Die Party Danach

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Nach dem Konzert feierten wir noch lange weiter und ich zog die ganze Zeit die verschiedensten Stoffe mit den verschiedensten Leuten und trank zusammen mit Sudden ein Paar Flaschen weg. Vielleicht hatte ich es an diesem Abend ein wenig übertrieben, denn ich kann mich bis heute nur sehr wenig von dem erinnern, was auf der Party alles geschah. Ich weiß lediglich, dass ich danach total fertig war und dieses Gefühl mehrere Tage anhielt. Warum musste ich neben meinem Normalen Drogen Konsum auch noch Alkohol trinken; dümmste Idee die ich je hatte . Normalerweise machte ich das nicht, denn sonst passiert nämlich genau das und das wollte ich natürlich immer verhindern. Aber auch der Alkohol an sich bekam mir einfach ganz und gar nicht, ich bin eben mehr der Illegale-Drogen typ. Als die Party im vollen Gange war, lag ich einfach nur noch auf dem Boden herum und sah den Leuten zu, wie sie über mich Stiegen. Alles um mich herum drehte sich und war in einem dunklem Schleier gehüllt. Zum Glück nahm jeder zumindest etwas Rücksicht und trat nicht auf mich drauf. Das Aufstehen und stehen bleiben fiel mir schwerer als alles andere, weshalb ich einfach liegen blieb. Um es genau zusagen, ich kam auf mein Leben zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr klar. Ich wollte aber weiter Feiern, schließlich war die Party gerade erst richtig angefangen. Da konnte ich doch nicht schon aufhören und wie ein alter Mann mich ins Bett legen. Mit großer mühe tastete ich meine Hosentaschen ab um irgendwelche Drogen zu finden, die mir helfen würde wieder auf die Beine zu kommen. Erst nach langen und aufwändigen suchen, fand ich ein kleinen Beutel mit E's. Mit zitternden Händen holte ich mir eine der Bunt gefärbten Tabletten raus und wollte sie mir gerade einschmeißen, aber da sah ich wie Lukas direkt auf mich zukam. Sein Gesichtsausdruck verriet mir, dass er mich schon längere Zeit gesucht haben musste. Ohne es wirklich mitzubekommen nahm er mir die Extasy Tablette weg und den Beutel dazu auch noch. Er wusste ganz genau wie übel es geendet hätte, wenn ich Tablette nun wirklich genommen hätte.

Danach kümmerte er sich wie immer rührend um mich. Zuerst schleppte er mich aus den ganzen Massen raus an die Frische Luft. Immer weiter gingen wir von der Party weg, bis wir die Musik nur noch sanft im Hintergrund wahrnahmen. Da es mir schwer fiel gerade zu stehen und erste recht einen Fuß vor den anderen zu setzten ohne das Gleichgewicht zu verlieren, hing ich den weg über auf Lukas Schulter. Mit der letzten Kraft die ich aufbringen konnte, hielt ich mich an ihm fest und versuchte halbwegs vernünftig zu gehen. Jedoch scheiterte dies total, denn immer wieder stolperte ich über meine eigen Füße. Lukas hatte es ziemlich schwer gehabt mit mir und sicherlich musste auch ihm das gehen schwergefallen sein. Denn er war natürlich auch nicht ganz nüchtern gewesen , aber im Gegensatz zu mir hatte er sich um einiges mehr im Griff.

Als er stehen blieb und die arme langsam von mir nahm, sank ich sofort zu Boden. Die danach folgende halbe Stunde hockte ich einfach nur im nassen Gras und übergab mich immer wieder. Am ende war es einfach nur noch Magensäure die aus mir heraus kam. Die restlich zeit saßen wir da und warteten darauf bis sich mein Magen und mein Kopf beruhigt hatte. Lukas besorgte mir Wasser und strich mir immer wieder vorsichtig meinen Rücken entlang. So vergingen circa ein bis zwei Stunden indem wir einfach nur draußen rum saßen bis wir uns sicher waren, dass ich den Weg zum Hotel schaffte, ohne mir die Seele aus dem Leib zu kotzen. Zwar ging es mir dank Lukas um einiges besser als davor aber wirklich gut konnte man mein befinden nicht nennen. Denn als er mir seine Hand reichte und ich mich langsam und schwerfällig daran hochzog, konnte ich mich immer noch nur schlecht auf meinen Beinen halten. Deshalb entschied sich Lukas dafür, mich einfach den ganzen Weg von der Konzerthalle bis hin zum Hotel auf seinem Rücken zu tragen. Nur mit großer Mühe konnte ich mich an ihm fest halten und meinen Kopf war so schwer, dass ich ihn den Weg über auf seiner Schulter ablegen musste. Ich fühlte mich einfach nur mehr als schwach, hätte er mich nicht getragen, hätt ich es niemals selbstständig zum Hotel geschafft und wäre sicherlich in irgendeinem Graben aufgewacht.

Es war schon längst der nächsten Morgen angebrochen als Lukas und ich endlich das Hotel erreichten. Die Tür vom Fahrstuhl stand offen und nur ein Pärchen in etwa unserem Alter befand sich darin. In der Hoffnung noch mitfahren zu können ging Lukas um einiges schneller als zuvor . Doch als wir gerade davor standen und Lukas den ersten Schritt hinein setzten wollte, schloss sich die Tür genau vor unseren Nasen. "Scheiße man. Die hätte auch ruhig mal die verfickte Tür aufhalten können!" , fluchte Lukas. Ich bemerkte wie es ihm von Sekunde zu Sekunde schwerer fiel mich auf seinem Rücken zu halten. Zu unserem Pech gab es auch nur diesen einen Fahrstuhl und warten bis der wieder da ist, hätte ewig dauern können. Er sah Hilflos umher, in der Hoffnung irgendwas zu finden, dass uns schnell in unser Zimmer bringen würde. Er wusste genau, wenn er mich abgesetzt hätte, wäre ich sofort zusammen gebrochen. "Dann müssen wir wohl oder übel die Treppe nehmen", hörte ich Lukas schwer Atmend sagen und er machte sich langsamen Schrittes auf den Weg zur Treppe. Zum Glück befand sich unser Zimmer im Ersten Stock, weshalb er nicht allzu lang mit mir auf dem rücken die Treppen steigen musste.

Als wir dann endlich unser Zimmer erreichten ließ mich Lukas vorsichtig von seinem Rücken in das ungewöhnlich weiche Bett fallen. Direkt nachdem ich von seinem Rücken runter war, schob Lukas seine Hände unter sein Shirt am Rücken und atmete erschöpft aus. "Boa Timi du bist auf Dauer doch ziemlich schwer" ,keuchte Lukas mit schwerer Stimme und ließ sich neben mich ins Bett fallen. Ich gab ihm einfach nur ein kurzes genuscheltes "sorry" zurück.

Mit einem sanften lächeln auf den Lippen sah er mich an. Eigentlich hatte ich nicht vor gehabt ihn darauf anzusprechen. Zumindest nicht in dem Moment, denn der war einfach nur mehr als unpassend aber es überkam mich einfach. "Lukas.. ",ich pausiert für einen Moment, " ich will ja so tun als wäre das nie passiert. Aber. Warum mussten wir heute Trostpreis Performen ?" Er löste den Blick von mir und zuckte einfach nur mit den Schultern.


Das Ende von TrailerparkWo Geschichten leben. Entdecke jetzt