Mal wieder zogen die Wochen nur so an mir vorbei. Die Tage vergingen nur langsam und träge. Viele Tage und Nächte saß ich einfach nur da und zerbrach mir meinen Kopf. Ich verließ mein Haus nur selten, und wenn nur um mit Heisenberg Gassi zu gehen oder mir neue Drogen zu besorgen. In meinem Zimmer stapelten sich tausende bemalte Leinwände und in meinen Kopf sammelten sich tausende Ideen für neue Lieder. Hin und wieder kamen meine Brüder oder mein Kumpel Marcel vorbei. Dafür war ich ihnen echt dankbar. Jedoch machten sie sich alle nur sorgen um mich. Es schien so als würde sich meine psychische Verfassung von Tag zu Tag zu verschlimmern. Damals wurde es mir in dem Ausmaß gar nicht so bewusst, wie es vielleicht für die Menschen um mich herum immer deutlicher wurde. Mir war zwar bewusst, dass ich mich wieder in einer Art Depressiven Zustand befinde, aber wie schlimm es wirklich war wollte ich einfach nicht erkennen. Selbst meine eigene Mutter und meine Geschwister erkannten mich nicht mehr wieder. All ihre Fragen was los sei wimmelte ich ab. Erst recht die fragen nach meinem Befinden. Für andere schien es einfach nur eine ganz normale Frage zu sein, doch schon lange hasste ich sie mehr als alles andere. Auch wenn ich versucht hätte es ihnen zu erklären, sie hätten es niemals verstanden. Ich wollte darauf einfach nicht mehr angesprochen werden. Die Frage diente doch allein nur noch der Höflichkeit. Damit versuchen sie nur auf das Thema mit meinen "Depressionen" zu kommen. Damals überspielte ich das alles und spielte gerne immer allen eine heile Welt vor. Ich war so sehr in die rolle vertieft, dass alles für mich normal war. Nur sehr viele später bemerkte ich wie sehr ich neben mir stand. Nicht wusste, dass ich schon längst aus dem Gefängnis meines Körpers ausgebrochen war und von oben herab auf meinen Körper gesehen habe. So fühlte es sich jedenfalls an, ein Lebender Toter. Menschen die diese Gefühle nicht kennen, Menschen die sowas nicht durchgemacht haben, für sei war es schwer sowas nachzuvollziehen und für mich war es schwer zu erklären. Niemand verstand weshalb ich mein Lachen abgelegt habe. Ich verstand es selbst nicht. Es war mir überhaupt nicht bewusst wie sehr ich mich wirklich in dieser Zeit verändert habe. Schwere Zeiten gab es immer in meine leben. Jeder hatte sie. Sie machen einen nun mal zu dem was man heute ist.
Tagelang schwieg ich einfach nur und selbst meine besten Freunde konnten mich nicht mehr, wenigstens für ein paar Stunden, zu dem machen der ich einmal war. Derjenige der gegen seine Probleme gekämpft hat, sich schnell wieder fangen konnte und einfach alles einfach mal vergessen konnte um Spaß zu haben. Sich treiben zu lassen und die schönen Seiten des Lebens zu genießen. Egal ob es mit Hilfe von Drogen war oder nicht. Das alles wurde mir gleichgültig und mein Drogenkonsum stieg ins unermessliche.
Mein Handy lag irgendwo, ich wusste nie genau wo es war. Es war mir aber auch egal. Ich wollte keine anrufe bekommen, nicht auf sozialen Netzwerken von irgendwelchen Fans angeschrieben werden und erst recht keine Nachrichten erhalten. Ich rechnete jeden Moment mit irgendeiner schlimmen Nachricht. Wegen all dem was passierte traute ich meinem Leben nicht mehr. Wenn etwas geschehen wäre, dann wollte ich es nicht wissen. Ich wollte nichts von dem wissen, was auf mich zu kommen würde. Erst recht nichts von dem was mir wieder den Boden ,der einer dünnen Eisschicht glich, unter den Füßen weg reißen würde. Ich zog mich komplett vom Leben zurück und Schottete mich von allem ab was nur ging. Für meine Fans tat es mir schon leid, aber was hätte ich denn schon machen können?
Ohne vorerst an irgendwas schlimmes zu denken sah ich nach etlichen Tagen mal wieder auf mein Handy. Unmengen an Benachrichtigungen von Facebook, Twitter und Instagram, sowie mehrere WhatsApp Nachrichten und entgangen Anrufe, alle von unbekannt, erreichten mich. Gerade wollte ich meinem Kumpel Max antworten, der sich sichtlich sorgen machte, da fing auf einmal an mein Handy zu vibrieren und mein Klingelton ertönte. Unbekannt. Lange starrte ich einfach nur auf das hell erleuchtete Display. Schlussendlich nahm ich den Anruf doch zögernd entgegen. Heute bereue ich es und wünschte ich hätte ihn nicht angenommen. Nachdem ich ein verwirrtes Hallo raus bekam, erkannte ich die aufgebrachte stimme am anderen Ende des Telefons. " Timi? Timi man! Scheiße. Endlich gehst du ran." Igor sprach sehr schnell und seine Stimme klang schwach, weshalb ich ihn anfangs nur sehr schlecht verstand. " Diggi. Was denn los man?", unterbrach ich ihn. Was er mir dann erzählte hielt ich erst für einen schlechten Witz. Aber warum hätte er mich mit sowas verarschen sollen? Es musste also die Wahrheit sein. Wahrhaben wollte ich es aber nicht. Ohne dass ich es mitbekam, rannten wie in einem schlechten Film Tränen über meine Wangen. Meine Hand fing an zu zittern und wurde immer schwächer, bis ich sie schlussendlich gar nicht mehr spüren konnte. Zu spät bemerkte ich, dass mein Handy mir aus der Hand glitt und fiel deshalb mit einem lauten knall auf den Boden. Direkt war das Display gesprungen, aber der Anruf war zum Glück noch aktiv. "Scheiße man!" schrie ich verzweifelnd auf. Bevor ich mein Handy aufhob, wischte ich mir noch schnell die Tränen weg. Igor fragte mich fast schon panisch ,ob alles gut sei und was Passiert war."Alles gut. Mein verficktes Handy ist nur hingefallen. Man sieht sich da.", gab ich ihm knapp zu verstehen und legte wie in einem Rausch einfach auf.
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Das Ende von Trailerpark
FanfictionTimi denkt über seine zeit im Trailerpark nach. Es hatte sich einiges in seinem Leben verändert. Beruflich aber auch in seinem Privatleben. Alles brach Stück für Stück zusammen. Lukas war für seinen Besten Freund da und obwohl Tim es ihm nicht imme...
