Kapitel 24

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Zwischen Kayla und mir läuft es wirklich nicht gut. Was soll ich nur tun? Soll ich uns noch mal ein unvergessliches Date verabreden? Vielleicht ist sie dann glücklich? Sie hat mich zwar angelogen, aber ich liebe sie, verdammt noch mal, ich liebe sie wirklich. Ich will nicht mit ihr Schluss machen.

Ich wünschte nur, ich hätte jetzt jemanden, mit dem ich offen und ehrlich darüber reden kann.

"Zean!", hörte ich Serenas Stimme hinter mir.

Ich drehte mich um und sah meine Schwester vor mir stehen.

"Geht es dir gut?"

Traurig blickte ich zu Boden.

"Nein, leider nicht."

***

Serena saß neben mir und überlegte einen Moment.

"Ich werde Kayla zur Rede stellen!", entschied sie.

"Was? Warum? Nein, bitte nicht."

"Warum nicht? Sie hat dich angelogen, ihre Lüge geleugnet und hängt mit einem anderen Typen rum! Außerdem ignoriert sie deine Anrufe und Nachrichten, erwartet aber, dass du dich bei ihr meldest", regte sich Serena auf.

"Das ist bestimmt alles nur ein Missverständnis. Außerdem würde das alles nur noch schlimmer machen. Ich werde noch einmal mit Kayla reden und mich entschuldigen."

"Ach ja? Du willst dich entschuldigen? Warum bist du die Einzige, die für eure Beziehung kämpft? Du hast so ein Mädchen nicht verdient."

"Bitte sag das nicht. Ich liebe sie."

Serena stöhnte genervt.

"Dann werde ich mir etwas einfallen lassen."

"Nein. Das brauchst du nicht. Danke, dass du mir zugehört hast. Es tut gut, mit jemandem über seine Sorgen zu reden."

"Das ist wohl das Mindeste, was ich als Schwester für dich tun kann."

Als die letzte Stunde vorbei war, bin ich nicht zum Karate Club gegangen. Nick rief mich an und fragte, ob Kayla und ich uns wieder vertragen hätten und ob sein Rat mir geholfen hätte. Sein Rat war eine gute Idee, aber meine Beziehung zu Kayla hat sich leider nicht verbessert.

Kayla ist im Volleyballclub und ich wusste, wann sie immer Schluss hat. Unser Club hat auch um diese Zeit Schluss, also bin ich noch in die kleine Turnhalle gegangen, in der die Mädchen trainieren. Vor der Eingangstür der Halle stand eine Tischtennisplatte, auf die ich meine Taschen gestellt habe. Wenn Kayla rauskommt, rede ich mit ihr.

Kurze Zeit später kamen alle Mädchen raus, auch Serena. Sie kam auf mich zu und sagte, dass Serena noch in der Halle sei und Bälle zurückbringe.

Also beschloss ich, noch ein bisschen auf Kayla zu warten.

"Ich gehe schon mal vor, dann kann ich den Bus um halb kriegen. Dann kannst du in Ruhe mit Kayla reden. Sie war gerade beim Training ziemlich gut drauf."

"Okay. Danke."

"Viel Glück."

Und damit verließ meine Schwester das Schulgelände.

Ich wartete und wartete, aber Kayla kam nicht heraus. Langsam machte ich mir Sorgen. Vielleicht ist ihr etwas passiert? Nach zwanzig Minuten ging ich in die kleine Turnhalle. Eigentlich ist die Kabine der Jungs abgeschlossen, aber ich schaute trotzdem nach und tatsächlich, die Kabine der Jungs war offen! Es waren aber keine Jungs drin, sondern nur die Mädchen vom Volleyballclub. Vielleicht hatte man einfach vergessen, die Kabine der Jungs im Laufe des Tages wieder abzuschließen. Ich eilte in die Turnhalle und sah niemanden. Dann schaute ich in den Geräteraum und der war abgeschlossen. Wo ist dann Kayla? Vielleicht noch in der Kabine? Ich werde anklopfen und nachsehen, ob sie wirklich da ist. Nicht, dass ihr etwas passiert ist. Als ich mich der Mädchenkabine näherte, sah ich, dass die Tür nicht richtig verschlossen war und ein Spalt offen stand. Ich hörte seltsame Geräusche.

Seine Schwester-Sein Leben Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt