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40 - Anders, als erwartet

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Fluchend stolperte ich durch die Dunkelheit und versuchte nicht über eine Unebenheit im Boden zu fallen. Mit der rechten Hand hatte ich Zagan gepackt, um ihn nicht zu verlieren. Unsere Verbindung war etwas schwächer als normalerweise, weswegen ich ihn auch nur schwer erreichen konnte. Wie letztes Mal auch sah man kaum die Hand vor Augen. Der schwarze Neben zog sich kühl über meine Haut und fühlte sich sogar etwas feucht an. Angewidert verzog ich das Gesicht und ging zielstrebig weiter. Hoffentlich würde Charun uns erscheinen, sonst hätte ich ein Problem. Naja, nicht direkt Problem, aber es würde mich stören wenn meine Fragen nicht beantwortet wären. "Was wollen wir eigentlich hier?" fragte Zagan bereits etwas genervt. "Wie gesagt, ich muss ihn etwas fragen." Ich spürte seine Unzufriedenheit mit dieser Antwort, doch dann riss die Verbindung wieder ab. Hoffend, nicht gleich wieder aus dem Nebel raus zulaufen ging ich weiter, während Zagan leise hinter mir fluchte, als er fast über einen Stein stolperte.

Ein paar Minuten später befand ich, dass wir weit genug gelaufen waren und blieb stehen. Dies hatte zur Folge das Zagan voll in mich reinlief und missmutig knurrte. Ich ignorierte ihn und stellte mich gerade hin. "Charun?" rief ich in die Schwärze. Vereinzelt war ein Fauchen, Kreischen oder Scharren zu hören, doch ansonsten blieb alles ruhig. "Charun!" schrie ich nun in einem Befehlston, doch wieder geschah nichts. Lediglich das Zischen der Kreaturen wurde immer lauter und beinahe ohrenbetäubend. Doch es war nicht wie beim letzten Mal, die Monster schienen nun tatsächlich allein näher zu kommen, ohne Charun. Das, zusammen mit der Tatsache das der Dämon einfach nicht erscheinen wollte, ließ mich wütend knurren.

Genervt streckte ich meine linke Hand vor, die in der Dunkelheit verschwand. Ich schloss meine Augen und versuchte mich trotz des Lärms zu konzentrieren. Dunkelheit ließ sich nicht mit ebenjener vertreiben, dass hatte ich gelernt, doch vielleicht bekam ich es ja hin wie bei Belial. Als ich versuchte auf die Engelskräfte in mir zu zugreifen durchzuckte mich ein starker Schmerz, wegen dem ich wütend zischte. Vor das Licht hatte sich eine dichte Wand aus Schatten gedrängt, die beide Seiten klar abgrenzte. Die dämonische Seite in mir blockierte den Engel, unterdrückte ihn mit aller Macht. Seufzend versuchte ich die dunkle Seite in mir zu unterdrücken und nach einigen Versuchen gelang es mir sogar einigermaßen. Ich öffnete meine Augen und sah wie leichte Lichtblitze durch den Nebel leuchteten und sich immer mehr intensivierten. Auch wenn es mich viel Anstrengung kostete, so konnte die kleinen Blitze zu einem stetigen Leuchten machen, welches meine gesamte Hand umgab. Der Nebel wich fauchend zurück und gab eine Art kleine Blase um Zagan und mich frei. Von der Euphorie gepackt es geschafft zu haben strengte ich mich noch mehr an und ließ das Licht heller Leuchten. Die Dunkelheit wich noch weiter zurück, doch im nächsten Moment hätte ich aus Schreck fast meine Konzentration verloren. Zagan knurrte bedrohlich und stellte sich schützend vor mich. Genervt von seinem Gehabe schob ich ihn wieder beiseite, um erneut einen Blick auf das vor uns zu werfen. Offenbar waren tatsächlich Monster näher zu uns gekommen, denn eins hockte vor uns auf dem Boden und musterte uns aus seinen roten Augen. Die Kreatur war in etwa eine Mischung aus einem Basilisken und einem riesigen Salamander. Sie war ein gutes Stück größer als ich, hatte riesige Klauen und aus dem Maul ragten spitze Reißzähne, von denen Speichel tropfte. Die Echse schien fast komplett aus Schatten zu bestehen, doch an manchen Stellen schimmerten schwarze Schuppen durch, die glitschig und nass wirkten. Eine lange, am Ende gespaltene Zunge, kam aus dem Mund und bewegte sich wie bei einer Schlange. Spitze Stacheln ragten aus dem rücken der Kreatur, deren Teile aus Schatten sich scheinbar ständig zu verformen schienen.

Zagan knurrte erneut und machte eine Schritt auf die Echse zu. Doch ich schob ihn langsam wieder zurück, was ihm sichtlich missfiel. Doch er war in diesem Körper noch zu ungeübt, als das er gegen so ein Monster kämpfen könnte. Zudem wussten wir gar nicht ob es uns feindlich gesinnt war, auch wenn das nahe lag. "Was machst du hier und spielst dann auch noch mit heiligem Licht herum?" lispelte die Kreatur. Die Stimme jagte mir einen kalten Schauer über den Rücken und auch Zagan schien nicht unbeeindruckt Diese einzelne Stimme klangt wie das Zischen, Kreischen und Fauchen, dass wir die ganze Zeit gehört hatten. Es waren nicht die Stimmen vieler Kreaturen gewesen, sondern nur dieser einen.

Mein Name ist MorgensternGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt