Zischend atmete ich aus, als die Klinge knapp an meinem Hals vorbei zischte, die Haut jedoch ganz leicht aufschlitzte. Reflexartig ließ ich mich fallen, trat meinem Gegner die Beine weg und richtete mich wieder auf. Zumindest versuchte ich es. Bevor ich wieder aus der Hocke hochkommen konnte spürte ich, wie mir bereits ebenfalls die Beine weggezogen wurden. Den zweiten Engel neben mir, der nun versuchte mich mit der Spitze seines Schwertes zu erdolchen, hatte ich gar nicht bemerkt. Ich riss erschrocken meine Augen auf und rollte mich weg, doch etwas wickelte sich um mein linkes Bein. Ein Blick auf dieses verriet mir, dass es sich dabei um eine glühend weiße Fessel handelte, die aus dem Boden gekommen war. Die Spitze der Klinge bohrte sich wenige Millieter neben mir in die Erde. Der erste Engel hatte sich mittlerweile auch wieder aufgerichtet und umschlang mit seiner glühend weißen Peitsche meine rechten Arm. Ich fluchte, als sich Stacheln in meinen Arm gruben und versuchte, ihn zu befreien. Doch der Engel neben mir holte bereits wieder aus und war kurz davor meinen Kopf diesmal ganz zu durchbohren. Ich war schon kurz davor die beiden von Schatten zerfetzten zu lassen, als Blut aus dem Kopf des zweiten Engels spritzte. Die goldene Spitze eines Pfeils hatte sich durch sein linkes Augen gebohrt. Blut lief über das entsetzte Gesicht des Engels, als er langsam zu Boden ging. Sein Bruder war ebenfalls abgelenkt, was ich dazu nutze um ihn mit einem kräftigen Ruck die Peitsche aus der Hand zu reißen. Bevor ich aufspringen und ihm mit meinen Klauen den Garaus machen konnte wurde auch sein Kopf von einem goldenen Pfeil durchbohrt. Mit einem letzten Schrei stürzte der Engel zu Boden und war tot.
Ich drehte mich herum, um zu sehen wer die Pfeile geschossen hatte. "Da kam ich ja gerade recht." lachte jemand neben mir. Ich blickte auf und sah in Jensits hellgrüne Augen. Die Ärmel seines leicht zerissenen Hemdes hatte er hochgekrempelt, wodurch dunkelgoldene Tatoos zum Vorschein kamen, die fast seine ganzen Arme bedeckten. In seiner linken Hand hielt er einen gleichfarbigen Bogen, den Köcher über der Schulter. Ich hatte ganz vergessen was für eine Art Dämon Jensit war, ein Chaosdämon. Mein sonst so geordneter Berater sorgte auf dem Schlachtfeld für Verwüstung und setzte dabei enorme Kräfte frei.
Grinsend stand ich auf, wobei ich die Stacheln der Peitsche aus meinem Arm zog und die Wunden sich heilten. "Die hätte ich auch allein fertig bekommen." lachte ich und löste meinen Zopf, um ihn zu erneuern. Mein Berater wollte etwas ewiedern, wurde jedoch von einer Klinge unterbrochen, die neben ihm durch die Luft schnitt. Sie hatte ungefähr die Größe eines Dolches und war an einer Kette befestigt, wegen welcher sie nun wieder zurücksprang. Jensit drehte sich herum und wir erblickten ein gutes Dutzend Engel, die auf uns zukamen. Ohne groß zu zögern umhüllte ich mich mit Schatten, sodass ich nurnoch als Schattengestalt zu erkennen war. Meine roten Augen waren das Letzte, was noch sein normales Aussehen hatte. Der Rest erinnerte im Entfernten an die Umrisse meines eigentlichen Körpers, bestand jedoch komplett aus Schatten. Jensit blickte über die Schulter und nickte mir kurz lächelnd zu, bevor er einen Pfeil spannte und damit den ersten Engel zu fall brachte. Ich hatte überraschung in seinen Augen sehen können, doch es schien ihn nicht groß zu wundern, dass ich sowas beherrschte.
Ich sah noch, wie zwischen einigen Engeln anfing goldenes Licht zu leuchten, bevor sie plötzlich panisch zu schreien anfingen und sich überall glühende Runen auf ihren Körpern bildeten. Als ich in die Schatten trat hörte ich die Explosionen und das böse Lachen von Jensit nur entfernt. Vor den Engeln tauchte ich auf, als bereits die Klinge an der Kette auf mich zukam. Sie durchbohrte meinen Bauch, doch ich spürte nichts und sah nur in die entsetzten Gesichter der Engel. Dort, wo die Klinge mich eigentlich hätte treffen sollen, hatten sich die Schatten geteilt, wie als wäre mein Körper nicht da. Grinsend verlängerte ich meinen rechten Arm und rammte ihn in den Boden. Direkt vor den Engel kamen Schatten aus der Erde, ergriffen zwei von ihnen und schleuderten sie in die Luft. Bevor sie sich mittels ihrer Flügel abfangen konnten wurden sie erneut von den tentakelartigen Schatten umschlugen und mit Wucht zurück auf den Boden geschleudert. Bevor die anderen vier mich angreifen konnten war ich in einer enormen Geschwindigkeit bereits bei ihnen angelangt und brach dem Ersten das Genick. Die restlichen drei waren etwas schlauer und gingen auf Abstand. Einer fing plötzlich an zu leuchten, was sich auch auf sein Kurzschwert übertrug. Während mich der Engel links von mir angriff, stach der leuchtende ebenfalls zu und erwischte mich leicht am Oberarm. Die Schatten zogen sich zischend von der Stelle zurück, an der die leuchtende Klinge ins Fleisch geschnitten hatte. Obwohl man sich diese Reaktion auch hätte erdenken können, so hatte sie mich überrascht. Ich wusste offenbar teilweise nicht mal wie meine eigenen Kräfte funktionierten. Knurrend wirbelte ich herum, wobei ich meine Arme zur Seite wegstreckte und sie jeweils einem Engel in den Bauch rammte. Mit einem letzten Krächzen sahen sie mich an und zerfielen zu Staub.
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Mein Name ist Morgenstern
Fantasy"Nichts wird dich mehr zerstören als die Erkenntnis, dass du dieses Leben führen musst. Egal was du tust, du wirst diese Schlachten schlagen, du wirst in diesem Krieg an vorderster Front kämpfen und du musst ihn gewinnen, denn er ist der Letzte." Vo...
