Kapitel 13

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Mein Vater hielt Wort und meldete mich in einer Kampfschule an. Ich habe viermal die Woche trainiert, und ich muss zugeben, das war wirklich anstrengend. Dagegen waren die zwei Sportstunden in der Schule gar nichts. Ich war nicht besonders stark, aber ich hatte schnelle Reflexe und konnte mich schnell bewegen. Meine Reaktionsgeschwindigkeit wurde immer besser. In meinem Kurs waren viele Jungs in meinem Alter und wir trainierten zusammen. Wir machten auch Wettkämpfe und ich gewann den ersten Platz. Das lag wahrscheinlich daran, dass meine Schwester und mein Vater immer im Publikum saßen. Sie feuerten mich an und gaben mir Kraft, wenn ich hinfiel.

Serena hat gesagt, dass sie eine neue Freundin gefunden hat und dass Lessy und Klara sie endlich in Ruhe gelassen haben. Ich war einerseits sehr froh darüber, andererseits aber auch ein bisschen misstrauisch.

"Machst du dann alles, was ich dir sage?"

"Ja, alles, was du willst!"

Warum fällt mir das jetzt ein?! Aber ich kann nicht anders. Immer wieder muss ich daran denken. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass diese brutalen Mädchen Serena einfach in Ruhe gelassen haben.

Immerhin war Serena unverletzt. Das war zumindest etwas, was mich ein wenig beruhigte.

Ich wusste nicht, was an ihrer Schule los war, aber ich habe es schnell verstanden, als ich auch auf ihre Schule ging.

Der einzige Grund, warum ich mich auf die Mittelschule gefreut habe, war meine Schwester.

Serena und ich hatten den gleichen Schulweg und sind zusammen zur Schule gegangen. Die ersten Tage verliefen eigentlich ganz normal wie in der Grundschule. Ich habe auch nichts von den Gerüchten über Serena gehört.

Dann lernte ich ihre Freundin Emilia kennen. Emilia hatte lange dunkelbraune Haare. Sie trug eine Brille und hatte Sommersprossen. Emilia war ein ruhiges Mädchen und interessierte sich sehr für Naturwissenschaften. In der Mittagspause saß sie mit Serena und mir am selben Tisch. Sie konnte gleichzeitig essen und lesen. Manchmal redete sie über Blumen und ich dachte, sie spricht eine andere Sprache. Emilia las eigentlich immer, wenn wir aßen, und Serena war immer so in Gedanken versunken.

Nach dem Mittagessen trank ich immer eine Capri Sonne mit Orangengeschmack. Es ist immer noch der beste Saft, den ich je getrunken habe, und jedes Mal, wenn ich ihn trinke, erinnere ich mich an den Moment, als Serena mir den Saft mit einem Lächeln gab.

In der Schule trat ich dem Karate Club bei. Die Jungs waren echt gut drauf und ich hatte viel Spaß im Unterricht.

Serena ist nicht wieder in den Volleyballclub eingetreten. Sie sagte, sie wolle nicht mehr Volleyball spielen, was ich mir nicht vorstellen kann. Sie hat es geliebt. In der Grundschule hat sie sogar in ihrer Freizeit an ihren Aufschlägen gearbeitet und mich dazu gebracht, ihr Bälle zuzuspielen. Dass sie keine Lust hat, stimmt nicht. Es muss einen anderen Grund geben, aber ich weiß nicht, welchen. Niemand ärgert sie und sie hat eine neue, gute Freundin gefunden. Ich verstehe das nicht.

Am nächsten Tag habe ich mich in der Pause wieder auf den Weg gemacht. Serena und Emilia warten bestimmt schon. Wir setzen uns auf eine Bank und quatschen wieder zusammen. So ein Tag - und BAM, jemand rempelt mich an.

"Entschuldigung", sagt eine Mädchenstimme und läuft schnell an mir vorbei.

Die Stimme kam mir bekannt vor. Ich drehte mich um und sah sie vor mir.

"Kayla! Hey, was geht?", fragte ich lächelnd.

"Du hast mich erkannt?", lächelte sie.

"Natürlich."

"Und, wie gefällt dir die Schule?"

"Ganz gut."

"Ich bin gerade absichtlich in dich reingelaufen", gab sie zu.

"Ach, wirklich?", lachte ich.

"Ich bin auf dich zugelaufen und du hast mich gar nicht bemerkt. Ich dachte schon, du hättest mich vergessen."

"Wie könnte ich eine Schönheit wie dich vergessen?"

Kayla wurde leicht rot im Gesicht. Ich hätte mir selbst ins Gesicht schlagen können. Warum bin ich nur so? Ich kann mich vor ihr einfach nicht zurückhalten. Aber ich habe nichts Falsches gesagt. Sie ist wirklich eine Schönheit.

"Du bist ein bisschen groß geworden, aber innerlich bist du immer noch ein Kind."

Ein bisschen groß? Ich bin in den letzten Monaten fast so groß geworden wie Serena. Ich bin schon zehn Zentimeter größer als bei unserer letzten Begegnung.

Ich ging auf Kayla zu und sah ihr in die Augen.

"Sieh mal. Wir sehen uns auf Augenhöhe an", sagte ich.

"Und in ein paar Monaten bin ich bestimmt noch größer", grinste ich.

Kayla wandte den Blick von mir ab.

"Schön für dich."

Sie wirkte schüchtern und schaute verlegen zu Boden. Wahrscheinlich, weil ich jünger bin, aber genauso groß wie sie. Irgendwie sieht sie süß aus, wenn sie leicht verlegen auf den Boden schaut.

"Warst du schon in der Bibliothek?", fragt sie.

"Nein. Warum?"

"Wenn du Lust hast, könnte ich dich ein bisschen herumführen", schlug sie schüchtern vor.

"Klar, gerne", antwortete ich.

"Ich wollte sowieso gerade in die Bibliothek gehen, also wäre das praktisch", versuchte sie mir zu erklären.

"Okay."

Wir machten uns auf den Weg zur Bibliothek.

"Bist du eigentlich noch im Volleyballclub?", fragte ich.

"Ja, klar. Ich liebe Volleyball", erzählte sie fröhlich.

"Wer ist eigentlich in diesem Volleyballclub?"

"Lessy ist die Kapitänin, ich bin die Vizekapitänin und dann haben wir noch die Mädels von ....."

Lessy also die Kapitänin, das klärt doch einiges. Vielleicht will Serena deshalb nicht mehr im Volleyballclub sein, obwohl sie Volleyball so liebt.

"Moment mal, woher weißt du, dass ich im Volleyballclub bin?", fragt Kayla.

"Meine Schwester hat es mir erzählt. Weil ich mehr über dich wissen wollte", antwortete ich.

"Warum wolltest du mehr über mich erfahren?"

"Ganz einfach. Weil ich dich schön, sympathisch und nett finde."

"Danke", sagte sie verlegen.

Verdammt, ich hab's schon wieder getan. Ich kann es einfach nicht lassen, wirklich...! Ich bin einfach die ganze Zeit ehrlich zu ihr.

"Bist du immer so direkt?"

"Nur in deiner Gegenwart."

Da! Ich habe es wieder getan! Es passiert einfach automatisch. Sie stellt eine Frage und die Antwort kommt sofort aus dem Herzen durch den Mund. Der Verstand muss nicht mitdenken. Verdammt, das muss ich mir abgewöhnen. Sie wird mich bestimmt komisch finden ....aber Kayla lacht.

"Ich finde dich auch ziemlich cool, Zean", lächelt sie mich süß an. Wow.....mein Herz schlug auf einmal schneller und ich musste wie aus dem Nichts auch lächeln.

Komm schon, Zean. Reiß dich zusammen. Wir sehen uns erst zum dritten Mal, das kann nichts bedeuten. Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick, aber plötzlich musste ich an ihr Lächeln denken. Verdammt, mein Herz springt mir aus der Brust und ich traue mich nicht einmal mehr, Kayla in die Augen zu sehen.

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- aki 🌹

Seine Schwester-Sein Leben Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt