Krieg!
Dieses Wort geisterte immerwieder durch meinen Kopf, aber ich wusste dennoch nicht was ich damit anfangen sollte. Sollte ich mich darauf freuen endlich allen meine Kräfte zu zeigen und Engel zu töten, oder sollte ich angst haben, dass es so wird wie letztes mal? Nein, angst hatte ich defintiv keine. Ratlos sah ich in Jenisits hellgrünne Augen und brachte keinen verständlichen Satz hervor. Schließlich war "Oh!" das Einzigste, was ich von mir gab. "Oh? Das ist deine Reaktion auf einen Krieg, nach über 200 Jahren Frieden?" blaffte der Dämon mich an. Ich schnaubte und stellte das Buch zurück ins Regal. "Wie hätte ich denn reagieren sollen? Hätte ich jubeln oder in Tränen ausbrechen sollen?" konterte ich. Mein Berater seufzte und fuhr sich durch seine dunkelblonden Haare. "Ich weiß es nicht. Das ist schließlich dein erster Krieg." sagte er und zwinkerte mir zu. Seufzend ließ ich mich wieder in den Sessel fallen, wobei Zukki sofort wieder seine Köpfe auf meinen Schoß legte. "Wenn mein Vater mich mitkämpfen lässt." murmelte ich und begann Zukki zu streicheln. "Apropos Luzifer, er wollte dich sprechen." Sofort versteifte sich mein ganzer Körper, was auch Zukki merkte und mich besorgt musterte. War ja klar das mein Vater nicht lange auf sich warten ließ. Murrend stand ich wieder auf, während sich bereits ein Knoten in meinem Magen bildete. "Ok, ich werd sofort zu ihm gehen." gab ich bescheid. "Viel Glück, ich will dich mit bei den Kämpfen sehen." schmunzelte mein Berater, verneigte sich kurz und verließ dann den Raum.
"Na dann Zukki." murmelte ich und tätschelte den Kopf meines Kerberos. "So angst vor deinem Vater?" fragte er und hörte sich ernsthaft besorgt an. "Nicht unbedingt angst, er würde mir nie etwas antun, aber ich werde mit Sicherheit eine Strafe bekommen und am Krieg teilnehmen werd ich auch nicht dürfen." erklärte ich und bekam einen verstehenden Blick von dem Kerberos. Dann drückte ich eine Hand auf seinen mittleren Kopf, schloss meine Augen und rief die Schatten. Wenige Augenblicke später stand ich auf einem Gang, nicht weit vom Arbeitszimmer meines Vaters. Zukki ging neben mir her und sah alle Diener und Wachen bedrohlich an, die uns entgegen kamen. Vor der schweren Holztür angekommen wollte ich gerade klopfen, als sie sich von allein öffnete. Mir entgegen kamen die vier Höllenfürsten, alle mit einer mehr oder weniger mies gelaunten Miene. Dennoch konnte ich auch die Kampfeslust in ihren Augen erkennen, sie freuten sich zweifelsohne genauso auf den Krieg wie die Engel. Ich wich ein paar Schritte zurück und wartete bis sie alle an mir vorbei waren. Satan und Levaithan warfen mir dabei noch einen abschätzenden Blick zu, den ich gekonnt erwiederte, dann trat ich selber ein. Das erste was mir auffiel war der fehlende Tisch in der Mitte des Raumes. Sonst hatte dort immer ein massiver Holztisch mit schönen Schnitzerein gestanden. Die Holzsplitter im ganzen Raum ließen darauf schließen das er zerstört wurde. Leise schloss ich die Tür hinter mir und trat etwas mehr in den großen Raum hinein. Mein Vater stand gerade an einem Fenster und sah hinaus, bis er mich bemerkte. Er drehte sich herum und musterte mich kurz, ehe sein Blick wütend wurde. Oh oh... Unsicher sah ich ihn an und legte zur Beruhigung eine Hand auf einen von Zukkis Köpfen. "Ist dir eigentlich klar das der einzigste Grund für diesen Krieg du bist?" zischte Luzifer bedrohlich leise. "Ich ähh..." murmelte ich, wurde jedoch unterbrochen. "Ich habe dir gesagt, nein befohlen, in der Hölle zu bleiben und du missachtest es einfach und legst dich dann auch noch mit einem Erzengel an? Und als wäre das nicht genug auch noch mit Michael, dem es mehr als leicht gefallen wäre dich zu töten?" schrie er so laut, dass es wahrscheinlich der gesamte Palast gehört hatte. Instinktiv hatte ich mich etwas kleiner gemacht und starrte ihn mit großen Augen an. Auch Zukki hatte sich klein gemacht und seine Köpfe eingezogen. Luzifers Augen waren rot, seine Hände Klauen und aus seinem Kopf waren zwei große Hörner gewachsen. Hinter seinem Rücken stellten sich seine schwarzen Flügel auf und Machtwellen gingen durch den Raum.
"Er hätte mich nicht getötet, ich komme auch mit einem Erzengel klar!" verteidigte ich mich mehr schlecht, als recht. Luzifers rote Augen sprangen zu mir und schienen noch mehr zu glühen. "Ist dir überhaupt klar das du gestorben wärst, hätte Amon dich nicht zu Leviathan gebracht!" knurrte er. "Er hat mir erzählt was vorgefallen ist und wie Amon dich gefunden hat. Zum Glück glauben sie du wärst so schwach, dass dich ein Monster so zugerichtet hat. Immerhin haben sie nicht die Kräfte des Engels an dir gespürt!" Ich stand nur geschockt da und versuchte mich wieder zu sammeln. In diesem Moment wurde mir erst bewusst was für großen Mist ich diesesmal gebaut hatte. Ich war viel öfter auf die Erde gegangen und hatte Engel getötet, als mein Vater es mir erlaubt hatte und schlussendlich hatte ich mich mit einem Erzengel angelegt, der mich einfach hätte töten können. "Ich... Es tut mir leid! Ich hätte auf dich hören sollen. Ich werde nie wieder einen deiner Befehle missachten, versprochen." murmelte ich kleinlaut und hatte meinen Kopf gesenkt. Auch Zukki fiepte leise neben mir. Luzifer nickte und schien sich tatsächlich wieder etwas abzureagieren. "Auch wenn der Krieg größtenteils deine Schuld ist, war er nötig. Wir sind nicht dafür gemacht lange Frieden zu wahren, sowohl Engel als auch Dämonen. Der Himmel und die Hölle werden jetzt beide ihr Streitmächte sammeln. In dieser Zeit wirst du deinen Palast nicht verlassen, dafür werde ich diesmal selbst sorgen. Außerdem wirst trainieren und zwar mit mir, wenn ich Zeit habe." befahl er und ich nickte nur ergeben, musste dann jedoch lächeln. "Heißt das ich darf am Krieg teilnehmen?" fragte ich hoffnungsvoll. Luzifer lächelte leicht und kam ein paar Schritte näher auf mich zu. "Du darfst, wenn du mir versprichst noch nicht deine kompletten Kräfte zu benutzen, du wirst noch eine andere wichtige Rolle in diesem Krieg spielen." erklärte er. Ich sah ihn argwöhnisch an und konnte mir schon denken für was ich noch meine Kräfte zurückhalten sollte. Ich konnte ja schließlich als offenbar einzigster Dämon die heilige Stadt betreten.
Ich wollte gerade gehen, froh das ich keine härtere Strafe bekam, als mein Vater mich an der Schulter packte und wieder zu sich herum drehte. "Warum bist du eigentlich auf die Erde gegangen?" fragte er und musterte mich neugierig. "Nur um ein paar Engel zu töten, es war unüberlegt ich weiß aber ich war auf irgendetwas wütend und naja..." log ich ziemlich schlecht. Mein Vater merkte dies natürlich sofort, weshalb sein griff auf meiner Schulter sich verstärkte. "Ich wiederhole mich, warum warst du auf der Erde?" knurrte er genervt und sah mich eindringlich an. Ich biss mir auf die Lippe und wich seinem Blick aus, doch sein Griff verstärkte sich noch mehr. "Cherubyn!" fauchte er jetzt laut. Ich seufzte ergeben und sah ihm wieder in die Augen. "Ich- Ich habe mit meiner Mutter gesprochen, Charun hat mich durchgelassen." begann ich leise. Die Augen meines Vaters weiteten sich erschrocken und er ging ein paar Schritte zurück. "Ich wollte wissen wieso alles so ist, wie es ist. Warum du mich nicht einfach meine Kräfte benutzen lässt und was mich in diesem Krieg so besonders macht, außer das die Engel nicht wissen wer ich bin." erklärte ich und sah ihn abwartenden an. "Und?" sagte er bloß, er war sichtlich von mir überrascht. "Sie sagte es gibt noch andere Gründe warum du mich so behandelst, sagte aber nicht welche. Und-" Ich brach ab, nicht sicher ob ich das nächste tatsächlich fragen wollte. Vielleicht wollte ich es ja gar nicht wissen. "Und was?" fragte er ungeduldig. "Warum warst du deswegen auf der Erde?" Ich schloss meine Augen, atmete tief durch und öffnete sie wieder. Dann stellte ich mich gerade hin und sah meinem Vater fest in die Augen. "Außerdem hat sie auch noch etwas anderes gesagt, eher angedeutet." Luzifer sah mich mit wachsender Ungeduld an, wobei er jedoch schien wie als würde er den nächsten Satz am liebsten nicht hören wollen. "B-Bin ich dein einzigstes Kind?" brachte ich die Frage endlich über die Lippen und sah ihm fest in die Augen. Luzifers Augen weiteten sich schlagartig, er schien genau damit am wenigsten gerechnet zu haben. Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzten, als ich ihm ins Wort fiel. "Hatte oder habe ich eine Schwester oder einen Bruder?"
"Was hat sie gesagt?" zischte er und schien völlig seine Fassung verloren zu haben. Er hatte sich fast immer unter Kontrolle, Wutausbrüche ausgenommen, daher war es wirklich selten ihn so fassungslos zu sehen. "Sie sagte sie sei nicht die einzigste Frau gewesen, die du verführt hast, aber das war mir nicht neu." zischte ich nur. Eine Weile sah er mich ausdruckslos an und schien nachzudenken, doch er schien keine Antwort zu finden. Ich wurde immer nervöser und ungeduldiger. "Jetzt sag es mir endlich! Selbst wenn sie nicht deine Kräfte hatten und als Menschen gestorben sind, sag es mir!" fauchte ich. Seine blauen Augen richteten sich auf mich, als er dann endlich zu einer Antwort ansetzte.
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Sorry für das kurze Kapitel, aber unter der Woche habe ich meistens nicht mehr zeit ^^'
Ich wollte euch fragen ob ihr euch was wünscht wie's weitergehen soll.
Was soll im Krieg, bzw davor/danach passieren? Wo soll der Krieg stattfinden hölle, erde oder doch himmel? Leben ihre Geschwister noch, wenn sie welche hat? Oder eine ganz andere Idee? Was würdet ihr euch wünschen?
Weiterhin vielen dank für alle votes und kommentare ^-^
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Mein Name ist Morgenstern
Fantasy"Nichts wird dich mehr zerstören als die Erkenntnis, dass du dieses Leben führen musst. Egal was du tust, du wirst diese Schlachten schlagen, du wirst in diesem Krieg an vorderster Front kämpfen und du musst ihn gewinnen, denn er ist der Letzte." Vo...
