22. Der Beginn der Unendlichkeit

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! Dieses Kapitel enthält Szenen, die einige Leser als anstößig empfinden könnten. An alle, die sich angesprochen fühlen: Hier ist die Tür 🚪!

You are the finest, loveliest, tenderest and most beautiful person I have ever known – and even that is an understatement – F. Scott Fitzgerald

Es war bereits tiefe Nacht, als wir gemeinsam über die gepflasterten Straßen schlenderten. Verliebt lehnte ich mich an seine starke Schulter, solange unsere Finger ineinander verschränkt waren. Als ich zu ihm hochblickte, merkte ich, dass er mich genau beobachtete.

»Was?«, lachte ich verlegen auf und vergrub mich sogleich in sein schwarzes Jackett, damit er mein rotes Gesicht nicht sehen konnte.

»Nichts. Ich kann bloß meine Augen nicht von dir abwenden. Du bist wunderschön.«

Mein Herz klopfte wild, sodass ich mein Gesicht weiterhin gegen seinen Oberarm drückte.

»Versteckst du dich etwa?« Abrupt blieb Erwin stehen.

»Nein.«, erwiderte ich unbeholfen, obwohl es offensichtlich war.

Daraufhin wand er sich mir zu, während er mein Kinn langsam zu ihm aufrichtete. Seine erhitzen Augen begleitete ein kleines Schmunzeln.

»Warum versteckst du dieses hübsche Gesicht vor mir, hm?«, fragte er mich, solange sein Daumen über meine Lippen strich. Er trieb mich in den Wahnsinn.

»Weil es mir peinlich ist.«, stammelte ich hektisch. Wenn seine Hand mein Kinn nicht halten würde, dann hätte ich jetzt zu Boden geblickt.

»Warum sollte dir so ein schönes Gesicht peinlich sein?« Sein Schmunzeln wurde breiter.

»Weil ich vollkommen rot bin.«, murmelte ich leise.

Mit Leichtigkeit überwand er den Abstand zwischen unseren Gesichtern, um seine Lippen auf meine zu legen.

»Das macht es nur noch schöner.«, bemerkte er, als er den Kuss wieder auflöste. Wie kann ein Mann, wie er überhaupt existieren? Er ist perfekt.

»Wir sollten zurück gehen, es ist bereits sehr spät.«, meinte Erwin mich nachdenklich anblickend, woraufhin ich bloß wehmütig nickte.

Seine Hand glitt nun wieder zu meiner, um mich zurück zur Residenz leiten zu können. Der Kutscher parkte vor dem Eingang, da das Bankett bereits am ausklingen war. Mühelos half mir Erwin hinein zu steigen. Als wir beide im Wagen saßen, zügelte der Kutscher die Pferde. Von meinem Sitzplatz aus beobachtete ich, wie Erwins Augen meinen Körper umflogen. Ich wollte nicht zurück zum Hauptquartier, indem wir so tun müssten, als wäre nichts zwischen uns. Denn am Ende des Tages war ich immer noch seine Untergebene mit der er keine Beziehung führen durfte. Ich wusste, dass wir es regeln würden, aber bis dahin mussten wir abwarten.

»Warum runzelst du deine Stirn?«
Seine besorgte Stimme riss mich aus meinen Gedanken.

»Ich will nicht, dass dieser Abend endet.«, gab ich verloren zu. Sein Gesichtsausdruck wurde daraufhin sanfter.

»Ich auch nicht.«

Ein schwaches Lächeln entsprang meinen Lippen bei dieser Aussage.

»Aber er wird enden. Deshalb lass uns so lange es geht diese Zeit genießen.«, meinte er liebevoll, während er mir seine Hand entgegenstreckte.

Dankbar nahm ich sie entgegen und richtete mich auf, um mich neben ihn zu setzen, doch als ich aufstand, überfuhr die Kutsche im selben Moment einen Stein, sodass ich auf Erwins Schoß stürzte.

»Verzeihung.«, hörte ich den Kutscher murmeln, doch anstatt etwas zu erwidern, starrte ich weiter in Erwins verwunderte Augen.
Sie schimmerten anziehend im kühlen Mondschein.

Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt