Nach 10 Minuten, in denen ich irgendeinen Film ausgesucht hatte, der mir ziemlich lustig vorkam, kam er mit einer Schüssel zu mir und setzte sich neben mich. Ich schmiegte mich an ihn, worauf er einen Arm um mich legte.
Wir konzentrierten uns kaum auf den Film, da wir mehr mit Essen und Küssen beschäftigt waren. Als der Film jedoch vorbei war, wuschen wir die Schüssel ab und gingen in mein Zimmer. Ich ließ mich in mein Bett fallen und kuschelte mich in meine Decke, was ihn lachen ließ. Er legte sich neben mich und zog mich in seine Arme. "Ich muss morgen früh leider weg, aber ich hole dich Montag von der Schule ab. Ich lasse dich morgen schlafen, also wundere dich nicht, wenn ich nicht mehr da bin", erklärte er, worauf ich nur ein erschöpftes Nicken erwiderte. Er drückte mir noch einen Kuss auf die Stirn, bevor ich einschlief.
Am nächsten Morgen wachte ich auf, weil mir die Sonne ins Gesicht schien. Wie zu erwarten, war Xater nicht mehr da, jedoch lag auf meinem Nachttisch ein kleiner Zettel.
"Wir sehen uns Montag Nachmittag und dann machen wir was Schönes"
Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Er war schon ein Traummann, wenn man von der Kriminalität mal absah.
"PS: Der Stoff ist in deinem Schulrucksack"
Ich steckte den Zettel in die Tasche meiner Jogginghose, um mir in der Küche etwas zu Essen zu holen. Ich hatte beinahe aufgeschrien, als ich jemanden auf dem Küchenstuhl sitzen sah. "Was machst du denn hier?", fragte ich ein wenig aufgeregt und schmierte mir erstmal ein Brot mit Marmelade, bevor ich mich an den Tisch setzte. "Ich dachte, ich könnte mal wieder meine kleine Schwester besuchen", erwiderte er und nippte an seiner Tasse mit Kaffee. Ich nickte nur und hoffte insgeheim, dass er Xater nicht gesehen hatte. "Ich wusste gar nicht, dass Mom dir erlaubt, einen Freund zu haben", schnaubte er verächtlich. Also hatte er ihn doch gesehen. Er stand schon immer auf Moms Seite, war aber Damals vor unserem Vater geflohen.
"Die erlaubt es auch nicht, aber sie muss sich damit abfinden. Woher weißt du überhaupt von ihm?", fragte ich dann misstrauisch. "Habe ihn heute morgen gesehen, als ich gerade reingekommen war. Er fand es nicht so witzig, dass auf einmal jemand in die Wohnung kam und ich fand es ebenso unlustig, dass ein Fremder aus deinem Schlafzimmer kam", erklärte er und sah dabei wütend aus. "Mom kennt ihn und sie hat nichts gegen die Beziehung. Sie freundet sich zwar nicht ganz mit dem Gedanken an, aber sie weiß was passiert, wenn sie mir etwas verbieten will", brummte ich nur und verschwand aus der Küche, um mich in meinem Zimmer einzuschließen.
Immer wieder musste ich an den Vorabend denken und begann wie bescheuert zu grinsen. Ich hatte wirklich mit ihm geschlafen, auch wenn ich ihn noch nicht so lange kannte. Irgendwie schien es einfach zu passen, auch wenn wir aus völlig unterschiedlichen Welten kamen. Ich schrieb eine ganze Zeit mit Xater und setzte mich dann an die Hausaufgaben, die ich sogar recht schnell fertig hatte, also musste ich mich irgendwie anders beschäftigen.
Nach mehreren Stunden, die ich auf meinem Bett gelegen hatte und Musik gehört hatte, hörte ich, wie meine Mom nach Hause kam. Sie unterhielt sich mit meinem Bruder, also wusste sie scheinbar, dass er hier sein würde. Ich verließ mein Zimmer, als sie mich zum Essen rief.
Zusammen setzten wir uns an den Küchentisch, ich schwieg jedoch. "Was hälst du eigentlich von Alexines Freund?", fragte er sie gerade heraus, weshalb ich ihn wütend ansah. "Er ist nett, auch wenn sie sich durch ihn ziemlich verändert. So ist eben die erste große Liebe, ich war damals mit eurem Vater nicht anders", antwortete sie und lächelte mich gutgläubig an, ich seufzte jedoch nur. "Könnt ihr mal aufhören, über ihn zu reden? Ich habe keine Lust darauf, zu hören, wie Brian auf ihm herumhackt", brummte ich und aß schweigend weiter. Die Beiden unterhielten sich noch über andere Dinge, sodass ich mich irgendwann unbemerkt in mein Zimmer verziehen konnte. Zum Glück war schon Sonntag und ich würde Xater morgen wieder sehen.
In meinem Zimmer angekommen, schloss ich die Tür ab und widmete mich meinem Rucksack, um mir einen Überblick über das zu verschaffen, was Xater mir gegeben hatte. Ich sortierte alles in kleinere Tüten, damit ich nicht ganz verwirrt auftreten würde.
Ich stand am nächsten Morgen erst dann auf, als meine Mom schon zur Arbeit gegangen war. Ich zog mich schnell an und schminkte mich, um schnell nach draußen zu kommen, hatte jedoch die Rechnung ohne meinem Bruder gemacht. "Was hast du da an?", fragte er vorwurfsvoll. "Klamotten", knurrte ich genervt und schlug die Tür hinter mir zu, bevor er noch etwas dazu sagen konnte.
Während ich zur Schule lief, versuchte ich mich abzuregen und hörte dabei Musik. Ich entwickelte einen regelrechten Hass auf meinen Bruder, sodass ich entschied, erstmal nicht wieder nach Hause zu gehen, solange er da war, ob Mom das gefiel, war eine andere Sache.
Im Unterricht langweilte ich mich und passte nur unbewusst auf, weshalb meine überfürsorgliche Lehrerin sogar fragte, was mit mir los wäre. Ich ignorierte es jedoch und meinte, dass ich einfach viel Stress hätte.
Fina war heute leider nicht da, also war ich alleine, womit gar nicht so ein großes Problem hatte, da ich eh lieber alleine sein wollte.
In der langen Mittagspause hielt ich mich hinter der Sporthalle auf, da dort eher weniger häufig jemand war. Ich blieb jedoch zu meinem Bedauern nicht lange allein. "Du bist doch die kleine 'nur gute Freundin' von Xater oder? Er meinte bei dir können wir was kriegen", begann Tyson und lehnte sich neben mich an die Wand. "Wie viel?", fragte ich wenig beeindruckt und schaute in seine Richtung. "Du hast wirklich was?", fragte er aufgeregt, als hätte er die erste Aussage gar nicht selbst geglaubt. "Klar, sonst würde ich nicht fragen, wie viel ihr haben wollt. Also?", fragte ich genervt und brachte auch die Jungs dazu, nicht mehr so aufgeregt zu sein.
Nachdem sie mir dann endlich eine ordentliche Antwort geliefert hatten, gaben sie mir dann auch das Geld, was wohlgemerkt eine ganze Menge war, da sie scheinbar einen ziemlichen Verbrauch hatten.
Ich hatte mich schon immer gewundert, wie sie immer so gut in Form sein konnten, auch wenn sie am Vorabend mal wieder gefeiert hatten. Zudem waren sie alle so muskelbepackt, dass man sich wundern musste, wie das überhaupt neben der Schule und dem Footballtraining möglich war.
Schnell streckte ich das Geld ein und ging zurück zum Unterricht, als dieser wieder begann. Es war zum Glück nur Kunstunterricht, wo ich jetzt nicht so sehr aufpassen musste. Wir zeichneten ein wenig und schon war der Tag vorbei und ich konnte endlich wieder hier weg.
DU LIEST GERADE
Smoke and Red Lipstick
Teen FictionAlexine ist eine Musterschülerin und auf dem besten Weg Ärztin zu werden. Was jedoch keiner weiß, ist, dass sie dieses Leben abgrundtief hasst. Sie WILL abrutschen und kriminell sein. Sie WILL Gefahr und Abenteuer, doch das können weder ihre Mutter...
