Mon cœur ne me parle que de toi. - Albert Camus
Mein Herz spricht nur von dir. - Albert Camus
Nach den aufreibenden Ereignissen der letzten Wochen fanden wir uns in einer unerwarteten Ruhe wieder. Obwohl dieser Frieden an einem seidenen Faden hing, der bei einer falschen Bewegung reißen konnte, war ich trotzdem dankbar für einen Moment durchatmen zu können.
Erfreulicherweise hatte auch Erwin einen Augenblick Ruhe bekommen, den er mit mir teilen wollte, indem er mich an einen gewissen Ort ausführen wollte.
Für unsere Verabredung lieh mir Miranda ihr pastellblaues Kleid aus. Da sie im Vergleich zu mir ziemlich klein war, endete das Kleid bereits oberhalb meiner Knie.
Glücklicherweise waren die Ärmel kurzgeschnitten, sodass man nicht darauf schließen konnte, dass es nicht meiner Größe entsprach.
»Ist es wirklich in Ordnung, dass ich das Kleid ausleihe?«, fragte ich Miranda, die gerade dabei war ein passendes Haarband in mein Haar zu flechten.
»Ja natürlich, ich mag die Farbe sowieso nicht, deswegen kannst du es sogar behalten.«, entgegnete sie seufzend.
»Aber es hat deine Oma für dich geschneidert...«, murmelte ich nachdenklich, da Geschenke für mich unglaublich wertvoll waren. Das Zeichenbuch meines Vaters könnte ich nie jemanden hergeben.
»Sie näht mir jedes Jahr zu meinem Geburtstag etwas, also ist das nicht der Rede wert.«, erwiderte sie mit den Schultern zuckend.
»Sie muss dich sehr lieben.«, meinte ich lächelnd, woraufhin sich Miranda aufrichtete und sich zu mir wand. Mit einem konzentrierten Blick löste sie einige Strähnen aus meiner Frisur.
»Ja das tut sie. Nachdem meine Eltern gestorben sind, bin ich alles, was sie noch hat.«
Nun erhob ich mich jedenfalls vom Bett, um mir meine weißen Schuhe auf einem kleinen Absatz anzuziehen.
»Es muss schlimm für sie gewesen sein deine Eltern zu verlieren.«
Ich wollte mir nicht einmal vorstellen, wie furchtbar mein Vater gelitten hätte, wenn ich vor fünf Jahren an seiner Stelle gestorben wäre.
»Ja, ich glaube es ist das größte Leid dein eigenes Kind zu überleben.«, erwiderte sie melancholisch, »Einen Menschen, dem du das Laufen beigebracht hast, dem du nach jedem Alptraum die Tränen getrocknet und mitangesehen hast, wie er zu einer vollkommenen Persönlichkeit heranwächst, sollte man nicht beerdigen müssen. Es ist falsch.«
Behutsam drückte ich ihre Schulter, weswegen sie mit großen Augen zu mir hochschaute.
»Und wie hat sie reagiert, als du dich ebenfalls dem Aufklärungstrupp anschließen wolltest?«
Miranda richtete ihren Blick auf den kalten Holzboden.
»Sie hat geweint.«
Ein lautes Krachen holten uns aus unserem Gespräch. Die gedämpften Stimmen hinter der Tür wurden immer lauter. Augenblicklich riss ich die Tür auf, nur um zu entdecken, wie sich Jean und Eren auf dem Flur prügelten. Als sie uns beide bemerkten, hielten sie inne.
»Was genau wird das?«, hakte ich verständnislos nach.
»Eren will dich zum Altar führen, obwohl es selbstverständlich ist, dass ich es als dein bester Freund machen werde.«, keuchte Jean ihn fester am Kragen packend.
»Ich kenne Adaina länger als du und neben dir wird sie einfach nur lächerlich aussehen!«, protestierte Eren sofort, während er seine Faust weiter in sein Gesicht drückte.

DU LIEST GERADE
Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)
FanfictionAls Adaina Dalton sich dem Aufklärungstrupp anschließt, hat sie nur ein einziges Ziel: Nicht auffallen. Doch Erwin Smith, dem talentierten Kommandanten des Aufklärungstrupps, entgeht nichts und niemand. Durch ein großes Missverständnis kreuzen sich...