Am nächsten Tag wurde ich von Lärm geweckt. Genervt nahm ich mir eines meiner Kissen und hielt es mir über den Kopf, vergebens. Seufzend stand ich auf, nahm mir einen Morgenmantel und riss die Tür meines Zimmers auf. Die Diener, welche gerade vor meinem Zimmer auf und ab gelaufen waren, erstarrten mitten in der Bewegung. Sie trugen verschiedene Stoffe, Blätter, Essen und noch anderes Zeug mit sich herum. Nur, warum sie dies vor meinem Zimmer taten wollte sich mir nicht erschließen. "Was ist denn hier los?" fauchte ich müde. In diesem Moment kam Arya um eine Ecke gestapft. Sie hatte ihren herrischen Blick aufgesetzt und schrie irgendwelche Befehle herum. Als ihr Blick auf mich viel verstummte sie augenblicklich und sah die Diener vorwurfsvoll an. "Ich hab euch doch gesagt ihr sollt leise sein!" herrschte meine Freundin die niederen Dämonen an, welche sich daraufhin leise entschuldigten. Mit einer Handbewegung deutete ich ihnen weiter zu machen.
Arya kam zu mir und schloss die Tür meines Zimmers wieder. "Was soll denn das?" fragte ich noch im Halbschlaf. "Die Vorbereitungen für den morgigen Ball laufen." erklärte sie mir, wie als wäre es selbstverständlich. Ich seufzte und fing an meine Schläfen zu massieren. Kann man denn hier nicht mal richtig schlafen? Obwohl mächtige Dämonen eigentlich kaum bis keinen Schlaf brauchten, hatte mich die gestrige Aktion ganz schön ausgelaugt. Ich hob meinen Kopf wieder und sah meiner Hofdame in die lila leuchtenden Augen. "Das ist mir schon klar, aber warum denn in meinem Schloss?" knurrte ich. "Nun ja, da fast das gesamte Volk der Hölle zu dem Ball auftauchen wird ist im Palast deines Vater schon einiges los. Um den Leuten dort etwas die Arbeit ab zu nehmen, wurden ein paar der Aufgaben hierher verlegt. Außerdem will niemand das Risiko eingehen, deinen Vater durch zu viel Lärm zu wecken." gab sie zu. Ich sah sie sprachlos an. Aber bei mir ist es egal, oder was? "Und ich werde nicht gefragt, ob das in Ordnung für mich ist?" fauchte ich entsetzt. "Naja... es musste schnell gehen." murmelte Arya und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Ich knurrte noch einmal und machte dann eine wegwerfende Handbewegung. Damit war das Gespräch beendet.
Aus meinem Kleiderschrank schnappte ich mir ein paar einfache, schwarze Sachen. Eine Jeans, ein bauchfreies Top und eine Lederjacke. Dazu ein paar schwarze Sneakers, die ich in der Menschenwelt geklaut hatte. Insgesamt sah ich so eher aus wie ein normaler Mensch, aber in meinem eigenen Palast konnte es ja egal sein was ich trug. Während ich mich umzog dachte ich noch an meinen merkwürdigen Traum. Ich hatte schon einige Male von meiner Vergangenheit geträumt, bis jetzt war es aber nichts Besonderes gewesen. Neben dem Verhalten Leviathans, kam mir auch das Gespräch ziwschen Luzifer und Belial wieder in den Sinn. Sie hatten über Engel geredet und mein Vater hatte sich wegen irgendetwas Sorgen gemacht. Bei Gelegenheit musste ich ihn mal darauf ansprechen. Doch es würde sehr schwer werden ihn alleine zu erwischen und dann würde er mir sowieso nichts verraten. Es konnte natürlich auch gut möglich sein das mein Kopf das alles nur erfunden hatte und nur ein Teil davon meine wahren Erinnerungen waren. Ich werd einfach versuchen ihn zu fragen.
Als ich fertig war verließ ich das Zimmer, wobei ich fast von einem Diener umgerannt worden wäre. Dieser verneigte sich kurz, nuschelte eine Entschuldigung und eilte weiter. So viel Trubel in meinem Schloss war ich nicht gewohnt. Außerdem konnte ich mich wegen dieser ganzen Leute nicht teleportieren. Zähneknirschend machte ich mich daher auf den Weg. An der Decke huschten zahllose Schatten herum, die die verschiedensten Dinge mit sich herum schleppten. Einige krochen auch über den Boden, um meine Beine herum. Fast wäre ich über einen gestolpert. Die Angestellten liefen so schnell, es wunderte mich, dass sie sich nicht gegenseitig umrannten. Ich sah einen Schatten der etwas unkoordiniert über den Boden huschte. Kurz darauf knallte er gegen meine Füße und sah erschrocken nach oben. Aus der schwarzen Masse manifestierte sich der Körper eines Kindes, ein junger Schatten also. Es gab verschiedene Arten der Schatten, fast alle hatten einen eigenen Willen. Die Ranghöchsten unter ihnen konnten den Umriss eines menschlichen Körpers annhemen, sowie sprechen. Andere konnten den Umriss von Tieren annhemen, wieder andere überhaupt kein definiertes Wesen. Ob sie dabei sprechen konnten, oder nicht war unterschiedlich. Im Allgemeinen jedoch wurden sie als Diener benutzt. Das Kind sah zu mir auf und erschrack, als es merkte gegen wen es geknallt war. "I-ich.... Es t-tut mir leid, Herrin." stotterte der Schatten. Seiner Stimme nach zu urteilen ein Mädchen. "Wo willst du denn hin?" fragte ich harsch. "In den Westflügel." murmelte sie. Ich wollte gerade fragen, warum sie so unkoordiniert war, als ein Diener vor mir stoppte. Er trug das Zeichen meines Vaters auf seinem Frack und hatte dunkelrote Augen, wie fast alle niederen Dämonen. "Was machst du denn da? Hast du keine Aufgabe?" herrschte er die Kleine an. Diese zuckte zusammen und huschte schnell davon. Der Diener verneigte sich kurz. "Entschuldigt, wir mussten auch paar der unerfahrenen Schatten mit dazu holen, um alle Aufgaben zu schaffen." entschuldigte er sich. "Schon gut." murmelte ich und ging etwas verwirrt weiter. Bald darauf erreichte ich endlich mein Arbeitszimmer.
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Mein Name ist Morgenstern
Fantasi"Nichts wird dich mehr zerstören als die Erkenntnis, dass du dieses Leben führen musst. Egal was du tust, du wirst diese Schlachten schlagen, du wirst in diesem Krieg an vorderster Front kämpfen und du musst ihn gewinnen, denn er ist der Letzte." Vo...
