Kapitel 15

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An jenem Samstag ging ich in einem schwarzen Hemd über einer blauen Jeans zum Treffpunkt. Ich schaute noch einmal auf mein schwarzes Hemd.

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"Das Hemd zeigt Kayla, dass du es ernst meinst", sagte Vater.

"Ja, und es sieht professionell aus", stimmte Serena zu.

"Ist das nicht ein bisschen übertrieben? Wir wollen doch nur den Film sehen."

"Nein, es ist nicht übertrieben", beruhigte mich Serena.

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Ich hoffe, sie haben Recht. Was Papa gestern gesagt hat, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Abgesehen davon, dass er mich gezwungen hat zu sagen, wie sehr ich mich in Kayla verliebt habe und was ich an ihr liebe, war das Gespräch gar nicht so schlecht. Ich sagte ihm, dass ich Angst hätte, unsere Freundschaft zu zerstören, wenn ich ihr sage, dass ich sie liebe und dass ich mir Sorgen mache, wenn sie meine Gefühle nicht erwidert.

"Du musst dir über ihre Gefühle im Klaren sein, wenn du nicht abserviert werden willst. Finde heraus, ob sie etwas für dich empfindet. Versuche, ihr näher zu kommen und mit ihr zu flirten. Wenn sie sich von dir distanziert, wird sie dich eher als Freund betrachten. Aber wenn sie in deiner Nähe bleibt, dann weißt du, dass das ein gutes Zeichen ist".

Aber wie komme ich ihr näher? Und woran erkenne ich das gute Zeichen? Ich...

"Zean!", hörte ich meinen Namen und wurde aus meinen Gedanken gerissen.

Ich drehte mich um und sah Kayla vor mir. Sie war anders. So anders. Sie trug eine schwarze Jogginghose, ein weißes T-Shirt und darüber eine schwarze Trainingsjacke. Außerdem trug sie weiße Turnschuhe und hatte ihre Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie kaute auf ihrem Kaugummi herum, während sie mich ansah. Wahrscheinlich lacht sie innerlich über mich. Ich passe überhaupt nicht in ihr Bild. Ich sehe schrecklich aus.

"Du siehst wirklich gut aus", lächelte sie.

Das hat mich überrascht. Ich dachte, sie würde mich jetzt auslachen, weil das mit dem Hemd echt übertrieben aussieht. Aber ich bin froh, dass sie nicht so denkt.

"Danke. Du siehst auch gut aus.

Wir gingen zusammen ins Kino und sahen uns den Film an. Es war ein Thriller und es gab nur eine angeblich gruselige Szene. Sie war gar nicht so gruselig. Die Protagonistin folgt dem Schrei eines Kindes, das aus seinem Zimmer kommt. Als sie nachsieht, findet sie niemanden, aber plötzlich fällt die Zimmertür ins Schloss und die Fenster gehen auf. Ein kalter Wind weht herein und plötzlich hält eine Hand ihren Mund zu.

So unwirklich. Warum öffnen sich die Fenster von selbst und die Tür geht automatisch zu? Aber das ist doch nur ein Film. Kayla dagegen zittert und versteckt sich hinter ihrem Popcorn.

"Hey... alles in Ordnung?", fragte ich leise.

"Ja, mir geht's noch gut", kam es leise von ihr.

"Das ist alles nur gespielt und so unrealistisch. Im normalen Leben passiert so etwas nicht", versuchte ich sie zu beruhigen.

"Ich weiß, aber ich habe trotzdem Angst", sagte sie und kniff die Augen zu.

"Dann lass uns gehen", schlug ich ihr vor.

"Nein, ist schon gut. Es ist gar nicht so unheimlich."

Aber sie hat doch gerade gesagt, dass sie Angst hat, oder?

"Kayla. Das macht mir nichts aus. Ich will nicht, dass du Angst hast, also lass uns gehen."

"Nein, so lange läuft der Film bestimmt nicht."

Aber der Film läuft doch erst seit einer halben Stunde. So schnell wird er nicht zu Ende sein.

Ich hielt Kaylas Hand fest.

"Das musst du dir wirklich nicht antun."

Kayla sah mich überrascht an, schaute dann aber auf ihre Popcorn und hielt ebenfalls meine Hand fest.

"Wenn du meine Hand hältst, ist es okay."

Verdammt, mein Herz klopfte schon wieder wie verrückt. Eigentlich sollte ich Mitleid mit ihr haben, weil sie Angst hat, aber stattdessen freue ich mich.

***

Wir gingen nach draußen und ehrlich gesagt konnte ich dem Film am Ende nicht mehr folgen. Kaylas Hand zu halten machte mich nervös und ich war mit meinen Gedanken ganz woanders.

Ich hatte Kayla gesagt, welchen Film ich mit ihr sehen wollte. Warum ist sie gekommen, wenn sie doch solche Angst vor solchen Filmen hat? Ich bin wirklich neugierig.

"Warum bist du gekommen, obwohl du wusstest, wie gruselig der Film für dich sein würde?", fragte ich plötzlich.

"Ich... ich...", stotterte sie.

"Das war dumm von mir, oder? Es tut mir leid. Du hättest mit jemandem kommen können, der dir nicht zur Last fällt."

"Nein, das habe ich nicht gemeint. Es hat mich nicht gestört. Ich finde es echt cool, dass du trotzdem gekommen bist. Ich habe mich nur gefragt, warum."

"Ich wollte Zeit mit dir verbringen", kam es schüchtern von ihr.

Sie wollte Zeit mit mir verbringen? Ich bin so froh, das zu hören.

"Möchtest du dann noch etwas essen?", fragte ich erfreut.

"Ja, gerne", lächelte sie.

***

Wir waren noch zusammen in einem Restaurant essen und haben uns unterhalten. Ich erfuhr, dass sie schon seit der Mittelschule Volleyball spielt und eine große Leidenschaft dafür hat. Kayla sprach viel über Volleyball. Sie erzählte mir auch, dass sie ein Einzelkind ist und sich sehr ein Geschwisterchen wünscht. Wir sprachen noch über die Schule, über Lehrer, die wir nicht mögen und über Freizeitaktivitäten.

Nach dem Essen verabschiedeten wir uns und gingen getrennte Wege.

Es war eine wirklich schöne Zeit mit ihr. Als ich nach Hause kam, wollten Serena und Papa wissen, was passiert war. Ich erzählte ihnen von meinem Tag mit Kayla und sie freuten sich für mich. Serena fragte mich, warum ich ihr meine Liebe nicht gestanden habe, aber ich konnte es heute nicht. Die Stimmung zwischen uns war so schön. Ich wollte sie nicht durch meine Gefühle zerstören.

Außerdem wird es bestimmt noch andere Gelegenheiten geben, Kayla von meinen Gefühlen zu erzählen. Da bin ich mir sicher.

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- aki 🌹

Seine Schwester-Sein Leben Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt