Xater hatte mich am Abend schnell nach Hause gebracht und war auch sofort wieder gefahren, da er meiner Mutter nicht mal wieder begegnen wollte. Ich selbst hatte mir eine Sonnenbrille aufgesetzt, damit man meine noch immer roten Augen nicht erkennen konnte.
Schnell war ich in mein Zimmer verschwunden, nachdem ich die Wohnung betreten hatte. Meine Mom hatte ich erzählt, dass ich schon gegessen hatte und einfach nur schlafen wollte.
In meinem Zimmer angekommen räumte ich die große Kiste aus meinem Kleiderschrank, in der sich dicke Wintersachen befanden, in meinen normalen Schrank, sodass ich die Klamotten, die ich mir am Montag kaufen würde, dort verstecken konnte. Es kam mir gerade gelegen, dass meine Mom ab jetzt schon morgens um 6 anfangen würde. So war ich auch morgens alleine zuhause und konnte anziehen, was ich wollte.
In der Nacht hatte ich eigentlich sogar ganz gut geschlafen, auch wenn ich zugegeben Xater ein wenig vermisste. Da war ich wenigstens nicht immer alleine gewesen. Am Morgen wachte ich wie immer von meinem Wecker auf und zog mich für die Schule an. Ich wusste zwar nicht, ob ich ihn heute sehen würde, wollte aber wenigstens zum Shoppen gut aussehen, also zog ich mir die neue Hose an, die ich noch gewaschen hatte, und ein Top, über das ich mir noch eine kuschelige Sweatshirtjacke zog. So verließ ich mit meinem Schulrucksack das Gebäude und lief zur Schule wie jeden Morgen.
Ich hörte mal wieder Musik während ich lief und vergaß alles um mich herum, bis ich die Schule erreichte. Dort angekommen wurde ich direkt von Fina begrüßt, die mir sofort vorwarf, warum ich denn nicht auf ihre ganzen Nachrichten geantwortet hatte. Ich vertröstete sie mit einem einfachen "Das scheiß Ding hat am Wochenende den Geist aufgegeben", brummte ich. Mitleidig schaute sie mich an.
Scheinbar lernte ich unbewusst von Xater, denn so langsam gingen mir die Lügen immer leichter von der Zunge, was zu gleichen Teilen gut wie schlecht war.
Ich war ziemlich spät dran gewesen, weshalb wir recht schnell zusammen in unseren Unterricht gingen, damit wir nicht negativ auffielen. Im Flüsterton unterhielten wir uns jedoch die ganze Zeit. Eher gesagt, erzählte sie mir lang und breit von ihrem Wochenende, während ich schweigend zuhörte. Durch ihr Gerede zog sich der Unterricht nicht ganz so wie sonst, auch wen ich nach dem Gespräch sofort wieder vergessen hatte, worüber sie überhaupt geredet hatte. Aktuell war ich mit dem Kopf überhaupt nicht bei ihr, ich hoffte aber, dass sie es nicht herausfand und falls es passieren sollte, mir nicht böse wäre.
Als es endlich klingelte, war ich eine der Ersten, die den Raum verließ. Ich freute mich schon den ganzen Tag darauf, endlich groß shoppen zu gehen, auch wenn ich nicht wusste, wie ich dann alles nach Hause schleppen sollte. Wahrscheinlich würde ich ausnahmsweise mal mit der Straßenbahn fahren. Die war Montags abends eh nicht so voll, wie ich es bis jetzt immer gesehen hatte.
Es dauerte eine Weile, bis ich in der größten Einkaufsstraße der nächsten Stadt ankam und sofort begann eine Menge von dem Drogengeld, wie ich es liebevoll nannte, für neue, teurere Klamotten auf den Kopf zu hauen. Die Entscheidung, in der nächsten Stadt shoppen zu gehen, war bewusst, damit niemand aus meiner Schule oder irgendein Bekannter meiner Mutter mich verpfeifen konnte.
Ich trug bereits 8 große Tüten mit mir herum, bis ich an einem Elektroladen vorbei lief, den ich sofort betrat. Es dauerte nicht lange, bis ich mich für eines der Handys entschieden hatte. Zwar hatte ich ein wenig vor den vielen Modellen gestanden, mich dann aber doch für das iPhone 12 pro entschieden. Ich ließ mir von dem heißen Verkäufer noch verschiedene Folien, Hüllen und andere Produkte andrehen und verließ den Laden im Endeffekt um knapp 1500$ ärmer. Neben dem Handy hatte ich mir noch zusätzlich Kopfhörer ausgesucht.
Danach kaufte ich noch ein paar weitere Geschäfte gefühlt leer, bis ich mich irgendwann langsam auf den Rückweg machte. Mein Problem war jedoch lediglich, dass ich keine Tüten mehr tragen konnte. Geld hatte ich immer noch.
Gegen Abend kam ich zuhause an, zum Glück war meine Mutter aber noch nicht zuhause, sodass ich alles in Seelenruhe einräumen und mich noch mit meinem neuen Handy auseinandersetzen konnte. Ich überlegte mir, dass ich meine Mom einfach sagen würde, dass mein "Freund" mir sein "altes" Handy vermacht hatte. So wäre es wenigstens ein wenig realistisch. Und Ahnung von technischen Geräte hatte sie ohnehin nicht.
Ich war überrascht, dass ich allein heute so viele Klamotten gekauft hatte, die ich früher nie gekauft hätte, wie ich vorher besessen hatte, wenn nicht sogar noch mehr. Außerdem hatte ich heute neue Unterwäsche gekauft, auch wenn ich es unrealistisch fand, dass sie jemals jemand sehen würde.... Außer Xater würde einfach in sein Zimmer laufen, wenn ich da war und mich umzog. Allein die Vorstellung, wie er mich anstarren würde, bereitete mir Gänsehaut.
Ich lag gerade auf meinem Bett und hörte Musik, als meine Mutter überraschend in mein Zimmer platzte. Ich schreckte auf und starrte sie an. "Musst du mich so erschrecken?", fuhr ich sie an, worauf sie überrascht zurückwich. "Du hast mich gar nicht begrüßt wie sonst immer, also habe ich mir Sorgen gemacht", begann sie sich rauszureden. "Ich habe Musik gehört, Mom! Das machen normale Menschen in meinem Alter eben halt", warf ich ihr weiter vor. "Aber du bist nicht so wie die anderen in deinem Alter. Du bist extrem schlau und wirst die Einzige sein, die von deinen ganzen Mitschülern eine Zukunft hat. Außerdem bist du schlau genug, dein Leben nicht durch falsche Freunde oder Drogen kaputt macht", begann sie eine ihrer berühmt berüchtigten Moralpredigten.
Wenn sie wüsste.
"Lass mich einfach in Ruhe mit dem ganzen Quatsch. Ich habe keinen Bock, Ärztin zu werden", erwiderte ich lediglich, bevor ich mir wieder die Kopfhörer in die Ohren steckte und aufdrehte, sodass ich sie nicht hören konnte. Plötzlich riss sie mir jedoch diese wieder aus den Ohren. "Was ist das bitte für ein Handy? Das ist nicht deins", wetterte sie sofort weiter, worauf ich nur seufzte. "Ich tat meinem Freund eben Leid, dass ich so ein beschissenes Handy hatte, also hat er mir sein altes Handy gegeben, das er sowieso noch zuhause liegen hatte", log ich ihr vor und betonte das 'Mein Freund' mit Absicht etwas stärker. "Ich glaube nicht, dass er einen guten Einfluss auf dich hat. Seit ihr zusammen seid bist du so respektlos geworden, dass ich mich manchmal frage, ob du überhaupt noch meine Tochter bist. Du verschwindest einfach übers Wochenende und lässt einfach deine Schulsachen hier, obwohl du eigentlich lernen solltest und jetzt redest du auch noch so mit mir. Du wirst mit ihm Schluss machen und das ist mein letztes Wort!", schrie sie mich auf einmal an, sodass ich sie verstört ansah.
"Was geht bei dir denn bitte falsch? Ich kann doch wohl selbst bestimmen, mit wem ich zusammen bin und mit wem nicht!", schrie ich sie an und zeigte dann auf meine Zimmertür. "Verzieh dich aus meinem Zimmer!"
"Nicht in so einem Ton Fräulein, das ist immer noch meine Wohnung", widersprach sie, worauf ich nur witzlos lachte. "Dann verschwinde ich eben", brummte ich und stand von meinem Bett auf. Aus meinem Schrank zog ich eine große Sporttasche, in die ich begann, meine alten Klamotten zu werfen. "Wenn du es nicht anders willst... In 10 Minuten bist du draußen. Mach doch, was du willst", knurrte sie und verließ mein Zimmer. Beim Hinausgehen warf sie die Tür hart ins Schloss.
Jetzt habe ich es offiziell verkackt.
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Smoke and Red Lipstick
Novela JuvenilAlexine ist eine Musterschülerin und auf dem besten Weg Ärztin zu werden. Was jedoch keiner weiß, ist, dass sie dieses Leben abgrundtief hasst. Sie WILL abrutschen und kriminell sein. Sie WILL Gefahr und Abenteuer, doch das können weder ihre Mutter...
