich gerne am Mittwoch mit ihm treffen würde und hinterlasse Em eine Nachricht auf der Mailbox:
"Ich bin's, ich kann verstehen, wenn du nicht mit mir reden willst, aber bitte hör mir morgen zu. Nur einmal. Bitte."
Ich schalte mein Handy aus und lösche das Licht. Trotzdem brauche ich noch lange um einzuschlafen.
*****
Am nächsten Morgen sehe ich Em gleich am Schultor stehen. Etwas ermutigt gehe ich schneller. Sie wartet mit verschränkten Armen und sagt nichts.
"Danke, dass du gewartet hast."
"Was willst du sagen?", ihre Stimme klingt kühl. Ich hole tief Luft.
"Es tut mir so leid. Ich verspreche dir, ich bin nicht in ihn verliebt."
"Ach?"
"Bitte glaube mir. Zwischen Ryder und mir gab es Momente, aber ich glaube, er hat das missverstanden."
"Missverstanden? Er?" Sie lacht bitter auf. "Ryder lügt nicht."
"Das habe ich auch nicht behauptet. Vermutlich war ich wirklich zu...aufdringlich, aber das war nicht meine Absicht. Er gehört dir und du bist meine beste Freundin, ich will dich nicht verlieren." Sie seufzt.
"Ich dich auch nicht, aber das war einfach eine miese Aktion. Ich will nicht wissen, welche Momente es waren oder wie sie aussahen. Ich will mir nicht vorstellen, dass du dich lächerlich gemacht hast. Er will nichts von dir, dass weißt du doch oder?" Em hat mir mit wenigen Worten die Tatsache nochmal vor Augen geführt. Dass er nichts von mir will.
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A kind of Love
RomanceWenn die beste Freundin sich verknallt sollte man sich für sie freuen, oberstes Gesetz im Beste-Freundinnen-Handbuch! Cat würde sich gerne für Emily freuen, wäre da nicht der Typ in den sie sich verknallt hat: Ryder Blake. Macho, Herzensbrecher und...