Finn
Und nun saßen wir zu dritt auf dem Balkon, redeten und aßen. Ich war froh, dass Noah wieder aß. Auch wenn es nur wegen Tyler war.
"Und wie habt ihr euch das vorgestellt?", fragte ich Tyler noch immer skeptisch.
"Nun, da ich gekündigt habe und Noah vorerst beurlaubt ist, gehen wir als erstes gemeinsam Essen. Nur wir beide, lassen es langsam wieder angehen. Noah hat beschlossen, bei mir und Tommy weiterhin zu wohnen. Und dann mal sehen."
Noch immer war ich skeptisch, nickte aber. Ändern könnte ich daran sowieso nicht das Geringste.
Und Noah würde immer wieder zurück zu Tyler gehen, das wussten wir alle.
"Ich gehe mal duschen und dann mit meiner Familie telefonieren", lächelte ich und trank mein Glas Bier aus. "Ist gut." Noah lächelte nur stumm.
Im Badezimmer schloss ich ab und zog mich aus, stellte mich unter die Dusche.
Ich wusste nicht, was ich von Tyler halten sollte. Besser gesagt; von der ganzen Situation. War dies wirklich so gut? Tyler schadete Noah immer mehr. Und Tommy musste ebenfalls darunter leiden.
In Ruhe duschte ich, zerbrach mir den Kopf darüber, doch ändern würde ich es sowieso nie können. Also beschloss ich, es auf mich zukommen zu lassen.
Als ich mich Geräte abtrocknete, klingelte mein Handy. Es war ein FaceTime Anruf von Chrissy, welchen ich lächelnd annahm.
"Oh, diesen Anblick hatte ich schon lang nicht mehr." Ich grinste. "Hey, Süße." Chrissy lag auf dem Bett, hatte ein Top und eine Boxershorts von mir an.
"Die Kinder schlafen und deine Eltern sind essen gegangen. Ich habe euer Haus sozusagen für mich. Tommy ist bei Tylers Eltern. Also, zeig deinen hübschen Körper langsam von oben nach unten."
Grinsend schüttelte ich meinen Kopf. "Du zeigst mir ja auch nie etwas über's Handy." "Wir lassen es dann krachen, wenn du wieder kommst." "Das du wieder schwanger wirst? Wir haben so schon kaum Geld", erwiderte ich ernst.
"Das schaffen wir schon nicht. Meine Frauenärztin hat mir eine neue Pille verschrieben. Die scheine ich bis jetzt gut zu vertragen." "Das hast du bei den letzten vier Varianten auch gesagt, wenn ich dich daran erinnern darf."
Ich sah Chrissy an. "Kann ich dich in zwei Minuten vom Laptop zurück rufen? Ich will mir schnell was anziehen." "Hm, na gut, aber beeil dich." Ich lächelte nur und drückte sie weg, trocknete mich ab und lief ins Zimmer, zog mir dort eine Boxershorts und eine Jogginghose an.
Dann schnappte ich mir vom Tisch das MacBook und setzte mich auf mein Bett, machte es mir bequem. Ich schaltete ihn an und rief sofort Chrissy an.
"Da ist er wieder", lächelte sie. "Und Oberkörperfrei. Ich bin stolz auf dich." Ich sah sie an. Ich vermisste Chrissy so sehr. Und die Kinder.
"Ich habe einen Termin für die Hochzeit." "Hatten wir den nicht schon?", fragte ich verwirrt. "Typisch Mann. Nein, das war einer der möglichen Termine. Wir heiraten am 17. März." Chrissy lächelte. "Und diesmal wirklich. Ich möchte dich endlich heiraten, meinen Traum verwirklichen und den Mann meiner Träume heiraten."
"Also heiraten wir am 17. März", lächelte ich, als Tyler und Noah zu mir kamen. "Was ist am 17. März?", fragte Tyler interessiert. "Da heißt Chrissy endlich Mrs Green", lächelte ich. "Das habt ihr schon mal gesagt und habt dann Zwillinge bekommen."
"Na mit Kindern ist hoffentlich erst mal Schluss." Ich lachte Leicht. "Wie auch immer. Wir gehen duschen." Noah und Tyler liefen ins Badezimmer.
Seufzend sah ich Chrissy an. "Sie scheinen schon wieder sehr vertraut zu sein." Ich nickte. "Leider. Noah vergibt viel zu schnell."
Tyler
Lächelnd strich ich durch Noahs Haare. Endlich hatte ich ihn wieder! Und ich würde ihn auch nie wieder her geben!
Nach der Kur würde er nach Hause kommen und es wäre in wenigen Wochen wieder alles so wie damals!
"Weißt du, ich finde das Ganze nicht gut." Ich sah zu Finn. "Warum hast du mir dann die Adresse geschickt?", fragte ich ihn. Darauf hin blieb er stumm.
"Warum ist der Typ heute eigentlich so ausgerastet?", versuchte ich mit ihm ein Gespräch anzufangen, da Noah schon fest schlief. "Der ist irgendwie Soldat und war im Ausland, hat ein Trauma oder so", antwortete er knapp.
Seufzend sah ich an die Decke. Es hatte ja sowieso keinen Sinn mit ihm zu reden.
"Weißt du, damals waren wir froh, als du zu Hause vor der Tür standest. Noah war so verwirrt, hatte dich nicht verstanden. Du warst der Klopapier-Junge, welcher Kuchen wollte." Ich lächelte leicht, erinnerte mich daran.
"Und als du die Gebärdensprache erlernen wolltest, waren wir so positiv überrascht. Wir dachten, du wärst perfekt für unseren kleinen No. Aber als du dann nach New York gezogen bist, ging alles bergab. Mag sein, dass du einen Unfall hattest, aber nicht einmal deine Mutter oder deine Schwester haben uns informiert. Vielleicht wäre dann alles etwas anders gelaufen. Ich weiß es nicht."
Finn sah zu mir herüber. "Aber jetzt schadest du ihm einfach nur noch. Und deswegen weiß ich nicht, warum ich dir die Adresse geschickt habe. Es war falsch."
Diese Worte verletzten mich kein Stück. Ich wusste, wie Finn tickte. Und ich wusste auch, dass seine Familie nicht mehr so gut auf mich zu sprechen war und ich das alles nie wieder gut machen konnte.
"Und du hast ein Kind angeschleppt, welches Noah nie wollte und ihr gar keine Zeit dafür habt."
Ich sah zu Boden. Damit hatte Finn recht. Ich liebte Tommy, keine Frage. Aber ich hatte keine Zeit für ihn. Und das tat weh. "Ich hoffe für dich, dass sich das ändert. Sonst nehmen Chrissy und ich den Kleinen auf, oder meine Eltern. Denn so kann das nicht weiter gehen. Das Jugendamt wurde schon durch irgendjemanden aufmerksam."
Stumm nickte ich. Was sollte ich auch dazu sagen? Finn hatte Recht und das nervte mich. "Ich werde alles daran setzen, dass Tommy bei uns bleibt."
Deaf 3 ist bald zu Ende.
DU LIEST GERADE
Deaf 3 | manxman ✔️
RomanceTeil 3 zu DEAF. Bitte Teil 1&2 im ersten Buch lesen, denn es geht da weiter, wo es aufgehört hat! ••••••• Noah und Tyler sind glücklicher denn je. Tommy macht ihr Leben perfekt und sie werden Stück für Stück eine kleine Familie. Können die beiden de...
