Kapitel 2

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Tyler

"Wir drei kommen euch bald mal besuchen", lächelte ich und umarmte meinen Bruder einfach. Wie immer wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte. "Ach Jackie", murmelte ich und klopfte ihm auf den Rücken, bevor ich ihn los ließ.

Tommy kam zu uns und umarmte Jacks Bein, grinste ihn an. "Geh weg", murmelte er leicht panisch. "Es ist nur ein Kind. Kinder tun dir nichts." "Das sagen alle und dann beißen die Viecher!" Jack versuchte Tommy abzuschütteln, doch der Kleine fand es witzig und lachte.

Tommy hatte an Jack besonderes Interesse, wahrscheinlich weil er so abweisend zu ihm war.

"Es sind keine Viecher." Elijah meldete sich auch mal zu Wort. "Du stehst ja sowieso nie hinter mir!", fauchte mein Bruder. Unschuldig hob Elijah seine Arme. Er wusste, es hatte keinen Sinn mit Jack zu diskutieren.

"Wollt ihr es eigentlich an deinem 18. tun?", fragte ich meinen kleinen Bruder. In zwei Wochen wurde er schon 18 Jahre alt! "Habe eigentlich kein Interesse." Mal wieder zuckte Jack mit seinen Schultern. "Hast du es einmal getan, kannst du nicht mehr aufhören. Das verspreche ich", grinste ich und wackelte mit meinen Augenbrauen.

Wir verabschiedeten uns enthültig von den beiden und liefen zu unserem Privatjet. Tommy auf Noahs Arm sah sich begeistert um und gab wieder einmal komische Laute von sich- daran musste ich mich wahrscheinlich gewöhnen.

"Das ist echt ein Privatjet", sagte Finn neben mir sprachlos. "Jap. Von Noahs Management bereit gestellt. Wenn es nach uns ginge, wären wir auch mit einem stinknormalen Flug klar gekommen, aber nein, er ist ja ein Star und Stars fliegen nicht mit anderen Menschen", sagte ich und verdrehte meine Augen.

"Wann endet sein Vertrag?", fragte Finn. "In zwei Jahren", seufzte ich. Zwei Jahre konnten so lang sein! "Sag mal, mein Schatz, bist du jetzt arbeitslos?", fragte Mum mich. "Nein, keine Sorge. Meine Firma hat mich nach Los Angeles versetzt. Hat ein paar Wochen gedauert, bis alles klar ging, aber besser spät als nie."

Der Pilot begrüßte uns, Noah schien ihn bereits zu kennen. Drinnen war es geräumiger, als ich ehrlich gesagt gedacht hatte. Für jeden gab es einen Platz, Spielsachen gab es auch.

Mein Verlobter ließ Tommy herunter, der sich sofort mit seinem Plüschdino umsah. Auch Chrissy ließ Jamie herunter und Lucy nahm ihren kleinen Bruder an die Hand. Gemeinsam sahen sie sich um. Das war wirklich niedlich!

Urplötzlich wurde ich von hinten umarmt. Es waren Noahs dünne Arme, welche sich um meine Hüfte schlangen. "Das sieht so komisch aus", zeigte Raven grinsend. "Wie viel größer ist Noah jetzt eigentlich?" Meine Augen verengten sich zu Schlitzen. "15 Zentimeter", brummte ich.

Zelda kam angekrabbelt. Sie hatte sofort Ravens vollständige Aufmerksamkeit. Doch plötzlich fing Tommy an zu weinen- er war hin gefallen! Sofort befreite ich mich aus Noahs Klammergriff und ging zu ihm, hockte mich hin und nahm ihn auf den Arm. Tommy schrie wirklich laut! Lucy hielt sich ihre Ohren zu.

"Wie..., ähm, beruhigt man ein gehörloses Kind?", fragte ich an Noahs Eltern gewandt. "In dem du summst. Er spürt die Vibration und merkt deinen Herzschlag. Das hat Noah immer beruhigt. So merken sie, dass du wirklich da bist." Caroline lächelte mich sanft an. Ich nickte und fing an zu summen, gab Tommy seinen Dino.

Als sich unsere kleine Drama-Queen auf meinem Arm beruhigt hatte, setzten wir uns alle hin, ich mit Tommy auf dem Schoß ans Fenster und schnallte uns an, Noah neben mir, der sich grinsend ankuschelte und seinen silbernen Ring betrachtete. Nun trug er zwei Silberne Ringe. Einen, als Zeichen meiner Liebe, den zweiten, als offiziellen Verlobungsring. Noah durfte die Ringe aussuchen. Sie waren schlicht Silber, mit der Innenschrift Forever.

Sanft küsste er meine Schulter und legte einen Arm um mich, den anderen um Tommy- meine kleine Schmusekatze! Lächelnd gab ich Noah einen Kuss auf sein Haar, legte dann meinen Kopf auf seinen. Die Durchsage kam und schon rollte das Flugzeug los. Tommy war sehr nervös und legte seine kleinen Finger um Noahs Zeigefinger.

Tommy quengelte etwas, als es in die Luft ging- genau so wie Lucy und Jamie. Zelda war friedlich eingeschlafen.

Noah

Ich genoss es, wieder in LA zu sein. Tyler, Tommy, Kitten und ich waren vorerst bei meiner Mutter eingezogen, da sie noch immer alleine lebte- Dad durfte immer noch nicht einziehen, obwohl beide sich wieder annäherten.

Müde ließ ich mich auf mein altes Bett fallen. Kitten kam sofort zu mir und legte sich neben mich. Lächelnd streichelte ich meine Kleine, als ich am Fuß fest gehalten wurde. Grinsend sah ich auf und entdeckte Tommy, der seine Arme nach mir ausstreckte.

Also hob ich den kleinen Mann hoch und setzte ihn auf meinen Bauch. "Daddy?", zeigte er und sah mich mit großen Augen an. "Hunger!" Ich nickte, hielt ihn fest und setzte mich auf, um dann mit ihm auf dem Arm aufzustehen.

Gemeinsam gingen wir runter. "Mum? Tommy hat Hunger." Sie sah mich an. "Wir haben noch nichts. Es ist Sonntag. Ich kann ihm höchstens Kartoffelbrei machen." Ich nickte. Besser als nichts, aber... "Was essen wir dann? Muss ich etwa hungern?", fragte ich.

"Siehst du hier irgendwo deinen Mann?", fragte sie. Was hatte das denn jetzt mit Essen zu tun? Kurz sah ich mich um, schüttelte meinen Kopf und sah Mum wieder an. "Siehst du. Er ist fix etwas zu Essen holen gegangen." Ich nickte. Guter Kerl!

"Wann kommen eure ganzen Sachen?" Mum nahm mir ihren Enkel ab. "In zwei Tagen schon", meinte ich. Wie sollte man in zwei Tagen eine neue Wohnung finden, die groß genug war?

Gemeinsam liefen wir in die Küche. Ich hatte es hier wirklich vermisst. Erschöpft setzte ich mich auf einen Stuhl, beobachtete Mum mit Tommy auf dem Arm, wie sie alles nötige aus dem Schrank holte und ihm zeigte.

Ob es gut gehen würde? Wir beide mit einem Kind? Meinen Vertrag konnte ich nicht einfach kündigen- er ging noch zwei Jahre und ich hatte keine Chance, aus zu steigen. Damals wusste ich ja noch nicht, dass wir ein Kind adoptieren würden!

Deaf 3 | manxman ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt