Kapitel 6

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Am Dienstag bin ich mit Serena ins die Mittelschule gegangen.

Ich stellte mir vor, wie schön es wäre, wenn wir nächstes Jahr wieder auf dieselbe Schule gehen würden.

Auf dem Schulhof fanden wir Lessy und Klara, die sich mit zwei Jungs unterhielten.

Wir gingen auf sie zu und als wir vor ihnen standen, begrüßten wir sie.

"Können wir kurz mit euch reden?", fragte Serena.

"Wenn ihr etwas zu sagen habt, dann sagt es hier", bat Lessy.

"Ich möchte mich bei euch entschuldigen", gab ich zu.

"Oh, jetzt auf einmal. Jetzt brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Wir wissen, wie ihr seid", kommentierte Klara.

"Klara, was meinst du damit? Mein Bruder ist heute extra gekommen, um sich bei euch zu entschuldigen."

"Ist das der Kleine?", fragte der Junge mit den dunkelblonden Haaren.

"Ja, das ist er", lachte Lessy. "Er war so respektlos. Er hat keine Manieren und keine Disziplin, aber das ist nicht ungewöhnlich, schließlich wächst er ohne Mutter auf."

"Seinetwegen hat Serena ihre Mutter verloren", kommentierte Klara.

Wie gemein. Ich komme, um mich zu entschuldigen, und sie lachen mich aus.

"Lessy, Klara, nehmt das sofort zurück und entschuldigt euch bei meinem Bruder", verlangte Serena verärgert.

"Wenn der schon so scheiße drauf ist, dann ist die Schwester noch viel schlimmer", meinte einer der Jungs.

Aber das geht jetzt zu weit. Wenn sie über mich geredet haben, konnte ich mich noch zurückhalten, aber wenn es um meine Schwester geht, dann kann ich mich nicht mehr zurückhalten!

"Du kennst meine Schwester doch gar nicht! Und diese Hexen Lessy und Klara kennst du wahrscheinlich noch weniger. Meine Schwester hat ein gutes Herz und Lessy und Klara waren keine guten Freunde, weil sie wegen einer Kleinigkeit ihre Freundschaft aufgegeben haben."

"Der hat aber eine große Klappe", sagte der Junge mit den dunkelblonden Haaren.

"Das Haus von denen war sogar richtig schmutzig und unordentlich", kicherte Klara.

"Du lügst! Ich habe alles sauber gemacht", sagte ich verärgert.

"Ja, ja. Das hätte ich auch gesagt. Wir wissen, dass deine Schwester dich ausnutzt. Sie behandelt dich wie einen Sklaven. Allein, wie sie dich angeschrien hat, wenn du sie nur freundlich um etwas gebeten hast", log Klara.

"Was?! Wirklich?", fragte der dunkelhaarige Junge.

"Ja. Wir haben Serena am Freitag besucht und ich habe sie kaum wiedererkannt.", erzählte Lessy.

"Es ist zwar seine Schuld, dass sie ihre Mutter verloren hat, aber das ist doch kein Grund, den armen Jungen so zu behandeln. Er kann nichts dafür, schließlich war niemand da, der ihm Manieren beibringen konnte."

Warum lügen die so dreist?! Das macht mich wirklich wütend. Erst behaupten sie, ich hätte keine Manieren und keine Disziplin, und jetzt benutzen sie mich, um Serena schlecht zu machen! Ich will etwas sagen, aber Serena hält meine Hand fest.

"Es ist mir egal, was ihr über mich denkt, aber ich bin froh, eure wahren Gesichter gesehen zu haben. Ich bin froh, dass wir keine Freunde mehr sind", lächelte Serena und drehte sich um. Sie ließ meine Hand nicht los und wir gingen von der Gruppe weg.

Meine Schwester ist stark. Sie ist wirklich stark. Serena strahlt vor Selbstbewusstsein. Sie rastete nicht aus, war nicht aggressiv und konnte sogar lächeln. Irgendwann möchte ich auch so stark sein und die Lügen der anderen ignorieren können.

Seine Schwester-Sein Leben Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt