His eyes were the same colour as the sea in a postcard someone sends you when they love you, but not enough to stay. – Warsan Shire
Erwin
Nachdem ich das vor mir liegende Dokument mit meiner Unterschrift signiert hatte, legte ich die Schreibfeder zur Seite. Wegen meinen Verletzungen konnte ich nicht mehr mit den Papieren auf meinem Schreibtisch mithalten, weshalb ich Adaina zu meiner Aushilfe bestimmt hatte. Weil sie selbst nicht am Training teilnehmen konnte und begabt im Formulieren war, konnte sie mir problemlos vormittags aushelfen.
Dabei wusste ich, dass dies nicht der wahre Grund war, warum sie jeden Tag an meinem Schreibtisch saß. In Wirklichkeit wollte ich bloß Zeit mit ihr verbringen. So einfach war es.
Seufzend richtete ich mich von meinem Stuhl auf und schlenderte zum Fenster. Es regnete.
Seit Tagen verschleierte den Himmel eine düstere Wolkendecke, sodass ich allmählich vergaß, dass wir Sommer hatten.Obwohl der Regen die gesamte Umgebung durchnässte, öffnete sich wie jeden Tag die Eingangstür und sie trat heraus. Kurz bevor die Soldaten vom Training zurückkehrten, stellte sie sich vorne hin und wartete auf ihre Freunde.
Es klopfte.
»Name und Anliegen.«, fragte ich mechanisch nach.
»Mike Zacharias. Ich bringe den Monatsbericht.«, erschallte es hinter der Tür.
»Komm rein.«, erwiderte ich mich der Tür zuwendend.
Kurz darauf öffnete er behutsam die Tür und schritt in das Büro hinein. Dann überquerte er die Distanz zu meinem Schreibtisch, um die geforderten Dokumente abzulegen.
Als er das letzte Papier auf dem Tischholz platziert hatte, trat er zu mir an das Fenster. Sein ruhiger Blick fiel sofort auf die junge Frau, die wartend im Türrahmen lehnte. Er lächelte leicht.
»Sie ist süß oder?«, fragte er mich, nachdem er sie einige Momente gemustert hatte.
»Sie wartet jeden Tag geduldig auf die Rückkehr ihrer Kameraden. Das ist in der Tat… süß.«
Nun wand er seinen Blick von ihr ab, um mir in die Augen blicken zu können.
»Aber für dich ist sie mehr als das, nicht wahr?«
Ein müdes Lächeln zeichnete sich auf meinen Lippen auf, solange mein Blick wieder zu ihr wanderte.
»Du hast eine ausgezeichnete Nase, Mike.«, antwortete ich lediglich.
Genau als ich den Satz beendete, trotteten die ausgelaugten Soldaten zurück zum Hauptquartier. Adaina richtete sich sofort auf, als sie Jean und Miranda in der Masse entdeckte.
»Weißt du, anfangs ist sie mir überhaupt nicht aufgefallen.«, meinte Mike sich über sein Kinn streichend, »Aber seit der Teegeschichte geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Ja, wenn sie einem einmal auffällt, dann kann man seinen Blick nicht mehr von ihr abwenden.«Er lachte kurz auf.
»Und genau dann merkt man, dass sie hier überhaupt nicht hin passt.«
Ihre beiden Freunde näherten sich ihr nun. Mit einem breiten Grinsen empfang sie die zwei.
»Sie ist wirklich sonderbar. Selbst du konntest ihrem rätselhaften, gewissen Etwas nicht widerstehen…«
Auf einmal zerrte Jean sie am Nacken mithilfe seiner Ellenbeuge hinunter. Er behielt sie fest im Griff, solange Miranda ihren nassen Umhang wie einen Lappen über Adainas Kopf ausdrückte.
»Ich frage mich in welche Richtung sich die Geschehnisse entwickeln werden.«
Hilflos versuchte Adaina sich aus seinem Griff zu reißen, doch es war bereits zu spät, da Miranda nun Jeans Umhang über ihr ausdrückte.
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Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)
FanfictionAls Adaina Dalton sich dem Aufklärungstrupp anschließt, hat sie nur ein einziges Ziel: Nicht auffallen. Doch Erwin Smith, dem talentierten Kommandanten des Aufklärungstrupps, entgeht nichts und niemand. Durch ein großes Missverständnis kreuzen sich...