Kapitel 31

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„Kümmern wir uns jetzt um dein Versprechen?"

„Was meinst du?"

Ich lächelte, als ich die Tür hinter mir schloss und ihr ein Stück weit in den Raum hinein folgte. Sie sah mich an, herausfordernd und irgendwie verliebt, bevor sie mir entgegen kam und ihre Hände auf meiner Brust ablegte. Wir hatten nicht mehr all zu viel Zeit und ich ärgerte mich ein weiteres Mal, dass ich darauf bestanden hatte, dass sie mit mir ins Diner geht. Der Tag war sinnlos verstrichen. Abgesehen davon, dass wir ihn miteinander verbracht hatten, war alles anders gelaufen, als ich es mir ursprünglich gedacht hatte.

Allerdings fühlte sie sich immer noch gut und sie hatte keine Sekunde lang den Eindruck gemacht, als würde ihr Körper nicht mit den Situationen zurecht kommen. War sie wirklich geheilt? Ich hoffte es. Es war ein inneres Bedürfnis, sie wieder ständig um mich zuhaben und ein gewisses Gefühl sagte mir, dass dann auch der Rest wieder in Ordnung kam.

Ihre Augen huschten erwartungsvoll hin und her. Sie wollte das tun, was wir immer getan hatten. Einfach einmal wieder das Gefühl verspüren,dass alles in Ordnung war. Vermutlich hatte sie auch den Wunsch, mir körperlich nahe zu sein – immerhin hatten wir monatelang darauf verzichtet. Das war eine enorme Veränderung gewesen, für uns beide.

Nur langsam lehnte sie sich ein Stück nach vorn, berührte flüchtig meine Lippen mit ihren und zog mich dann, während sie sich rückwärts bewegte, mit sich. Nervosität breitete sich in mir aus. Der Gedanke an heute Mittag machte mich unsicher. Vorher im Diner hätte es funktioniert, da war ich mir ziemlich sicher. Aber inzwischen hatte ich ein wenig Angst davor, dass es genau so ein Reinfall werden würde, wie morgens. Sie wäre erneut ziemlich enttäuscht und sie wäre genauso wütend wie zuvor. Also sollte ich mir Mühe geben. Ich legte meine Hände auf ihre Hüfte zog sie dicht an meinen Körper und bewegte mich weiterhin in Richtung Schlafzimmer.

„Ich werde dich hier behalten."

„Nein,wirst du nicht. Aber der Gedanke ist süß."

„Ich will dich nicht zurück bringen."

„Das weiß ich. Aber genau so gut weiß ich, dass du es allein meinetwegen nicht tun würdest. Du hast Angst, wie du selbst gesagt hast. Es wäre dir viel zu riskant mich nicht ins Krankenhaus zurück zu bringen."

„Ich könnte wieder bei dir bleiben."

„Ja.Das wäre toll. Aber... lass uns jetzt erst mal nicht daran denken,okay?"

Ein kaum sichtbares Nicken, als ich sie erneut küsste und mich von ihr auf die Matratze ziehen ließ. Wir lagen nebeneinander, streichelten uns oberflächlich und sahen uns dabei einige Minuten lang einfach nur in die Augen. Es war eine Art schüchternes voran tasten – warum auch immer. Mein Finger schrieb unbewusst Dinge auf ihren Bauch, während ihre Hand sanft über meinen Rücken glitt in einer stetigen Auf- und Abwärtsbewegung. 

Ich bekam davon Gänsehaut und legte meinen Kopf einfach neben ihrem ab um einmal laut zu Seufzen. Dieses Geräusch drückte mein Empfinden aus, dass ich mich in diesem Moment absolut wohl fühlte. Es war mehr als nur Sex. Ihre Nähe, die Berührung, einfach bei ihr sein zu können. Kürzlich hatte ich noch nachts in meinem Bett gelegen und gedacht, dass das nie mehr der Fallsein würde. So sehr ich mich gezwungen hatte zu denken, dass sie gesund werden würde, es hatte einfach nicht funktioniert. 

Mein Unterbewusstsein hatte mir zu oft Bilder gezeigt, wie es sein würde wenn sie starb und mich allein zurück ließ. Aber an diesem Tag war alles in Ordnung. Sie war wie immer, sie lag dort an mich gekuschelt und drängte nicht darauf, mit mir zu schlafen sondern genoss – vielleicht genau wie ich – dass wir einfach zusammen sein konnten und dem Schicksal getrotzt hatten.

Bones "Just Friends"Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt