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35 - Verwandlung

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Zukki, Hölle

Mit einem lauten Knirschen brach das Genik des Engels und er fiel tot zu Boden. Blut tropfte aus meinen drei Mäulern und die Farbe meines Fells war nichtmehr richtig zu erkennen, so rot war es. Um mich herum lagen mehrere Leichen von Engeln, manche hatten sich in Staub aufgelöst. Geschreie kam aus jeder Ecke der Hölle, während sich Engel und Dämonen einen blutigen Kampf lieferten. Der Geruch von Blut lag in der Luft, was mir aber nichts ausmachte, sondern eher noch gefiel. Ich drehte mich herum, auf der Suche nach meinem nächsten Gegner. Innerlich machte ich mir bereits Sorgen um Cherubyn und das ihr etwas zugestoßen sein könnte. Mir war durchaus bewusst, dass sie auf sich selbst aufpassen konnte, dennoch war sie im Vergleich zu anderen Dämonen noch recht unerpropt im Kampf.

Ich versuchte nicht weiter darüber nachzudenken, machte einen Sprung vorwärts und verschwand in einer Nebelwolke. Vor Luzifers Palast tauchte ich wieder auf und musste mich ersteinmal orientieren. Das was geradeben in der Hölle und teilweise auf der Erde geschehen war, war noch kein Krieg gewesen. Es war ein kurzer Schlagabtausch, um die Kraft des Gegner auszutesten. Deswegen begann der Kampf bereits wieder zu verschwinden. Die meisten stärkeren Gegner hatten sich nun auf dem riesigen Platz vor Luzifers Schloss eingefunden. Die Mauer um den Palast war fast komplett weggerissen worden, sämtliche Gebäude in der Nähe waren dem Erdboden gleichgemacht worden und ab und zu sah man ein Feuer brennen. Erst konnte ich Cherubyns Vater nirgendwo ausmachen, bis ich Luzifer vor den Toren seines Palastes sah. Er bestand teilweise aus Schatten, teilweise war er immernoch in seiner normalen Gestalt und riss in diesem Moment einem Engel das Herz heraus. Er war fast komplett mit Blut bedeckt, auch wenn es wohl nicht sein eigenes war.

Plötzlich landete neben mir eine weiße Gestalt. Die Frau hatte ihr Flügel erschrocken rangeklappt und schien einem Angriff ausweichen zu wollen, doch ich war schneller. Bevor der Engel enkommen konnte hatte ich mich bereits mit meinen Vorderpfoten auf ihr abgestützt und zeriss ihr die Kehle. Mit ein paar gurgelnden Lauten starb sie unter mir, kurz bevor noch jemand neben mir landete. Ich dachte schon noch ein Engel, legte drohhend meine Ohren an und knurrte.
Doch dann erblickte ich die hellgrauen, glanzlosen Schwingen und entspannte mich wieder. Namrael holte mit seiner riesigen Sense aus und trennte den Kopf eines Engels von seinen Schultern, das dabei auf ihn herabregnende Blut ignorierte er. Seine sonst hellen Schwingen besaßen jetzt ein rotes Sprenkelmuster. Der gefallene Engel ging gekonnt elegant wieder in eine normale Position über und stellte seine Sense neben sich auf den Boden. Die normalerweise bereits sehr lange Klinge wurde nun noch durch nebelartiges Material verlängt, das sich um diese wand. Der Blick des gefallenen Engels richtete sich auf mich und er verengte seine Augen kurz. Ich war mittlerweile sogar etwas größer als er und musste daher etwas herabsehen.
"Bist du nicht Rubys Hund?" fragte er, schien sich aber nicht ganz sicher zu sein. Ich senkte meinen Kopf als Bejahung, da ich nicht anders mit ihm kommunizieren konnte. Er nickte und fuhr sich überlegend durch seine Schwingen. Gerade als er etwas sagen wollte wurden wir erneut von ein paar Engeln angegriffen. Der Dämon packte seine Sense fester, die drauafhin begann zu leuchten und kurz darauf den ersten Engel durchtrennte. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit wirbelte er seine Waffe herum und kein einzigster Gegner entging ihm. Im Gegensatz zu den anderen gefallenen Engel besaß er weder Klauen noch Hörner und kämpfte daher nicht so wie Cherubyn meistens ohne Waffe.

Auch ich wandte mich einem der Engel zu und ein paar Minuten später lagen all unsere Feinde tot am Boden. Einer hatte mich am linken Vorderbein erwischt, weswegen ich leicht hinkte. Namraels Schwingen schienen auch etwas abbekommen zu haben, denn sie bluteten leicht, vorrausgesetzt es war sein Blut. "Geht es Ruby gut?" fragte er. In seinen Augen konnte ich ehrliche Sorge erkennen, logisch er kannte sie seit ihrer Geburt. Wieder senkte ich meinen Kopf, obwohl ich mir selbst nicht sicher war. Selbst als ich versuchte sie per Telepathie zu erreichen kam keine Antwort. Das musste an dem magischen Schutzschild der heiligen Stadt liegen.
In diesem Moment wurde das Kampfgeschrei neben uns lauter, als plötzlich Schatten anfingen die Engel regelrecht in Stücke zu fetzen. Beelzebub, Satan und Leviathan hatten sich mittlerweile ebenfalls auf dem großen Platz eingefunden und schlachteten die Engel geradezu ab. Gerade als ich mich den Kämpfen anschließen wollte durchzuckte mich ein stechender Schmerz. Keuchend brach ich auf der Stelle zusammen, es fühlte sich an wie als hätte mir jemand auf einmal hunderte Klingen in den Körper gestoßen. Mein Blick verschwamm und schwarze Punkte tauchten in meinem Blickfeld auf. Krampfhaft fragte ich mich ob irgendein Engel mich erwischt hatte, aber ich konnte keine Wunden finden. Jaulend lag ich am Boden und konnte mir nicht erkären warum ich so höllische Schmerzen litt. Nur am Rande meines Bewusstsein bekam ich mit wie sich die Schmerzen noch einmal intensivierten und ein lautes Knacken in meinen Ohren dröhnte. Eine Art Reißen war zu hören und genauso fühlte es sich auch an, wie als würde mich jemand zerreisen. Ich kniff meine Augen zusammen und heulte laut vor Schmerz.

Mein Name ist MorgensternGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt