Es war der Tag gekommen. Lukas wäre jeden Moment aufgekreuzt. Er würde seinen Wagen Ordnungsgemäß auf meinem Hof abstellen, einen kurzen Moment im Auto verweilen, langsam aber mit sicherem Schritt auf mein Haus zu gehen, er würde sich wegen dem sanften Schneefall durch die Haare fahren und kurz darauf bei mir klingeln. Und dann? Ich würde die Tür öffnen, ihn anblicken, in seine hellgrün leuchtenden Augen, die einen großen Kontrast zu meinen dunklen braunen Augen sind, sein Blick würde gespannt und gleichzeitig Nervös auf mir liegen, wartend auf das, was ich ihm zu sagen hatte. Doch ich würde kein Wort raus bekommen, ich würde alles vergessen. Ich würde nicht mehr wissen, was ich ihm sagen wollte. Was der Grund für mein Handeln und tun war.
Unweigerlich wurde ich aus meinen besorgniserregenden Gedanken gerissen. Ich wusste sofort, dass es Lukas war. Ich erkannte ihn an dem Geräusch, welches sein Motor machte, wie sanft er die Tür seines Autos zu schlug , die Art wie er immer näher in meine Richtung ging. Wehleidig drückte ich mich vom kalten Boden des Flures ab und richtete mich auf. Meine Beine wirkten schwach unter dem druck meines Körpers, unter den schweren Gedanken. Dann Klopfte es auch schon. Absichtlich betätigte er nicht die Klingel. Er beobachtete mich schon längst durch die milchigen Fenster der Tür.
Anders als alle anderen Male, als ich ihm die Tür geöffnet hatte, wurde ich von einem Schwarm an Gefühlen begleitet. Meine Hand krallte sich vor Nervosität an den Türgriff und nur mein Kopf lugte durch den kleinen Spalt hervor, so als hätte ich einem komplett Fremden die Türe geöffnet. Ein vorsichtiges lächeln zierte mein Gesicht. Meine Haut färbte sich an der Hand schon weiß, so sehr hielt ich die Türklinke fest; als würde sie mir Halt spenden.
Obwohl ich es schon längst ruiniert hatte, versuchte ich trotzdem weiter mir nichts von all dem Anmerken zu lassen, als ich Lukas nach Wochen wieder in mein Haus lies. Zur Begrüßung ließ er seine Hand über meine Schulter streichen, während er sich an mir vorbei drängte, in den Flur hinein. Die Stelle die er berührte wurde unheimlich warm , es war fast schon ein brennen. Ich beobachtete ihn dabei, wie er sich seelenruhig von seiner Jacke und seinen Schuhe entledigte. Dabei textete er mich banalem Zeug voll, er erzählte von der lange anstrengenden Fahrt hierher und wie Stressig die Album Arbeiten zur Zeit waren. Alles war normal. Wäre da nicht dieses beklemmende Gefühl in meiner Brust, diese Ungewissheit wie er darauf regieren würde. Aber ich hörte ihm einfach nur zu, jedes einzelne Wort , seine Stimme, alles von ihn zog mich in einen unheimlichen Bann und war das Spannendste für mich auf der Welt. All meine Sorgen darüber wie ich es ihm sagen sollte verflogen. Ich lies alles auf mich zu kommen und genoss seine Anwesenheit. In dem Moment breitete sich einfach nur eine angenehme Wärme von meinem Herzen durch meinen ganzen Körper aus; ich war froh darüber ihn wieder zu sehen.
Lukas folgte mir ins Wohnzimmer, seine Socken schliffen über meinen Boden. "... und dann ist auch noch meine Gitarren Saite gerissen, mitten beim aufnehmen, an einem Sonntag. Du glaubst nicht wie-..." " Du hast mir gefehlt.", unterbrach ich ihn und drehte mich ruckartig zu ihm um. Verwirrt brach er seinen Satz ab. Für einen kurzen Moment schloss er seine Augen, so wie er es immer machte um sich zu sammeln, eine liebenswürdige Angewohnheit, und setzte ein ehrliches lächeln auf. Er ging auf meinen Satz gar nicht ein. "Weshalb bin ich hier ? Was ist so wichtig, dass du es mir unbedingt persönlich sagen musst?". Es brachte nichts mehr sich daraus zu reden, das musste ich mir eingestehen. Einen passenderen Moment hätte es nicht gegeben. Die Wörter schossen durch meinen Kopf, aber sie fanden keine Anordnung, ich wusste nicht wie. Ich schluckte schwer, bevor ich versuchte die Worte irgendwie über meine Lippen kommen zu lassen. "Also... ich ..." , fing ich wie ein kleiner dummer Junge an. Warum fiel es mir nur so unglaublich schwer? " Ich glaube...-nein. Ich weiß es, ich habe Gefühle für dich." Lukas Blick wich nicht mehr von mir. Nicht mal einen Millimeter. Was in seinen Gedanken abgegangen sein musste, wollte ich am liebsten nicht wissen. "Ja Freundschaft.", antwortete er stumpf darauf. Ich hörte die Unsicherheit die in seiner Stimme mitschwang. Dies versuchte er aber mit gespielter Gewissheit zu übermannen, er hemmte seine Gefühle zu mir nur ein. Jedoch wollte ich gerade das ändern. " Nein", entgegnete ich ihm sofort und Lukas Miene verzog sich. Nervös spielte er mit dem Saum von seinen Pullover Ärmeln. Den Moment in dem ich nicht schwieg und ihn nur ansah, waren für ihn wie die Hölle. Man sah es ihm einfach an, um alles in der Welt wollte er, dass ich weiter sprach. " So ein Junkie wie ich kann das wohl von Freundschaft unterscheiden.". Ich musste mich selbst mitten im Satz abbrechen, meine Stimme verließ mich. Am liebsten hätte ich so lange auf eine Wand eingeschlagen, bis meine Hand von einem dunklen Rot ton ummantelt ist und meine Knochen in tausende Einzelteile zersprungen sind. " Ich weiß es selber nicht genau, aber irgendwas ist da.". Keine Antwort von ihm.
Zögernd ging ich einen Schritt auf ihn zu. Sein Blick war wie versteinert. Schon fast krankhaft suchte er nach den passenden Worten, doch anscheinend waren keine der Situation angemessen. Ich meine ein Schimmern in seinen Augen gesehen zu haben. Sanft legte er seine warme Hand an meine Wange, so als würde ich jeden Moment, bei einer falschen Berührung, all meine Worte rückgängig machen. Mit den Fingerspitzen krallte er sich vorsichtig in meine Haare. Dieser kurze Moment kam mir so unendlich lang vor und er war wunderschön. Und das nur, weil Lukas bei mir war, weil Lukas der war der mich berührte. Sein Gesicht kam mir immer näher und schon vorzeitig schloss ich meine Augen. Seine Wärme umhüllte meine Kälte. "Ich liebe dich.", hauchte er gegen meine Lippen und küsste mich voller Leidenschaft.
Es war nie so, dass ich Schmetterlinge im Bauch hatte wenn ich ihn sah, oder diese Rosarote Brille trug, von der jeder Schwärmte, oder ich nur an ihn denken musste. Nein. Es war eher so, als hätten wir diese Phase schon längst hinter uns gelassen. Ich wollte einfach nur noch bei ihm bleiben, ohne ihn wusste ich nichts mehr mit meinem Leben anzufangen. So wie andere sich verliebten oder so wie alle das immer erzählten, so war es nie bei mir. Ich weiß einfach, dass ich ihn liebe und das was ich fühle kann ich nicht in Worte fassen.
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Das Ende von Trailerpark
Fiksyen PeminatTimi denkt über seine zeit im Trailerpark nach. Es hatte sich einiges in seinem Leben verändert. Beruflich aber auch in seinem Privatleben. Alles brach Stück für Stück zusammen. Lukas war für seinen Besten Freund da und obwohl Tim es ihm nicht imme...
