Goodbye

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Ich wusste nicht, ob er zu seiner äußert bescheuerten "Antwort" noch was sagen wollte, aber wenn wurde er Unterbrochen. Jemand hämmerte förmlich gegen unsere Hotelzimmertür. "Timmäää? Geht's es dir besser? ", ich erkannte Igors Stimme und seufzte. Es war eindeutig der falsche Zeitpunkt. Ich wollte ihm nicht öffnen und blieb einfach im Bett liegen. Vorsichtig sah ich zu Lukas herüber und schüttelte leicht meinen Kopf. Für einen kleinen Moment sah er mir noch in die Augen und Verstand, aber trotzdem stand er ohne zu zögern auf. Lukas öffnete Igor die Tür und zu unserer Überraschung war Sudden auch noch dabei.

Nur wenig später betraten die beiden gut gelaunt das Zimmer. Sofort wurde die vorher so ruhige Umgebung lauter und gezwungener maßen setzte ich mich vorsichtig auf. Igor ließ sich neben mir im Bett nieder und fragte mich ein weiteres mal, ob es mir besser gehe. "Nein", gab ich stumpf mit einem sanften Kopfschütteln zurück und schloss für den Bruchteil einer Sekunde meine Augen. Mir war des Todes Schwindelig und ich konnte mich noch gerade so aufrecht halten. Sofort stand Igor auf und begab sich auf die suche nach einem Gefäß, falls ich mich doch wieder übergeben müsste. Einfach nur zur Sicherheit. Während er wie wild das Zimmer aufn Kopf stellte, sah ich rüber zu Lukas. Doch es schien so als hätte er von all dem rein gar nichts mitbekommen. Er saß ausgelassen neben Sudden auf dem Sofa , während die beiden völlig in einem Gespräch vertieft waren. Mein Blick wurde von den Beiden förmlich angezogen und meine Gedanke schweiften völlig ab. Ich dachte darüber nach ,dass Lukas bestimmt noch länger auf der Party bleiben wollte. Doch stattdessen musste er sich mal wieder um sorgen machen und sich um mich kümmern.

Bevor ich mich wieder in irgendwas rein steigern konnte, drückte mir Igor zum Glück den Mülleimer aus dem Bad in die Hände und holte mich so wieder zurück. Ich bedankte mich kurz und blickte von da an nur noch auf den Boden vom Eimer. Igor blieb vorerst bei mir sitzen und kümmerte sich ein wenig um mich. Zwar versuchte er mit mir immer wieder ein Gespräch aufzubauen um mich abzulenken, aber jeder versuch scheiterte. Jedes mal antwortete ich ihm nur kurz und desinteressiert. Deswegen konnte ich es ihm auch nicht verübeln, dass er sich irgendwann dem Gespräch von Sudden und Lukas anschloss, welches im Gegensatz zu unserem blendend lief. Gerne hätte ich mit Igor gesprochen, aber dazu fühlte ich mich einfach nicht mehr in der Lage. Einzig und allein wollte ich mit Lukas reden; nur wir beide. Verzweifelnd und total fertig fiel ich mit dem Oberkörper ins Bett, drückte den Eimer gegen meine Brust und zog die Beine an mich heran.

Mein Blick schweifte hin und wieder ab und ich sah zu den dreien herüber. Keiner von ihnen hatte bemerkt, wie elendig ich mich fühlte. Aber warum auch? Es war ja nichts neues, dass sich jemand abgeschossen hatte und deshalb leidend im Bett lag. Es gehörte schon irgendwie zur Gewohnheit und zu den Trailerpark Manieren. Also war nichts ungewöhnliches an dieser Situation und doch war eines ziemlich seltsam. Lukas verhalten schien normal aber irgendwie auch nicht. Meiner Meinung nach sah es so aus, als würde er zwanghaft ein Gespräch suchen um mir aus dem weg gehen zu können. Allerdings kam es mir nur so vor und wenn hätte ich eh nichts dagegen tun können . Weshalb ich einfach nur weiter da lag und deren Gespräch über Klamauk lauschte.

Erst zwei Stunden später machten sich die beiden auf den Weg in ihre eigenen benachbarten Zimmer. Während diesen Stunden, hatte ich nicht einmal die Chance gehabt überhaupt ein Wort mit Lukas zu wechseln.

Ich hörte die Tür ins schloss fallen und auf einmal war alles um mich herum leise. Alle Stimme waren weg und ich dachte , ich könnte nun endlich einschlafen. Jedoch machte mir Lukas einen Strich durch die Rechnung. Er hatte wohl nicht bemerkt dass ich kurz vorm schlafen war und redete so laut wie gehabt weiter. " Ehy Timi! Hast du das gehört? Also was Sudden eben noch gesagt hat? Mega geil!", er fing an zu lachen. Unterbrach dann aber seine Erzählung als er mich im Bett liegen sah. "Oh...Ups. Ist mir gar nicht aufgefallen, dass du schon am schlafen warst. Schlaf gut.", kam es dann nur von ihm. "Oh man Lukas...",ging es in dem Moment nur noch durch meinen Kopf und ich Strich mir langsam über die Stirn. Einen Kurzen Augenblick dachte ich daran mich aufzusetzen um mit ihm zu reden, entschied mich jedoch dagegen und blieb ein gekauert liegen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, sobald die anderen weg sind, ihn wieder drauf anzusprechen. Einfach nur das angefangene Gespräch zu ende führen, eine Antwort von ihm zu erhalten, doch ich bekam dazu kein einziges Wort mehr heraus. Jedes mal schnürte es mir die Luft ab wenn ich darüber ein Wort verlieren wollte. "Ne alles gut. Passt schon, Nacht " ,gab ich stattdessen nur kurz zurück. Sofort drehte ich ihm den rücken zu und versuchte einfach zu schlafen. Doch es gelang mir überhaupt nicht. Lange Zeit lag ich einfach nur im Bett, starrte die Wand an und dachte nach. Meine Gedanken schwirrten in meinem Kopf nur so herum und ließen mir keine Ruhe. Ich dachte über die letzten Stunden nach und wie sich die Beziehung zwischen Lukas und mir schlagartig verändert hatte.

Das Ende von TrailerparkWo Geschichten leben. Entdecke jetzt