Wir betraten einen kleinen Laden, dessen Auswahl aussah wie ein Menü aus gemähtem Rasen und allen Nebenprodukten, die dabei anfielen. Ich musste das Würgen unterdrücken, als ich diesen Geruch hier drinnen wahrnahm. Es war wie in einem Gewächshaus hier drinnen.
Zusammen ließen wir uns an einem Tisch nieder und einigten uns, also eher die anderen bestimmten, was wir bestellten. Wir bestellten uns allen den selben Salat, ich wartete jedoch bis die anderen begonnen hatten zu essen, bevor ich dann selbst das Knickelfutter runterwürgte. Die Tomate und der Mais waren zwar noch ganz lecker, weil sie zumindest ein wenig Flüssigkeit beinhalteten. Der Salat selbst war so trocken, dass ich ständig was von meinem Beerensmoothie trinken musste, um den halben Garten runterzuschlucken. Im Endeffekt hätte mir jedoch auch der Smoothie gereicht, da der mich so satt gemacht hatte, dass ich den Salat gar nicht aufbekommen hatte. Ich hatte auch eigentlich kein Problem mit Salat, aber der hier schmeckte einfach nach nichts. Nichtmal ein Dressing hatte ich dazubekommen.
"Wieso hast du dich eigentlich so verändert?", fragte Chelsea gerade heraus. Ich zuckte nur wieder mit den Schultern. "Ich hatte keinen Bock mehr auf meinen alten Style und außerdem gefalle ich meinem Freund so noch mehr", log ich ihnen vor, sodass mich alle mit großen Augen anschauten. "Du und ein Freund? Erzähle kein Mist. Und wenn schon, dann ist es bestimmt einer dieser komischen Streber aus unserer Schule", versuchte ihr Schoßhündchen Trisha herunterzuspielen. "Er geht nicht auf unsere Schule. Er ist älter als wir", setzte ich meine Lüge fort.
Langsam wurde mir klar, dass ich mich ziemlich in die Scheiße ritt, aber das war mir ziemlich egal. "So ein alter Sack oder was?", lachte Chelsea, worauf alle mit einstimmten, auch wenn es eher gezwungen klang. "Er ist 22 und kein Streber", korrigierte ich sie nur gelangweilt, worauf sie sich an ihrem komischen Salat verschluckte. "Ein imaginärer Freund, wie niedlich", lachte eine weitere, die so unwichtig in dieser Gruppe war, dass ich nicht einmal ihren Namen wusste. Ich stand auf. "Übernehmt doch bitte meine Rechnung für den Bio-Fraß. Das tue ich mir nicht länger an", schnaubte ich arrogant und verließ einfach den Laden mit meinem noch zu 3/4 gefüllten Smoothie.
Wieso hatte ich eigentlich zugestimmt? Sie waren und blieben allesamt Schlampen. Erst recht Chelsea würde später bestimmt als Stripperin, Prostituierte oder Kassiererin enden, so wie sie sich anstellte, wäre sie für eine Kassiererin aber nicht schlau genug. Ihr IQ lag ja gefühlt im Minusbereich. Sie bestand ja nur ihre Kurse, weil sie es mit manchen Lehrern trieb.
Genervt lief ich zurück zur Schule und trat eine zerquetschte Bierdose vor mir her. Mein Blick glitt über das Schulgelände, als ich über den Parkplatz auf das Schulgebäude zulief. Vom weiten sah ich die ganzen Sportler zusammen stehen, wie sie sich unterhielten. Ich seufzte, da ich nicht nochmal Lust hatte, mir ihre dummen Sprüche anzuhören wie sonst immer. Außerdem musste ich auch noch an ihnen vorbei, um zum Gebäude zu kommen. Ich schaute überall hin außer zu ihnen, während ich auf sie zuging. "Warte mal, Kleine", rief mir einer der Jungs zu, worauf ich nur seufzte. "Was ist?", herrschte ich ihn an, worauf er lachte.
"Wer ist die Kleine denn? Deine?", hörte ich eine mir nur allzu bekannte Stimme neben meinem Ohr, während seine Hand mit einem Klatschen auf meinen Hintern landete. "Gehts noch?", knurrte ich Xater an, der neben mir stand und meinen Arsch begrapschte. Sein Blick glitt zu mir runter. "Hast du meinen Arsch jetzt genug abgetastet?", seufzte ich, worauf er mich dann scheinbar endlich erkannte. Wie konnte man nur so dumm sein wie er? Wahrscheinlich hatte er sich mit seinen Tabletten bereits das Hirn weggeschmolzen. "Scheiße, Lex, ich habe dich gar nicht erkannt", fiel ihm auf, bevor seine Hand höher zu einer Taille glitt und er mich kurz umarmte. "So gefällst du mir viel besser", raunte er in mein Ohr, worauf ich lächeln musste.
"Ihr kennt euch?", fragte einer der Sportler überrascht. Ich wurde etwas rot, während Xater sich mal wieder irgendeine Geschichte zurecht legte. "Wir sind ganz gut befreundet", meinte er dann aber nur. "Klär sie dir", spornte Tyson, der Quarterback der Footballmannschaft, ihn an. "Ich stehe immer noch neben euch", erinnerte ich sie, worauf wir alle anfingen zu lachen. "Wer weiß", grinste er, während er mit seinen Augenbrauen wackelte. "Wir sind nur Freunde", erwiderte ich leise, woraufhin einige Gesichter ein gequälter Gesichtsausdruck erschien.
Ich konnte einen empörten Laut hinter mir hören. Grinsend drehte ich mich um. Chelsea wandte sich Xater zu. "Du bist viel zu gut für sie. Wer will denn sowas wie die haben? Ich meine, ich sehe doch viel besser aus als sie", begann es sofort aus ihr herauszusprudeln, wobei ich mir ein Lachen verkneifen musste. Sie begann zu posieren, worauf ich dann noch in Gelächter ausbrach genauso wie fast alle anderen, die hier standen. "Ich würde jede lieber nehmen als dich. Du bist bestimmt als Schulmatratze schon so ausgeleiert, dass man selbst mit dem größten Schwanz nichts mehr spürt und so verseucht, dass selbst dein Frauenarzt sich lieber ein zweites Paar Handschuhe anzieht. Schon traurig oder?", warf er ihr an den Kopf. Ich konnte ihr ansehen, dass sie die Tränen unterdrücken musste. So hart ihre Fassade auch war, damit hatte sie bestimmt nicht gerechnet. Es fühlte sich so gut aus, sie einfach mal auszulachen und dabei auch noch Unterstützung von den einflussreichsten Schülern meiner Schule, die sie genauso erbärmlich fanden wie ich.
Er ging auf sie zu und beugte sich zu ihrem Ohr. "Ich würde selbst deinen hässlichen Zwilling, den du aus Scham im Keller versteckst lieber vögeln als dich. Du bist so falsch, dass ich nicht einmal glaube, dass irgendwas an dir noch echt ist", raunte er ihr zu, jedoch so laut, dass alle im nahen Umkreis es hören konnten. Chelsea begann zu flennen und rannte gefolgt von ihren Hündchen in das Schulgebäude, während die Jungs mit Xater einschlugen. Sein Blick fiel auf mich. "Willst du schwänzen und wir machen was?", fragte er und grinste ich frech an.
Den Helm, den er mir reichte, setzte ich auf, während die anderen uns beobachteten. Ich stieg hinter ihm auf sein Motorrad und winkte ihnen zu, bevor Xater losfuhr und ich mich an ihm festklammerte.
DU LIEST GERADE
Smoke and Red Lipstick
Teen FictionAlexine ist eine Musterschülerin und auf dem besten Weg Ärztin zu werden. Was jedoch keiner weiß, ist, dass sie dieses Leben abgrundtief hasst. Sie WILL abrutschen und kriminell sein. Sie WILL Gefahr und Abenteuer, doch das können weder ihre Mutter...
