"Ich bitte Alexine Graham ins Büro des Schuldirektors", hörte ich die Durchsage, worauf ich genervt die Augen verdrehte. Ich verabschiedete mich von Fina und betrat kurz darauf, nachdem ich kurz geklopft hatte, das Büro des Direktors.
"Miss Graham, setzen Sie sich", forderte er mich auf. Mein Blick fiel auf die zwei Stühle vor seinem Schreibtisch. Auf dem einen saß Chelsea und drückte falsche Tränen aus ihren Augen. "Was sagen Sie zu den Ereignissen gestern Nachmittag auf dem Parkplatz?", fragte er an mich gerichtet, worauf ich genervt seufzte. "Mein Freund hat mich gestern abgeholt und sie hat angefangen mich zu beleidigen und hat an meinen Haaren gezogen und dann habe ich ihr halt ausersehen ein paar Extensions aus den Haaren gerissen, als ich mich wehren wollte. Mehr war da nicht", erklärte ich und ließ ein wenig meine Tränendrüsen spielen.
"Du hast mir die Nase gebrochen!", schrie sie mich historisch an, wobei ich zum ersten mal das große Pflaster auf ihrer Nase sah. "Ich habe doch gar nichts gemacht", erwiderte ich weinend. "Also ich habe hier ein Attest vom Arzt, das bezeugt, dass ihre Nase gebrochen ist", ging der Direktor dazwischen. "Du kannst froh sein, dass ich nicht zur Polizei gegangen bin", giftete sie mich an. "Sehen Sie mich doch an. Wie soll ich ihr bitte die Nase gebrochen haben?", weinte ich nun und schaute den Direktor ängstlich an. "Das wäre nicht das erste Mal, dass Sie eine Verletzung vortäuschen", meinte er zu Chelsea, bevor er mich wieder ansah.
"Sie sitzen heute trotzdem nach und zwar beide", verkündete er noch, bevor er uns herausschickte. Seufzend ging ich nach draußen und nahm mein Handy hervor. Der Unterricht war schon längst angefangen und ich konnte besser gar nicht kommen, bevor ich mich von Mrs Jenkins anschreien ließ.
Gelangweilt trottete ich die Gänge entlang und betrat die Mädchentoilette, wo ich mich im Spiegel begutachtete und meinen Lippenstift nachzog. "Du bist doch die Freundin von Xater, oder?", fragte plötzlich ein Mädchen, das aus einer der Kabinen gekommen war. "Ja, und?", fragte ich auffordernd nach und schaute sie an. "Verkaufst du auch Macro?", fragte sie vorsichtig, worauf ich verstehend nickte. "Daher weht der Wind. Wie viel willst du?", fragte ich sie nun, während sie sich umsah, dass auch nirgendwo Kameras oder ähnliches waren.
Ich begutachtete sie genauer und erkannte, dass sie eine der Mädchen der Hockey-Mannschaft der Schule war, das bekannt für die Partys waren. Die komplette Schule wusste Bescheid und alle stritten sich um die Einladungen und um die letzten Plätze, denn es kamen immer nur eine bestimmte Anzahl an Leuten zusätzlich rein. Es waren auch die drei anderen High Schools in der Nähe eingeladen und auch Unmengen an Collegestudenten waren eigentlich immer dabei. Ich selbst war noch nie auf so einer Party, hatte jedoch die Geschichten mitbekommen. Jedes mal gab es dort Drogen und Alkohol im Überfluss, dafür war der Eintritt aber auch saftig mit 30$.
"Ich brauche eine Menge. Kann ich auch einen Mengenrabatt bekommen?", fragte sie unsicher, ich blockte sie jedoch ab. "Mengenrabatt ist nicht. Du sagst mir, wie viel du willst und bezahlst dafür auch", erklärte ich ihr, worauf sie seufzte. "Ich weiß nicht, wie viel ich brauche. Wir haben dieses Jahr eine größere Halle und wir wissen noch nicht, wie viele die reinlassen. Wir wollten jedem beim Eintritt zahlen ein Macro geben", erzählte sie und schaute mich bittend an. "Soll ich Xater mal fragen, was er vorschlägt? Wir treffen uns in der Pause hinter der Sporthalle", schlug ich vor, womit sie einverstanden war.
"Hey, Baby", begrüßte mich Xater, als er endlich abnahm. "Wir können leider doch nicht sofort zu mir nach der Schule. Ich muss noch nachsitzen, weil Chelsea mich verpetzt hat. Holst du mich nach dem Nachsitzen ab? Dann können wir kurz meine Sachen holen und uns dann bei dir fertig machen", schlug ich vor und trat nervös von einem Fuß auf den anderen. "So können wir das auch machen", erwiderte er. "Übrigens haben mich die Hockeymädels gefragt, ob wir für die Party von denen Macro verkaufen können", erwähnte ich noch mein Gespräch von vorher, worauf er kurz überlegte.
"Ich muss jetzt aber los, habe einen Termin", meinte er noch schnell, nachdem er mir seinen Plan geschildert hatte, der auch mir gefiel. Er legte auf. Ich wusste genau, was er meinte, wenn er sagte, er habe einen Termin. Ich hatte zwar Angst um ihn, wusste aber, dass er sich zu verteidigen wusste.
Bis es zur Pause klingelte, lungerte ich hinter der Sporthalle herum. Pünktlich bog die Hockeyspielerin um die Ecke. "Habt ihr gesprochen?", fragte sie neugierig und lächelte mich an.
"Wie wäre es damit, dass wir herkommen, wir geben die Macros raus und du bezahlst uns erstmal im Voraus. Was nicht über den Tisch geht, bekommst du wieder. Können wir uns darauf einigen?", fragte ich und schaute sie forschend an. "So können wir das auch machen. Ihr müsst natürlich auch keinen Eintritt bezahlen", stimmte sie sofort bereitwillig zu.
Nachdem sie mir noch die letzten Informationen genannt hatte, auch wie viele sie eingeladen hatte und insgesamt erwartete, da sie in der Zwischenzeit noch mit ihren Teammitgliedern Rücksprache gehalten hatte, verschwand sie wieder in den Unterricht. Ich selbst schrieb Xater, dass wir es nach seinem Plan ausgemacht hatten. Er schien zufrieden. Für uns sprang da auch eine Menge Geld bei heraus.
Der letzte Unterricht war auch Sterbens langweilig, sodass ich mich beinahe aufs Nachsitzen freute. Da konnte ich die Aufgaben erledigen, ohne dass die komische Lehrerin immer dazwischen redete. In der Pause dazwischen machte ich noch etwas mit Fina, die sich bereiterklärt hatte, zu bleiben.
"Wo warst du eigentlich gerade in Geschichte?", fragte sie mich, als wir gerade durch den Flur liefen. "Hatte das Gespräch beim Direktor und danach keine Lust mehr auf Crazy Jenkins", antwortete ich, worauf wir beide über ihren Spitznamen lachten, den eigentlich mittlerweile jeder benutzte. "Wir fahren ja bald auf Studienfahrt und sie hat die Zettel verteilt", meinte sie und drückte mir einen in die Hand, den ich genervt betrachtete. "Ich will da nicht hin", murrte ich, sie lachte jedoch nur. "Wir müssen. Außerdem ist der See doch toll", versuchte sie mich aufzuheitern, scheiterte jedoch. "Wir machen ein Training für mehr zusammenhalt! Sowas macht man in der Grundschule und nicht kurz vorm Abschluss", erinnerte ich sie, bevor ich mich verabschiedete und in den Raum fürs Nachsitzen ging.
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Smoke and Red Lipstick
Fiksi RemajaAlexine ist eine Musterschülerin und auf dem besten Weg Ärztin zu werden. Was jedoch keiner weiß, ist, dass sie dieses Leben abgrundtief hasst. Sie WILL abrutschen und kriminell sein. Sie WILL Gefahr und Abenteuer, doch das können weder ihre Mutter...
