Erschrocken sah ich in das wütende Gesicht des Höllenfürsten. Wie viel hat er gesehen? Wenn er gesehen hatte wie ich meine Kräfte benutze würde das einen Haufen Fragen aufwerfen. Ich bin geliefert! Dachte ich nur panisch. Doch ich würde mich nicht von ihm und seinem Gehabe einschüchtern lassen, diese Genugtuung würde ich ihm nicht gönnen. Ich hob meinen Kopf und sah direkt in zwei sehr rot leuchtende Augen. Er trug eine schwarze Rüstung und zusammen mit seinen schwarzen Haaren, waren seine Augen das einzigste Bisschen Farbe an ihm. Hinter Satan standen noch ein paar Wachen und die Bewohner des Dorfes. Diese sahen sich um und begutachteten den Schaden. "Kannst du überhaupt auf irgendetwas aufpassen? Kaum hast du mal über irgendetwas das Sagen, bricht alles in Chaos aus!" schrie der Höllenfürst schon fast und baute sich bedrohlich vor mir auf. In diesem Moment brannte mir eine Sicherung durch. Wie konnte er es wagen, so mit mir umzugehen? Ich stand in der Hierachie ganz klar über ihm, er müsste sich vor mir verneigen! Ich spürte wie der Dämon in mir ihn zurechtweisen und zeigen wollte, wo sein Platz war. Ich beschloss, ihm dieses eine Mal nach zu geben.
"Ich habe dieses Dorf gerettet, ganz allein! Während du dir in deinem gemütlichen Schloss den Arsch warm gesessen hast und erst gekommen bist, als alles schon vorbei war! Ohne mich wäre hier alles komplett zerstört!" schrie ich ihn mindestens genauso wütend an. Satans Gesicht lief rot an, vor Wut. Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzten, als ich ihm das Wort abschnitt. "Du hast mir gar nichts zu sagen! Du bist ja nicht mal in der Lage eines deiner eigenen Dörfer zu retten und gibst mir die Schuld, wenn es zerstört wurde? Ich hab es sowas von satt mir ständig von dir erzählen zu lassen wie toll du ja bist, obwohl du den ganzen Tag nichts anderes machst, als über andere herzuziehen!" knurrte ich, mit einer ungeheuer tiefen Stimme. Meine ganze Wut hatte sich mit einmal entladen und ich war kurz davor dem Höllenfürsten an die Gurgel zu springen. Mir war klar, dass mein Vater mir für diese Aktion mit Sicherheit eine saftige Strafe geben würde, aber es war mir egal.
Auf meinen kurzen Wutausbruch folgte betretenes Schweigen. Die Wachen und Dorfbewohner sahen mich mit riesigen Augen geschockt an, einigen war die Kinnlade runtergeklappt. Keiner traute sich etwas zu sagen und sah nur stumm zu Boden. Die Spannung in der Luft war zum Greifen, doch ich ignorierte es und starrte nur meinen Gegenüber an. Kurz konnte ich etwas in Satans Augen aufblitzen sehen. Überraschung? Doch es war genauso schnell weg, wie es gekommen war und machte der Wut platz. Die Augen des Höllenfürsten wechselten von ihrem hellen Rot in ein beängstigendes Schwarz. Das konnte keinesfalls etwas gutes heißen. Obwohl alles in mir schrie, von ihm weg zu gehen, blieb ich stehen. Ich würde jetzt ganz sicher keine Schwäche zeigen. Wirklich Angst hatte ich keine, eher ein etwas ungutes Gefühl, da ich nicht wusste was als nächstes passieren würde. Ich sah wie er mit sich rang, um mich nicht anzugreifen. "Dafür, das du rein gar nichts kannst, hast du eine ganzschön große Klappe. Hast du wohl von deinem Vater." fauchte er regelrecht. Dann beugte er sich zu mir herunter, sodass ich seinen warmen Atem auf meiner Haut spüren konnte. "An deiner Stelle wäre ich ganz vorsichtig, was ich sagen würde, Prinzessin der Hölle." knurrte er leise, sodass nur ich es verstehen konnte. Ein Schauer durchlief meinen Körper und ich spannte ihn unwillkürlich an. Mein Herz schlug etwas schneller, als es sollte und mein Atem beschleunigte sich. Selbst ich, als Tochter des Teufels, war vor der furchteinflößenden Wirkung der Höllenfürsten nicht sicher.
"Du weißt überhaupt nichts über mich." flüsterte ich, wobei ich versuchte genauso bedrohlich zu klingen aber scheiterte. Er lachte dunkel, drehte sich um und ging. "Das dachte ich mir bereits, eure Hoheit." sagte er noch im gehen, blieb dann jedoch stehen. "Euer Vater wird von eurem Wutausbruch nichts erfahren, solange ihr einen zweiten Vorfall dieser Art verhindern könnt." rief er, ohne mich anzusehen. Ich nickte lediglich, er wusste auch so das ich zustimmte. So oder so, war es meine Aufgabe solche Vorfälle zu verhindern. Immerhin schien er nichts von meinen Kräften mitbekommen zu haben.
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Mein Name ist Morgenstern
Fantasía"Nichts wird dich mehr zerstören als die Erkenntnis, dass du dieses Leben führen musst. Egal was du tust, du wirst diese Schlachten schlagen, du wirst in diesem Krieg an vorderster Front kämpfen und du musst ihn gewinnen, denn er ist der Letzte." Vo...
