Ich öffnete die Augen und sah ein weißes Dach über mir.
Ich drehte mich um und sah eine Krankenschwester neben mir stehen.
"Hallo Zean", lächelte sie.
Ich versuchte langsam aufzustehen
"Willst du aufstehen? Du kannst noch ein bisschen liegen bleiben."
"Ich will mich hinsetzen", sagte ich.
Sie half mir, mich mit dem Rücken an die Bettwand zu lehnen.
"Wie geht es dir? Fühlst du dich gut oder hast du noch Schmerzen?", fragte sie.
"Mir geht es gut", antwortete ich, obwohl ich noch leichte Kopfschmerzen hatte.
"Gut, das ist schön. Dein Vater ist auch hier. Ich sage ihm gleich, dass du aufgewacht bist und es dir besser geht, ja?"
"Okay, aber wissen Sie vielleicht, wo meine Schwester ist? Bitte sag mir, ob es ihr gut geht."
"Mach dir keine Sorgen. Sie ruht sich gerade aus."
Ich war ein wenig beruhigt, aber ich wollte Serena trotzdem sehen.
"Bitte, lasst mich sie sehen."
"Es wäre besser, wenn du dich ausruhen würdest, dann geht es dir bald viel besser."
"Ich bitte Sie. Es geht mir schon sehr gut. Lassen Sie mich nur meine Schwester sehen."
Als ich wieder daran dachte, wie die Mädchen Serena geschlagen hatten, stiegen mir Tränen in die Augen.
"Ich flehe Sie an", sagte ich und wischte mir schnell die Tränen weg.
"Sie ist dir sehr wichtig, oder?"
"Ja, sie ist mir wichtiger als mein Leben."
"Gut, aber nur, wenn ich dich begleiten darf, okay?", lächelte sie.
"Okay."
Hauptsache, ich kann Serena sehen.
Die Schwester half mir aus dem Bett und führte mich in ein Nebenzimmer.
"Entschuldigen Sie die Störung", sagte die Schwester und öffnete die Tür.
Wir betraten das Zimmer und ich sah, dass mein Vater auf einem Stuhl saß und Serenas Hand hielt.
"Herr Sanchez, Sie sind hier? Wie schön, ich wollte Ihnen gerade die gute Nachricht überbringen. Ihr Sohn ist aufgewacht und es geht ihm gut", sagte sie.
Vater kam auf mich zu und umarmte mich.
"Ich bin froh, dass es dir gut geht", sagte er.
Er umarmte mich und tat so, als würde er sich um mich kümmern, nur weil die Krankenschwester da war. Mutter war genauso. Mutter hat sich in der Öffentlichkeit immer fürsorglich um mich gekümmert, aber das war nur gespielt.
Kurze Zeit später hat sich mein Vater von mir getrennt.
"Deine Schwester ruht sich aus", sagte die Krankenschwester.
Serena hatte ein mittelgroßes Pflaster über der rechten Augenbraue.
"Wird sie bald aufwachen?", fragte ich die Schwester.
"Ja, keine Sorge. Es geht ihr gut", versicherte mir die Schwester.
"Wenn du willst, kannst du noch eine Weile hier bleiben. Ich hole dich in ein paar Minuten ab, okay?"
"Okay.", antwortete ich und die Schwester ließ mich mit Vater allein.
Es herrschte eine kurze Stille.
"Weißt du, wer die Mädchen waren, die euch das angetan haben?", fragte Vater.
Lessy und Klara waren dabei, die beiden anderen Mädchen kannte ich nicht. Aber ich weiß nicht, ob ich es Vater sagen kann. Serena wollte es ihm nicht erzählen. Ich will es nicht sagen, wenn Serena es nicht will.
"Es tut mir leid, Vater. Es ist meine Schuld, dass Serena hier im Krankenhaus liegt", sagte ich und versuchte, der Frage auszuweichen.
Ich habe unüberlegt und ziemlich dumm gehandelt. Hätte ich doch nur Vater angerufen oder Hilfe geholt, anstatt alles selbst zu versuchen! Hätte ich doch nur ein bisschen klüger gehandelt! Dann hätte ich es verhindern können.
Vater lachte. "Du lügst."
Überrascht sah ich ihn an. Warum sagte er das?
"Serena hat mir alles erzählt. Sie wäre fast entführt worden und dann hast du dich mutig den beiden Mädchen gestellt und versucht sie zu beschützen."
Ich habe was???! Das ist nie passiert?! Warum....warum hat Serena diese Lügengeschichte erfunden?
"Du hast sogar einen Schlag auf den Kopf bekommen und hast trotzdem deine Schwester beschützt. Ich bin so stolz auf dich, mein Sohn."
Er ist stolz auf mich. Und er nannte mich 'mein Sohn'. Dann war die Umarmung vorhin vielleicht doch nicht gespielt?
Ich habe Serena beschützt? Aber nichts davon stimmt. Ich habe unüberlegt gehandelt und war ein totaler Idiot! Ich konnte meine Schwester nicht beschützen. Ich habe Serena angesehen. Ich hoffe, du hast eine gute Erklärung dafür.
"Vater, ich möchte stark sein. Ich bitte dich nicht oft um etwas, aber...heute möchte ich dich um etwas bitten, das mir sehr wichtig ist.
Er hörte mir aufmerksam zu.
"Ich möchte an einer Trainingsgruppe teilnehmen. Ich möchte in eine Kampfschule gehen, wo ich lerne, mich zu verteidigen, damit ich meine Lieben beschützen kann."
"Okay, ich werde eine gute Schule für dich finden", lächelte er mich zum ersten Mal liebevoll an.
So hatte er mich noch nie angesehen. Serena hatte er dieses Lächeln geschenkt, aber mir noch nie. Ich hatte das Gefühl, dass ich für ihn unsichtbar war und jetzt... jetzt ist er plötzlich ganz anders zu mir.
Ich glaube, ich verstehe jetzt, warum Serena diese Lügengeschichte erfunden hat.
Tränen schossen mir aus den Augen, die ich schnell wegwischte.
"Zean?", hörte ich Dad sagen.
Er kam auf mich zu und umarmte mich.
"Es tut mir so leid. Ich war nie für dich da. Bitte verzeih mir. Ich war mit der ganzen Sache überfordert und ... und ich war ein schrecklicher Vater. Ich habe mich nicht richtig um dich gekümmert, aber ich verspreche dir, dass sich jetzt alles ändern wird. Ich werde alles ändern und unser Leben schöner machen."
So viel Wärme hat mir bisher nur Serena geben können. Warum ist er auf einmal so nett zu mir und benimmt sich wie ein Vater? Wenn Serena aufsteht, werde ich mit ihr reden und Vater die Wahrheit sagen.
Aber um ehrlich zu sein, ich habe nichts gegen sein jetziges Verhalten mir gegenüber.
Aber ich sollte mich nicht daran gewöhnen, denn er wird sich sicher wieder ändern, wenn er die Wahrheit erfährt.
"Dann wirst du dich also um meine Anmeldung kümmern?", frage ich ihn.
"Ja, keine Sorge."
Ich werde hart trainieren und stark werden, damit mir und meiner Schwester niemand mehr etwas antun kann!
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- aki 🌹
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Seine Schwester-Sein Leben
Teen Fiction"Wie weit würdest du für deine Schwester gehen?" "Bis in den Tod...für eine Schwester wie meine." ========================== Für ihn ist seine Schwester alles, was er braucht. Er tut alles, um sie zu beschützen. Dazu zählt auch das Prügeln mit ander...
