Wir waren mitten in einem Gespräch, als wir unsere Band Kollegen kommen hörten. Man konnte sie einfach nicht überhören. Ich war ziemlich froh, dass der Rest unserer Band nun endlich kam, denn ich bemerkte wie unser Gespräch eine unangenehme Wendung nahm. Lukas seufzte kaum hörbar und packte seine Gitarre wieder weg. Lukas wollte wieder mit mir darüber reden, man konnte es ihm Förmlich ansehen. Schließlich war auch schon ne weile her als das Thema bei uns gefallen war , doch irgendwas kam immer dazwischen. Er machte sich meiner Meinung nach einfach viel zu viele Sorgen. Früher als ich ihn noch nicht kannte habe ich es doch auch geschafft. Warum hätte ich es dann da auch nicht allein schaffen können? Außerdem war ich wohl alt genug um mit meinen Problemen selbst klar zu kommen. Wenn ich dann doch jemals das Bedürfnis gehabt hätte mit ihm zu reden, dann wäre ich schon von mir aus auf ihn zu gegangen.
Doch wenn ich jetzt darüber so nach Denke bin ich ganz froh drum, dass er nie locker gelassen hat. Wahrscheinlich konnte er so das schlimmste verhindern.
Gerade hatte ich mich auf die Sitzbank gelegt, da stiegen schon die anderen in den Bus. Bevor dann Basti mit unserem Fahrer nach vorne Verschwinden konnte sprach ich ihn noch schnell darauf an, ob er noch etwas Kokain für mich hatte. Bei unserem letzten Konzert hatte ich all meine Reste weggezogen und so hoffte ich, dass Basti was hatte. Ich war mir auch ziemlich sicher, dass er welches hatte. Es ist Basti. Er griff in seine Jackentasche und warf mir ein Tütchen zu, bevor er dann nach vorne in die Fahrerkabine verschwand. Unser Label Boss war anscheinend ziemlich angepisst und nuschelt irgendwelche Beleidigungen vor sich hin. Ich konnte nur sowas wie 'scheiß Missgeburt' und 'ich fick seine Mutter und fresse das Kind was dabei entsteht' verstehen. Ohne dem jedoch weiter Beachtung zu schenken stütze ich mich auf meinen Unterarmen ab und legte mir eine Line auf dem Tisch. Ich sah mich um, in der Hoffnung ich finde etwas, mit dem ich diese nun auch ziehen konnte. Das einzige was mir so schnell in die Hände viel, war einer der Strohhalme die mir Lukas mit gebracht hatte. Ich riss nur oben die Verpackung vom Strohhalm auf und suchte mir ein 'Opfer'. Vortex stand zu weit weg, Sudden konnte ich nicht ausfindig machen und Basti war zu aggressiv. So blieb also nur Lukas übrig. Er stand direkt in meiner nähe und unterhielt sich mit Vortex, weshalb er mir keine Beachtung schenkte und somit einfach das Perfekte Opfer war. Ich setzte den rausguckenden Strohhalm an meine Lippen und zielte damit direkt auf Lukas Nacken. Ich wartete noch einen kurzen Moment und pustete dann in den Strohhalm, damit die Verpackung direkt in Lukas Richtung flog. Wie zu erwarten traf ich ihn damit und Igor, der dies die ganze zeit schon beobachtete, fing an zu lachen. Als sich Lukas dann schockiert umdrehte fing ich auch an zu lachen. Nachdem ich mir dann ein 'Timi du Penner' von Lukas einfing, legte ich mich wieder zurück und versuchte den Strohhalm irgendwie zu kürzen. Total entnervt gelang mir dies nach circa 10 Minuten. So zog ich dann endlich meine Line und gezwungenermaßen machte ich neben mir Platz für Sudden.
Nach nur wenigen Minuten startete unser Bus und wir Fuhren Weiter Richtung Berlin. Im Laufe der fahrt bietet mir Lukas zwar an noch an bei ihm zu Übernachten, doch ich wahr mir nicht ganz so Sicher. Normalerweise hätte ich dieses Angebot niemals abgeschlagen, jedoch wollte ich einfach nach dieser anstrengenden Tour nur noch nach Hause. Ich hatte zwar fast 5 Stunden Fahrt, 4 Umstiege vor mir und ich wäre erst gegen halb 10 am Bielefelder Hauptbahnhof, aber ich war es gewohnt. Von dort aus müsste ich noch 15 Stationen mit der Straßenbahn fahren und dann noch bis zu mir laufen. Ich stieß an schwerer Seufzer aus und fing an mich darüber zu beschweren. "Selbst schuld wenn du am Arsch der Welt lebst", unterbrach mich Steven. Direkt antwortete ich ihm:" Ja und? Ich find' mein zuhause schon geil nur Manchmal ist es etwaaaas... umständlich." Daraufhin fragte Lukas mich nochmal, ob ich nicht lieber doch bei ihm schlafen wollte. Doch wieder Mals lehnte ich sein Angebot ab.
Die restlichen 2 Stunden fahrt vergingen wie im Flug. Es schien so als wäre alles so wie damals. Wie früher saßen wir alle zusammen und unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol, redeten und taten wir einfach nur Scheiße. Trailerpark Shit eben.
Kurz bevor sich unsere Wege dann für einen Unbestimmten Zeitraum erstmal trennen sollten, standen wir alle nochmal zusammen vor unserem Tour Bus. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war, dass wir so nie wieder zusammen stehen würden. Die erste Große Veränderung sollte wir alle schon in wir 4 Wochen zu spüren bekommen. Doch vorerst standen wir in Berlin, mitten auf einem Parkplatz und holten unser Gepäck aus dem Bus. Steven übernachtete noch bei Basti und so war ich der einzige, der nicht in Berlin blieb. Für einen kurzen Moment dachte ich darüber nach doch noch bei Lukas zu Übernachten, aber schlussendlich blieb ich doch dabei nach Hause zu fahren. Als ich auf die Uhr sah, musste ich zu meinem Entsetzten feststellen, dass mein Zug in wenigen Minuten abfahren würde und so bat ich Lukas darum mich noch zum Bahnhof zu begleiten. Dieser Stimmte natürlich zu und nachdem ich mich von den anderen Verabschiedete, machten wir uns gemeinsam auf dem weg. Als wir am Gleis ankamen, fuhr mein Zug Gerade in den Bahnhof und deshalb fiel die Verabschiedung von mir und Lukas etwas kürzer als sonst aus. Gezwungener Maßen musste ich mich von unsere Umarmung Lösen und Lukas sah zu mir herunter. "verdammt, Warum bist du nur so groß?", fragte ich ihn lachend. Darauf antwortete er nur:" Ach Timi, sieh es Positiv. Wenn du kniest hast du die perfekte Blow Job Größe". Während Lukas lachte guckte ich ihn einfach nur augenrollend an, welches danach auch in ein Lachen überging. Ich bemerkte wie er versuchte Blickkontakt aufzubauen, doch ich sah immer nur für einen Bruchteil einer Sekunde in seine Augen. Keiner von uns beiden sagte etwas bis ich das Schweigen brach. " ehm... Naja. Ich muss dann jetzt echt mal. Machs' gut Lukas", mit diesen Worten stieg ich in den Zug ein. "Timi...ich..", sagte Lukas zögernd. Verwundert drehte ich mich nochmal um und ich sah wie er weiter sprach. Doch in dem Moment schlossen sich Zug Türen und der Zug setzte sich in Bewegung. Durch das Fenster sah dem leicht verzweifelnd aussehenden Lukas hinterher. Als ich die Situation realisierte zog ich sofort mein Handy raus und wollte ihm gerade schreiben, doch ich hatte kein Internet. "Fuck!", fluchte ich lauter als gewollt und alle Leute drehten sich zu mir um. Mit meinem Handy in der Hand ging ich dann schweigend zu meinem Platz und dachte darüber nach ihn einfach anzurufen. Ich entschied mich jedoch dafür ihm vorerst eine Nachricht zu schreiben, dass ich nichts verstanden habe und es mir einfach schreiben sollte. 'Irgendwann wird meine Nachricht wohl schon ankommen.', dachte ich und steckte mir meine Kopfhörer in die Ohren um auf andere Gedanken zu kommen. Doch die ganze Fahrt über dachte ich nur darüber nach. Erst als ich erschöpft gegen 11 Uhr zu Hause ankam, konnte ich mich von diesem Gedanken lösen. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen betrat ich mein Haus. Es war alles dunkel und ruhig. Heisenberg hatte ich noch bei Marcel gelassen, ich wollte ihn dann am darauf Folgenden Tag abholen. Ich stellten meinen Koffer vorerst im Wohnzimmer ab und legte mich direkt ins Bett. Froh endlich wieder in meinem eigenen Bett zu liegen, plagte mich jedoch ein unwohles Gefühl. 'Was ist, wenn ich wieder anfange zu träumen?', 'Was ist, wenn ich wieder einen meiner Zusammenbrüche kriege? Diesmal ist Lukas nicht da, der mich beruhigt. Niemand ist da', viele solcher Gedanken kamen in mir hoch und bereiteten mir Kopfschmerzen. Ich wollte einfach nur noch schlafen, um die Gedanken aus meinem Kopf zu verdrängen. Doch es wollte nicht aufhören. Immer wieder das Gleiche, immer wieder kamen noch schlimmere Gedanken hinzu und immer wieder Überschnitten sich diese. So war ich unmöglich in der Lage einzuschlafen. Ich bemerkte, wie ich langsam wieder die Realität um mich herum verlor. Erst durch das Klingeln meines Handys kam ich zurück. Lukas hatte mir geschrieben: 'War nichts wichtiges ^^'. Also hatte ich mir echt unnötig diese ganzen Gedanken gemacht? Ich legte mein Handy beiseite ohne ihm zu antworten. Die Gedanken an Lukas überspielten diese die mich seit Jahren plagten und konnte irgendwann einschlafen.
Die darauf Folgenden Wochen waren für meine Verhältnisse ruhig. Mithilfe der Musik und des Malens, versuchte ich eine Routine in meinen Alltag zu bringen um nicht wieder in meinen Gedanken zu verschwinden. Um auch meinen Träumen aus dem Weg zu gehen, konsumierte ich jeden Abend vor dem Schlafengehen Alkohol und nahm wie immer genügend Gras zu mir, als Beruhigungsmittel. Doch Basti erging es eindeutig schlechter als mir. Keine einzige Woche verging in der mich nicht die Nachricht erreichte, dass er mal wieder im Krankenhaus war. 4 Wochen waren schon vergangen, seitdem wir uns alle das letzte mal gesehen hatten. Ich saß gerade zusammen mit Heisenberg auf dem Sofa, als mich die Nachricht erreichte, die alles veränderte. Sofort nachdem ich die Nachricht las, setzte ich mich in den nächsten Zug; direkt nach Berlin.
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Das Ende von Trailerpark
Fiksi PenggemarTimi denkt über seine zeit im Trailerpark nach. Es hatte sich einiges in seinem Leben verändert. Beruflich aber auch in seinem Privatleben. Alles brach Stück für Stück zusammen. Lukas war für seinen Besten Freund da und obwohl Tim es ihm nicht imme...
