So, I close my eyes to old ends and open my heart to new beginnings. – Unknown
Meine Zelle befand sich irgendwo unter der Erde, in die kein Sonnenlicht eindringen konnte, weshalb ich nach wenigen Tagen mein Zeitgefühl verlor. Die Überfahrt zu meinem Käfig verlief selbstverständlich reibungslos. Keiner schenkte mir und Levi Beachtung. Nur einige tuschelten leise hinter unserem Rücken.
Es fiel mir sehr schwer zu atmen. Erwins Angriff hatte seine Spuren hinterlassen. Der schimmlige Geruch des Untergrunds verschlimmerte diese Situation, aber nach einiger Zeit konnte ich mich auch an ihn gewöhnen.
Erfreulicherweise lag ich auf Stroh, das mich vom kalten Steinboden bewahrte. Meine Arme und Beine waren in stählernen Ketten gelegt, die es mir unmöglich machten mich viel zu bewegen. Ich kauerte vollkommen alleine dort. Doch die Einsamkeit schenkte mir Zeit, um über die vergangenen Ereignisse nachzudenken.
Erwin Smith hatte Recht – mein Verhalten war verdächtig. Nichtsdestotrotz gab es ihm nicht das Recht mich zu strangulieren, ehe ich mich erklären hätte können. Alles, was ich wollte war Gerechtigkeit, doch mir hätte klar sein sollen, dass dies zu viel verlangt war.
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen. Mit leicht federnden Schritten kam Hanji mit einem Koffer hineinspaziert. Im Handumdrehen öffnete sie die Zellentür und setzte sich zu mir auf den Boden.
»Hallo Kleines, wie geht es dir? Ich bin da, um deine Wunden anzusehen.« Ihre rehbraunen Augen blitzten freudig auf.
»Gut.«
Zu sprechen war schmerzhafter als erwartet.
»Dann wollen wir uns dich doch mal anschauen…«
Vorsichtig schob sie meinen Kragen zu Seite. Als sie meinen Hals erblickte, verharrte sie in ihrer Bewegung. Ihre Augenbrauen verzogen sich in einem scharfen Winkel.
»Oh mein Gott… Der ist ja ganz blau…«, jammerte Hanji entrüstet.
Nachdem, was Erwin mir angetan hatte, war es nicht verwunderlich. Fast mein gesamtes Gewicht zog an diesem Abend an meiner Luftröhre. Alleinig meine Zehenspitzen, die am Abgrund etwas halt fanden, retteten mich vor dem Ersticken.
»Na gut, zeige Mal deinen Brustkorb her, wie ich höre, fällt es dir schwer zu atmen.«
Sie drehte sich zu meinem Rücken und kletterte mit dem Ende eines Stethoskops meinen Brustkorb entlang. Ich atmete auf ihr Kommando einige Male tief ein und aus.
»Dieser Idiot hat ihr nicht allen ernstes eine Lungenprellung verpasst.« murmelte sie, während sie den Kopf schüttelte.
»Es wird nach einiger Zeit verheilen, da müssen wir abwarten. Eigentlich ist die Luft hier nicht wirklich förderlich…«, fügte sie hinzu.
Als sie mir einen warmen Brei daneben stellte, ging sie wieder hinaus.
Da es mir sehr weh tat zu schlucken, konnte ich nur die Hälfte des Breies essen. Sehnsüchtig wartete ich auf den Tag, an dem ich endlich freigelassen werden konnte. Auf der Stelle würde ich dann desertieren – die Folgen einer solchen Aktion waren mir bewusst, aber diese waren mir vollkommen gleich.
∞∞∞
Am nächsten Tag besuchte mich wieder Hanji – diesmal ohne Arzneikoffer. Wieder einmal kniete sie zu mir nieder. Nach einem Moment der Stille fing sie an meine Fesseln zu lösen. Reflexartig strich ich über die wunden Stellen an meinen Hand- und Fußgelenken.
»Heute ist dein Glückstag, die Ermittlungen sind zu Ende, du wurdest entlastet.«, erklärte sie freudig und reichte mir ihre Hand. Dankbar nahm ich sie entgegen, damit sie mir beim Aufstehen helfen konnte.

DU LIEST GERADE
Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)
FanfictionAls Adaina Dalton sich dem Aufklärungstrupp anschließt, hat sie nur ein einziges Ziel: Nicht auffallen. Doch Erwin Smith, dem talentierten Kommandanten des Aufklärungstrupps, entgeht nichts und niemand. Durch ein großes Missverständnis kreuzen sich...