Kapitel 29

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     "Sag mir, dass das nicht wahr ist Jelena! Sag mir, dass du nicht mit diesem... diesem VIEH zusammen bist! Warum hast du dich in den letzten Wochen überhaupt mit mir getroffen, wenn du mit DEM DA anscheinend so glücklich bist. Wie du dich in seine Arme schmiegst - widerlich!
Weißt du eigentlich, dass Teufel als Abschaum gelten? Mit diesen Schwänzen, wie Tiere! Und so etwas ziehst du mir vor? Gehst du jedes Mal, wenn du sagst, du musst wieder hinein, in seine Arme? Ist er der Grund, warum wir uns immer hier in der Kälte treffen?" Während seiner Ansprache wurde der Vampir immer lauter, bis er beinahe schrie und meine Schwester in meinen Armen zusammenzuckte. Zunächst hatte ich über seinen Ausraster gelächelt, doch nun wurde ich wütend. Es war mir egal, ob der Kerl mich beleidigte oder mich anschrie, aber niemand, wirklich NIEMAND, darf meiner Schwester Angst machen. Ich begann zu knurren und meine Teufelsattribute leuchteten wieder rot auf, während ich Jelena hinter mich schob. Diese jedoch legte mir ihre Hand auf die Schulter und hielt mich so davon ab, den Typen anzuspringen. Ich drehte mich zu ihr um, nach all den Jahren verstanden wir uns auch ohne Worte und so wusste ich, als ich ihr in die Augen sah, dass sie ihm vertraute und ich sah das gewisse Etwas, vor dem sich jeder große Bruder fürchtet. Ich gab die Angriffshaltung auf und drehte mich wieder zu dem Vampir, der noch immer wütend zwischen Jelena und mir hin und her sah. Sie ging zu ihm hin, fuhr ihm durch seine wilden blauen Haare und sah auch ihm in die Augen. Und siehe da, die große, böse Fledermaus wurde ganz zahm. Da schafft es doch wirklich ein Menschenmädchen zwei Bestien zu beruhigen. Ich riss mich zusammen und machte einen Schritt nach vorne "Ich glaube, wir sollten noch einmal von vorne anfangen. Ich bin Diavar." "Interessiert mich nicht." kam es knurrend zurück und der Vampir legte seine Arme besitzergreifend um meine Schwester. Diesmal schob er sie hinter sich und sprang mich an. Ok, doch nicht so zahm.

    Geschickt wich ich jedem seiner Angriffe aus. Er war Jelena wichtig, ich wollte ihn nicht verletzen. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Scarok Jel aus der Gefahrenzone brachte. Für den einen Moment war ich unaufmerksam und der Vampir traf mich mit seinem Tritt genau in die Brust. Ich flog einige Meter zurück und krachte gegen einen Baum. Schmerz schoss mir in den Rücken und ich merkte, wie die Selbstheilung wieder einsetzte. Der Blauhaarige lief auf mich zu, wohl um mich endgültig fertig zu machen, wurde jedoch just in dem Moment, in dem ich wieder auf die Beine sprang von einem schwarzen Blitz getroffen. Wütend schleuderte der Vampir auch Scarok gegen einen Baum und ich hörte wie das Rückgrat brach. Ich war mir nicht sicher, was die Selbstheilung von Schutzgeistern betraf, doch ich war mir sicher, dass ich wohl noch nie so wütend war, wie in diesem Moment. Meine Augen verschärften sich, mein Teufelsschwanz und meine Hörner glühten rot. Krallen und Zähne wuchsen und ich spürte, wie die Schatten zurückkamen. Angriffslustig kauerte ich mich hin und knurrte laut. Auch der Vampir nahm seine Angriffsposition ein. Ich würde keine Magie verwenden, dafür war ich zu unkonzentriert. Ich wollte diesen Vampir zerfetzen, ihn ausweiden und verbrennen! Moment - verbrennen? Ich wollte doch keine Magie benutzen, wie komme ich da auf verbrennen? Im Hintergrund höre ich Jel schluchzen und wie sie von Scarok weiter weggezogen wurde. "Hunter, hör auf! Lauf weg!" Hunter? Ernsthaft? Mehr Klischee ging wohl nicht!? "Sie gehört mir!" knurrte mein Gegenüber - und ich sah rot.

Teufel über NachtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt