7. Ein unerwartetes Geschenk

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Achtung: Obwohl wir erst in Staffel 1 sind, enthält dieses Kapitel Spoiler zu Erwins Hintergrundgeschichte (Anfang Staffel 3)

Am I in your head half as often as you're on my mind? If I don't make sense, please, forgive me, I can't sleep at night. – Finneas

Am nächsten Tag versuchte ich wie üblich verdächtige Personen zu beobachten. Diesmal tat ich so, als würde ich Fenster putzen, um keinerlei Verdacht auf mich zu lenken. Es fiel mir nicht schwer mich zu konzentrieren, obwohl ich gestern Nacht noch die Formulare des Kommandanten ausfüllen musste. Erfreulicherweise wurde ich sogar schnell fertig.

Putzen tat ich den ganzen Tag bis meine Finger am Abend weh taten. Nachdem ich meine Hände gründlich im Baderaum gesäubert hatte, machte ich mich auf den Weg zum Essenssaal. Auf dem Weg dorthin traf ich auf Miranda, die mich fröhlich anstarrte.

»Und wie ist es den ganzen Tag faulenzen zu können.«, scherzte sie neidisch, während sie mir ihren Ellenbogen in die Seite rammte. Verletzt stöhnte ich auf. Diese verdammte Lungenprellung.

»Nur weil ich nicht trainieren kann, heißt es nicht, dass ich mich ausruhen darf. Ich musste den ganzen Tag putzen.«, beschwerte ich meine wunden Hände reibend, die wegen den ganzen Chemikalien völlig ausgelaugt waren.

»Du Arme, deine Hände müssen wahrscheinlich weh tun.«, meinte Miranda fürsorglich, solange sie nach einer Hand griff. Als sie die rötlichen Flecke entdeckte, wurde ihr Gesicht blank vor Entsetzten.

»Oh mein Gott. Das sieht schlimm aus. In meinem Nachtschränkchen habe ich Handcreme. Sie wird helfen. Solange halte ich das Abendessen für dich zurück.«, bestimme sie kurzerhand. Dankbar lächelte ich sie an.

»Du rettest mich, danke.«

»Gerne. Aber mach nicht zu lange, sonst bleibt nichts übrig.«, entgegnete sie, während sie alleine ihren Gang in die Taverne fortsetzte.

Schnell sprintete ich zurück in unser Zimmer, dass ich seit dem heutigen Morgen nicht mehr betreten hatte, doch ehe ich meinen Blick auf ihr Nachtschränkchen richten konnte, blieb er an einer kleinen Schachtel auf meinem Bett hängen.

Verwirrt trottete ich zu dem besagten Objekt, dass sich auf meine Matratze verirrt hatte. Behutsam hob ich die schwarzhölzerne Schatulle hoch. Dabei fiel ein kleiner weißer Zettel auf den Boden, den ich umgehend aufhob.

Mir ist aufgefallen, dass du nur mit Bleistift zeichnest. Weil ich hierfür sowieso keine Verwendung habe, überlasse ich es dir.
                  - Erwin Smith

Langsam fuhr ich mit den Fingern über das Papier. Seine Handschrift war ordentlich. Genauso wie man es von einem Kommandanten erwartet.

Nach einem letzten Blick verstaute ich die Notiz in meiner Jackentasche.
Dann öffnete ich den Deckel des kleinen Holzkästchens. Als ich dort verschiedene Buntfarben mit Pinseln entdeckte, hielt ich geschockt meine Hand vor meinen Mund.
Die Herstellung dieser intensiven Farben war überaus aufwendig, sodass sie teuer verkauft wurden. Ich war solch ein großzügiges Geschenk nicht wert, aber Abzulehnen wäre in diesem Fall unhöflicher.

Zerstreut setzte ich mich auf mein Bett. Was sollte ich denn bloß machen, wie konnte ich es ihm nur zurückzahlen? Ich biss mir auf meine Unterlippe, während meine Augen nach Ideen im kargen Zimmer suchten.

Er liest gerne. Also sollte ich ihm vielleicht ein Buch kaufen. Doch mit welchen Geld? Und außerdem weiß ich nicht, welches Genre er bevorzugt. Entrüstetet schlug ich die Hände vor meinen Gesicht.
Warum hatte er das getan? Es wäre nützlicher gewesen die Farben zu verkaufen, da sie vollkommen unberührt waren.

Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt