Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

41 - Patrouille

5K 366 97
                                        

Etwas zerknirscht wachte ich am nächsten Tag auf. Das stundenlange Training von Gestern machte sich bemerkbar, als meine Muskeln anfingen bei jeder Bewegung zu schmerzen. Grummelnd zog ich Bettdecke weg, womit ich den schlafenden Zagan weckte, der mich daraufhin genervt ansah. Seufzend tapste ich ins Bad und zog mich an. Eine Art Uniform oder Rüstung hatte ich ja leider noch nicht, und das als Anführerin dieser Gruppe. Also trug ich einfach eine Jeans, ein Paar Overknees ohne Absatz und ein enges Top mit Jacke. Die Farbe musste ich ja nicht extra erwähnen. Meine Haare trug ich als Zopf, der mir dennoch bis zur Hüfte reichte, damit sie mir nicht ins Gesicht fielen. Arya lief natürlich bereits putzmunter durchs Zimmer, während Zagan angesäuert auf einem Sessel hockte. Seine grauen Haaren waren total zerstrubbelt, wenigstens hatte er es geschafft sich die klauen artigen Handschuhe überzustreifen. Ich gähnte und streckte mich dabei, weshalb meine Wirbelsäule ein bedenkliches Knacken von sich gab. Als Arya mich verstört ansah hob ich provozierend meine Hand und knackte jeden Finger einzeln durch. Wütend sah sie mich an und schüttelte sich, während ich lachend Zagan vom Sessel zog. Doch bevor ich überhaupt aus dem Zimmer kam erschien meine Freundin bereits vor mir und hielt mir ein schwarzes Stück Stoff unter die Nase.

"Hier, da du ja jetzt offiziell ein eigenes Wappen hast musst du es ja irgendwie zeigen. Sobald du deine Rüstung hast kannst du den da dran machen." sagte sie und drückte mir den Stoff in die Hand. Er war weich und anscheinend Samt. Als ich ihn auseinander faltete kam ein Umhang zum Vorschein. In dessen Mitte war mit weißen und goldenen Fäden groß mein Wappen eingestickt worden. Der untere Rand war mit den gleichen Fäden verziert, genauso wie der obere Rand und die Schallen, mit denen man ihn befestigte. "An deiner Rüstung werden die Schnallen dann noch besser haften, aber so sollte es auch gehen." erklärte sie und hing mir den Stoff um. Die Schnallen rasteten mit einem Klick ineinander ein. Sie waren von einem matten weiß mit goldenen Verzierungen und lagen direkt vor meinem Hals. "Später werden sie dann hier liegen." murmelte meine Freundin und rückte die Schnallen von mir aus gesehen weiter nach rechts, sodass der Verschluss mehr an meiner Schulter saß und der Umhang komplett meinen linken Arm überdeckte. Der Umhang reichte in etwa bis zu meinen Oberschenkeln und sollte mich beim Kämpfen nicht sonderlich behindern. Misstrauisch betrachtete ich den Stoff, wissend das er nicht lange halten würde. Arya zwinkerte mir zu und zog den Umhang noch etwas zurecht. "Das ist spezieller Stoff, solltest du ihn nicht in winzige Teile schneiden, so wird er sich immer reparieren." Ich nickte und dankte ihr, dann verabschiedeten Zagan und ich uns und machten uns auf den Weg in die Eingangshalle.

Dort stand bereits mein Einsatztrupp, bestehenden aus 12 Dämonen, parat und wartete auf mich. Wieder trat Paymon vor. Seine braunen Haare hatte er ordentlich zurück gestrichen, was ihm trotz seiner rein weißen Hörner gut gelungen war. Er verneigte sich leicht und die restlichen Dämonen folgten seinem Beispiel. Nicht ganz wissend wie ich mich verhalten sollte brachte ich nur ein Nicken zustande. "Guten Morgen, wie ich sehe habt ihr euren Umhang erhalten." begrüßte er mich. "Ja, er ist sehr schön und nun sieht man mir auch an das ich zu euch gehöre." erwidere ich lächelnd. Der Dämon lächelt ebenfalls kurz, bevor er wieder ernst wurde. "Wir werden uns nach Asien begeben, genauer gesagt nach Tschukotka, weit im Nordosten Russlands. Dort leben so gut wie keine Menschen, weshalb dort sowohl Engel als auch Dämonen ihre Lager aufgebaut haben. Wir müssen einige Portale und Grenzen bewachen." erklärte er. Ich nickte und wir gingen los. Wir verließen meinen Palast und gingen kurz darauf durch die große Stadt. Die Dämonen machten uns Platz und warfen uns ehrfürchtige Blicke zu. Paymon, Zagan und ich bildeten die Spitze, die anderen liefen hinter uns.

"Gibt es direkt Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen?" fragte ich neugierig. Überlegend fuhr sich Paymon über seine Hörner und wich einem kleinen Jungen aus, der erschrocken von seiner Mutter zurückgezerrt wurde. "Nein, nicht so wie ihr denkt. Es gibt keine klar gezogenen Grenzen. Es gibt ein Gebiet das die Dämonen für sich beansprucht haben und eins der Engel. Beide sind sehr groß und liegen dicht beieinander, weshalb es häufig zu Ausschreitungen kommt. Die Dämonen wollen immer mehr in das Gebiet der Engel vordringen, ihre Portale zerstören und andersherum." erklärte er und ich nickte. Das erinnerte mich daran, dass viele Menschen glaubten die Hölle würde tatsächlich im Erdinneren sitzen und der Himmel wirklich im Himmel, wie als könnte man einfach hineinfliegen. Eigentlich aber waren beide sozusagen Paralleluniversen, in die man nur mittels Portale gelangen konnte. Anders wäre es auch komisch gewesen. Stelle sich einer vor die Menschen würden mit ihren Fluggeräten aus Versehen einen Engel erwischen, oder mit einem ihrer Bohrer durch den Himmel der Hölle stoßen. So lustig es auch klang, manchmal, oder eher meistens, waren die Gedankengänge der Menschen schon ganz schöner Quatsch.

Mein Name ist MorgensternGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt