Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

14 - Großbrand

5.3K 356 128
                                        

Nachdem mir Aryas völlig normales Verhalten gezeigt hatte das wohl nur die Höllenfürsten und ich etwas von der Magiewelle mitbekommen hatten, hatte ich mich etwas beruhigt. Die Tatsache, dass meine Mutter ein Mensch war hatte mich die letzten Tage am meisten beschäftigt. Natürlich war sie jetzt schon längst tot, dennoch machte ich mir viele Gedanken. Wie es wohl gewesen wäre als Mensch aufzuwachsen? Ich stellte mir vor wie ich mit meiner Mutter in einem kleinen Haus lebte, jeden Tag zur Schule ging und mich mit Freunden traf. Doch es hätte wahrscheinlich nie richtig funktioniert. Bereits im Alter von 8 hatten sich bei mir die ersten Anzeichen meiner späteren Kräfte gezeigt, mit 18 hatte ich sie dann vollständig bekommen. Außerdem war dann ja noch der Fakt das ich vor mehr als 230 Jahren geboren wurde. Zu dieser Zeit war das Verhalten der Menschen nochmal ganz anders gewesen.

Ich saß auf einem hohen Felsen, am Rand meines Herrschaftsgebietes. In meiner Hand drehte ich die weiße Feder eines Engels, die ich nach dem Ball in Luzifers Palast gefunden hatte. Noch hatte ich sie niemandem gezeigt, doch das hatte ich auch nicht vor. Ein milder Wind fuhr mir durch meine dunkelroten Haare und wehte sie mir ins Gesicht. Ich strich mir meine Haare wieder aus dem Gesicht und ließ meine Füße über eine Kante des fast schwarzen Felsens baumeln. Am Fuße des Gesteins führte eine fast senkrechte Klippe in eine tiefe Schlucht. Wenn man sich etwas vorbeugte konnte man am Boden der Schlucht Feuer brennen sehen. Amon hatte sich teilweise wirklich klischeehafte Stellen für sein Fegefeuer herausgesucht. Zum Glück war die Schlucht so tief, sonst hätte ich wahrscheinlich die Klagelaute der Seelen gehört. Ich dachte darüber nach, in was für einer Lüge die Menschen lebten. Sie glaubten, nur wenn sie immer zu Gott beten und zu ihren Mitmenschen nett sind kommen sie in den Himmel. Doch das war eine Lüge. Egal welche Religion, oder überhaupt keine, die Seelen aller Menschen kommen in die Hölle. Kein Mensch ist sündenfrei, soetwas gibt es nicht. Obwohl, mein Vater hatte mir letztens erzählt das die Menschen aus dieser einen Stadt sündenfrei leben. Ich fragte mich, ob diese ebenfalls in die Hölle kamen. Man musste aber vielleicht noch sagen das nicht alle Seelen ins Fegefeuer kamen. Manche hatten nicht so schwere Straftaten begangen, besonders Kinder. Diese Seelen wurden von jemand anderem verwaltet.

Neben mir lag Zukki auf der Seite und sah mich verschlafen an. Ich lächelte und tätschelte den mittleren Kopf des Hundes. Kerberos wuchsen wesentlich schneller, als normale Hunde. Daher war Zukki nun schon fast so groß wie ein normaler Hund aus der Menschenwelt. Sein graues Fell war etwas länger geworden und auch seine Zähne machten mittlerweile einen gefährlichen Eindruck. In ein paar Tagen sollte ich dann auch mir ihm kommunizieren können, sobald er groß genug war.

Die Ausgangssperre aus der Hölle nervte mich einfach bloß. Bloß weil jetzt ein Erzengel auf der Erde rumfolg durfte ich nichtmehr raus. Warum durften diese Flatterviecher mich eigentlich nicht sehen? Mein Vater hatte zwar irgendwann mal gesagt, dass es in Friedenszeiten starken Dämonen verboten sei Engel zu töten, aber das konnte doch nicht der ganze Grund sein. Ich würde ja auch keine Engel töten, bloß ein wenig die Menschen beobachten, aber nein. Ich war hier festgesetzt und musste weiterhin den Eindringling suchen, der mir immernoch zu schaffen machte. Offenbar hatte dieser seine Tarnung wieder vollstädnig unter Kontrolle, denn ich hatte in den letzten Tagen keine Veränderung gespürt. Immernoch überlegte ich fieberhaft welcher Dämon einem Engel helfen könnte in die Hölle zu kommen und vorallem warum? Wollte der Himmel Informationen, im Falle eines Krieges?

Kopfschüttelnd sprang ich von dem Felsen. Sofort sprang Zukki mir schwanzwedelnd hinteher. Langsam lief ich zurück zu meinem Palast und schlenderte dabei durch einen Wald. Zukki sprang neben mir auf und ab und verfing sich regelmäßig in irgendwelchen Wurzeln. Sobald er älter war würde ich ihm das Kämpfen beibringen. Ich konnte mich noch gut an meine eigene Kampfausbildung erinnern. Mein Lehrer war ein Dämon gewesen, der eher weniger Kräfte besessen hatte, dafür aber ein sehr guter Kämpfer gewesen war. Ab meinem 16 Lebensjahr hieß es dann zeitig aufstehen und erst wieder ins Bett gehen, wenn der Körper jedweden Befehl verweigerte. Ganze vier Jahre hatte er mich trainiert, was für ein Wesen meines Ranges extrem lang war. Doch mein Vater bestand darauf das ich absolut jeden Kampfstil perfekt beherrschte. Sowohl den der Engel, als auch den der Dämonen. Danach wurde ich dann von meinem Vater darin unterrichtet, wie ich meine Kräfte unter Kontrolle halte. Ich konnte jedoch nie richtige Übungskämpfe machen, oder einfach mal alles zeigen was ich konnte, da dies zu viel Aufmerksamkeit erregt hätte. Bis heute hatte ich ein wenig Panik, dass, wenn es zu einem richtigen Kampf mit einem wirklich starken Gegner käme, ich meine Kräfte nichtmehr kontrollieren könnte und in einen Blutrausch verfallen würde.

Mein Name ist MorgensternGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt