Kapitel 9

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Serena beruhigte mich und sagte immer wieder, dass es nicht so schlimm sei.

"Lass es uns bitte Papa sagen. Er wird eine Lösung finden. Er lässt dich nicht leiden. Lass es uns ihm sagen", schlug ich vor.

"Nein, Zean. Verstehst du denn nicht? Ich habe dir gesagt, dass ich es ihm nicht sagen will. Er ist gestresst und wird in Panik geraten, wenn ich ihm von der Situation erzähle. Im schlimmsten Fall flippt er aus und macht in der Schule ein Theater. Dann wird es nur noch schlimmer. Er wird dann denken, dass ich wieder zu meiner Mutter zurück will, und das habe ich natürlich nicht vor. Du bist der Grund dafür."

Ich sah sie überrascht an.

"Also im positiven Sinne. Du bist mir sehr wichtig, Zean. Du bist der Einzige, der mich versteht und mit dem ich über alles reden kann. Ich würde niemals freiwillig zu Mama zurückkehren wollen, und ich habe dir gesagt, warum."

Ja, das hat sie. Sie sagte, dass ihre Mutter sie liebte, aber sehr streng zu ihr war. Serena fühlte sich gefangen. Ihre Mutter verbot ihr, bei Freunden zu übernachten. Sie erlaubte Serena nicht einmal, sich ihre Freunde selbst auszusuchen. Serena durfte nicht anziehen, was sie wollte, nicht hingehen, wohin sie wollte, und sie durfte auch nicht ohne Grund ausgehen. Alles war für Serena schon geregelt und sie musste sich an diese Regeln halten, sonst gab es Konsequenzen, von denen mir Serena aber nichts erzählt hat.

"Ich fühle mich schon viel besser, nachdem ich geduscht und mit dir darüber gesprochen habe", lächelt Serena.

"Lass uns am Wochenende zusammen rausgehen", schlug ich vor.

"Okay", sagte sie.

Ich werde versuchen, sie abzulenken. Ich muss sie zum Lächeln bringen.

***

Die nächsten Tage konnte ich nicht schlafen. Ständig musste ich an Serena denken. Ob sie es morgen schaffen würde? Sie wird bestimmt wieder allein sein. Ich mache mir wirklich Sorgen. Was, wenn sie wieder weint? Der Gedanke bringt mich um.

Wenn ich in der Schule Pause hatte, habe ich Serena immer angerufen und mit ihr geredet. Ich habe bis zum Ende der Pause mit ihr geredet.

Sogar in der Mittagspause habe ich mit ihr telefoniert und nebenbei gegessen.

"Zean, mach dir keine Sorgen. Ich bin kein Kind mehr. Mir geht es gut. Wirklich."

"Aber ich kann nichts dafür. Ich höre erst auf, mir Sorgen zu machen, wenn ich in deiner Schule bin. Erst wenn ich dich in meiner Nähe habe."

"Okay, das klang jetzt sehr komisch und du behandelst mich wie ein Kind", lachte sie.

"Ich schütte dir mein Herz aus und du lachst mich aus. Du ruinierst die ganze Atmosphäre."

"Oh, es tut mir leid. Bitte verzeihen Sie mir, edler Herr."

"Ja ja, sehr lustig", sagte ich ironisch.

"Ich möchte dir etwas sagen, Zean", sagte sie sehr ernst und ich hörte aufmerksam zu.

"Du bist ein Idiot" , sagte sie eiskalt.

"Wow, danke."

"Nein, Spaß", lachte sie.

"Wenn hier jemand ein Idiot ist, dann ich."

"Was redest du da?! Du bist kein Idiot."

"Weißt du, Zean. Obwohl ich die Ältere von uns bin, bist du viel reifer und erwachsener als ich. Du machst den Haushalt und kommst mit Papa klar, obwohl er eiskalt zu dir ist. Du hast sehr gute Noten in der Schule und kümmerst dich auch um mich. Ich bin dir wirklich dankbar für alles, was du für mich getan hast."

"Ach, so toll bin ich doch gar nicht."

"Doch, das bist du. Für mich bist du mehr als großartig, Zean. Gott hat mir an dem Tag ein Geschenk gemacht, als er dich in mein Leben geführt hat."

Ihre Worte bedeuteten mir sehr viel. Ich war tief bewegt und so dankbar, dass Serena meine Schwester ist.

"Danke, Schwester."

Wir verabschiedeten uns und legten den Anruf auf. Du bist auch großartig für mich. Du bist stark und die beste Schwester, die man haben kann. Ich bin so froh, dass ich dich habe, Schwester. Ich musste lächeln.

***

Am Samstag war schönes Wetter, also sind wir zusammen spazieren gegangen. Wir haben viel geredet.

Serena hat mir erzählt, dass sie aus dem Volleyballclub aussteigt. Das hat mich sehr überrascht. Serena liebt Volleyball und ist auch ziemlich gut darin.

"Warum willst du aufhören?"

"Niemand will mit mir spielen oder in meinem Team sein. Irgendwie sind die Gerüchte schlimmer geworden, deshalb werde ich es verlassen."

"Nur wegen der Gerüchte? Lass dir doch nicht deinen Schein wegnehmen, nur weil die anderen davon geblendet sind."

"Ja, mach dir keine Sorgen. Ich fange wieder an, wenn du in meine Schule kommst. Dann fühle ich mich wohler."

Wenn sie sich dort nicht wohl fühlt, kann ich sie nicht davon abhalten.

"Dann tu es, wenn du dich dann besser fühlst", sagte ich.

Wir gingen im Park spazieren. In der Nähe des Parks war eine Bushaltestelle. Dort sind wir eingestiegen und in der Innenstadt wieder ausgestiegen.

Bevor wir ins Einkaufszentrum gingen, schlug ich vor, dass wir uns eine Kugel Eis kaufen. Serena war einverstanden und setzte sich auf eine Bank in der Nähe.

Ich ging zur Eisdiele, die nur ein paar Meter entfernt war, und stellte mich in die Schlange. Ich bestellte eine Kugel Stracciatella und einen Vanillebecher.

Dann ging ich zu der Bank, auf der Serena saß. Ich schaute mich um und konnte sie nicht finden. Wo ist sie wohl hingegangen? Ich nahm mein Handy und rief sie an, aber Serena ging nicht ran. Ich suchte sie noch einmal, aber ich konnte sie nicht finden. Wo ist sie hingegangen? Vielleicht ist sie hier irgendwo auf die Toilette gegangen? Ich rief Serena noch einmal an und endlich nahm sie ab.

"Serena! Wo bist du?", fragte ich sofort.

"Sie ist hier, Kleiner."

Das ist doch nicht zu fassen....nein, das kann nicht sein....was hat Lessy mit Serenas Handy zu tun? Das ist einfach unmöglich....!

"Wo ist meine Schwester?", wollte ich wissen und geriet langsam in Panik.

"Stehst du an der Bank, an der sie gesessen hat?", fragte sie.

"Ja", antwortete ich.

"Dreh dich um 180 Grad. Dann siehst du ein Sportgeschäft."

Ich ging auf das Sportgeschäft zu.

"Dann gehst du an der Eingangstür dieses Sportgeschäfts entlang fünf Meter geradeaus und kommst zu einer kleinen Sackgasse, in der viele Mülltonnen stehen. Und genau in dieser Sackgasse sind wir."

Bevor ich etwas sagen konnte, legte sie auf.

Ich folgte Lessys Wegbeschreibung und sah tatsächlich Serena am Ende der Sackgasse. Sie war von Lessy und zwei anderen Mädchen umzingelt.

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- aki 🌹

Seine Schwester-Sein Leben Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt