Ruckartig machte ich meine Augen auf und setzte mich aufrecht hin. Ich sah alles verschwommen und musste ein paar mal blinzeln, bevor alles scharf wurde. Kurz war ich völlig orientierungslos und hatte nicht den blassesten Schimmer, was passiert war und wo ich mich befand. Ich lag in einem weichen Bett, welches sich in einem, hauptsächlich weiß und blau gestalteten, Zimmer befand. Das leise Plätschern von Wasser war irgendwo im Hintergrund zu hören und mehrere schöne Pflanzen schmückten den Raum. Die weiche Bettdecke raschelte, als ich sie zur Seite schob und aufstehen wollte. In diesem Moment durchzuckte schmerz mein rechtes Bein und ich schlug verwirrt die Decke zur Seite. Mein gesamter Oberschenkel war bandagiert und langsam kehrten meine Erinnerungen zurück.
Plötzlich ging die Tür auf und jemand betrat den Raum. Leviathan kam herein und blieb am Fußende des Bettes stehen. Eine Weile musterte er mich einfach bloß und ich fragte mich, was er in meinem Palast machte. Dann traf es mich auf einmal wie ein Schlag. Der Teich, die Schlange und Leviathan, wie er mich zwang sein Blut zu trinken. Erst jetzt bemerket ich das Brennen in meiner Kehle und griff mir instinktiv an meinen Hals. "Wasser." krächzte ich bloß, klischeehafter Weise. Der Höllenfürst ging zu einem Schrank holte und ein Glas, dann glühten seine Augen kurz auf und es war mit Wasser gefüllt. Er gab es mir und ich trank es gierig aus. Nachdem ich das Glas wieder abgestellt hatte wurde mir auch bewusst, das ich mich nicht in meinem Palast befand, sondern in Leviathans. Ich sah an mir herunter und stellte fest das ich immernoch nur Unterwäsche anhatte. Schnell zog ich die Bettdecke bis zu meinem Kinn und knurrte wütend. Der Höllenfürst lachte leise und kam etwas näher an mein Bett. "Deinem Bein sollte es jetzt besser gehen. Du solltest dich in Zukunft besser nichtmehr mit einer Wasserschlange anlegen, die sind wohl noch etwas zu stark für dich." lachte er hämisch. Ich schnaubte und sah ihn ausdrucklos an. "Also auch nicht mit dir? Nein, warte, du sagtest ja sie sind stärker als ich, das ist ja bei dir aber nicht der Fall. Tut mir leid." zischte ich. Kurz blitzte Wut in seinen Augen auf und er schien etwas erwiedern zu wollen, überlegte es sich dann jedoch anders. "Dankbarkeit ist wohl nicht deine Stärke, was?" fragte er stattdessen, doch ich starrte ihn nur weiter kalt an. "Ist sie von niemandem, in der Hölle. Dämonen haben es eben nicht so mit Dankbarkeit." murmelte ich. Ich wollte noch etwas sagen, doch die Tür ging erneut auf. Diesmal knallte sie mit voller Wucht gegen die Wand und verursachte ein lautes Krachen.
"Was hast du getan?" rief eine, mir nur zu bekannte, Stimme. Meine Beste Freundin stürmte wutentbrannt in das Zimmer und kam auf das Bett zu. Dabei stieß sie den Höllenfürst aus dem Weg und sprang regelrecht auf die Bettkante. "Hat er dir irgendetwas angetan?" fragte sie hektisch und fing sofort an, mich zu untersuchen, wie eine Mutter, deren Kind hingefallen war. Ich versuchte verzweifelt ihr Hände weg zu bekommen, doch all meine Bemühungen waren umsonst. "Arya, mir geht es gut, wirklich!" versuchte ich sie zu überreden, doch sie ließ nicht locker. "Hab ich mir's doch gedacht! Was ist das?" Sie hatte den Verband an meinem Bein entdeckt und begann nun, diesen zu inspizieren. Das ich dabei wieder halb nackt vor Leviathan saß schien sie wirklich wenig zu interessieren. "Das ist nichts, nur ein kleiner Biss." sagte ich. Doch Arya brauste durch meine Aussage nurnoch mehr auf. Sie fuhr zu Leviathan herum, der das Ganze bis jetzt nur beobachtet hatte, nicht wissend wie er sich verhalten sollte. Meine Freundin hielt ihm den Zeigefinger vor die Brust und funkelte ihn wütend an. "Was hast du ihr angetan, Wasserschlange? Hast du etwa eins deiner Biester auf sie gehetzt? Wen Luzifer davon erfährt, wird er-" Leviathan schlug erbost ihre Hand weg. In seinen, dunkler geworden, Augen wütete gerade ein Sturm, der am liebsten jeden hier hätte ertrinken lassen. "Ich habe keins meiner 'Biester' auf sie gehetzt! Sie ist in einen Teich gegangen und wurde von einer Schlange gebissen!" fauchte er und funkelte meine Freundin an, die sich nun fragen zu mir herum drehte. Ich nickte nur und zog die Decke wieder zurecht. "Es ist wahr. Er hat mich vor dem Vieh gerettet." Den letzten Satz murmelte ich nur, doch beide verstanden ihn. Arya seufze, setzte sich wieder zu mir und umarmte mich. "Was machst du nur?" murmelte sie leise. "Ich geh dir mal ein paar Sachen holen." schlug sie dann, mit einem Seitenblick auf Leviathan, der noch immer an einer Wand lehnte, vor. Dann verschwand sie und ließ mich mit ihm zurück. "Ich werde dann in mein Arbeitszimmer gehen." merkte der Höllenfürst an, drückte sich von der Wand ab und ging auf die Tür zu. Ich starrte ihm hinterher. In den Rücken seines Oberteils waren kleine, fast unsichtbare Schnitte eingearbeitet, damit er seine Schwingen ausbreiten konnte. Durch das eng anliegende Oberteil waren seine definierten Muskeln zu erkennen und wahrscheinlich wären bei diesem Anblick den meisten Frauen das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Mir schoss das Bild in den Kopf, als ich ihn beim Training gesehen hatte, doch ich strich es sofort wieder aus meinen Gedanken. Ich hab wirklich noch andere Probleme!
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Mein Name ist Morgenstern
Fantasy"Nichts wird dich mehr zerstören als die Erkenntnis, dass du dieses Leben führen musst. Egal was du tust, du wirst diese Schlachten schlagen, du wirst in diesem Krieg an vorderster Front kämpfen und du musst ihn gewinnen, denn er ist der Letzte." Vo...
