21. Die Nacht, die alles veränderte

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I want you. It's as simple as that. I've spent a great deal too much of my life already trying to convince myself that I can, make, do with less but I can't. You hear me? I'm done. I'm not giving up. A life without you is not enough. - Beau Taplin

Grauenvoll - mit diesem Wort kann man die Situation, in der wir uns wiederfanden, am treffendsten beschreiben. Bei der Suchaktion konnte Jonas nicht gefunden werden, sodass er samt all seinen wertvollen Informationen, einfach verschwand. Wir hatten nichts mehr vorzuweisen, nichts mehr, um die Todesopfer innerhalb der Mauer Sina zu rechtfertigen. Es war alles umsonst gewesen.

Außerdem wussten wir nicht im Geringsten, wer ihm zur Flucht verhelfen konnte. Die Tage ging ich Erwin gekonnt aus dem Weg, weil ich nicht wusste, wie ich ihm gegenüber treten sollte, obwohl ich ihn insgeheim vermisste. Selbst wenn ich ihm in die Augen blicken könnte, würde er mich sicherlich sowieso nicht sehen wollen. Doch dies war nicht das Einzige, was mich die letzten Tage quälte.

Als die anderen erfahren hatten, dass der geflüchtete Spion mein Kindheitsfreund war, wurde mein Wert mit dem von Dreck gleichgestellt. Ich wurde andauernd angerempelt, beleidigt und bespuckt. Trotz Jeans und Mirandas Schutz, ließen die anderen Truppenmitglieder ihren Frust an mir aus. Dennoch konnte ich es ihnen nicht verübeln. Es war im Grunde genommen meine Schuld, da ich Erwin umgehend informieren hätte sollen, als Jonas am damaligen Abend in meinem Zimmer auftauchte. Aber ich hatte es verschwiegen, weil ich ihn wie jetzt nicht konfrontieren konnte. Vielleicht hatte er doch Recht. Gefühle zerstören alles, sie gehören nicht an die vorderste Front.

»Hör auf deine Stirn zu runzeln, sonst kriegst du noch Falten.«, riss mich Mirandas meckernde Stimme aus meinen Gedanken.

Sie saß gegenüber von mir auf ihren Bett, solange Jean mit verschränkten Armen neben der Tür lehnte. Sie hatten sich sofort dazu bereit erklärt mein Personenschutz zu sein, sodass ich mindestens mit meinen engsten Freunden die Zeit absitzen konnte.

»Ihre Stirn ist nicht mehr zu retten.«, scherzte Jean, als ich nicht antwortete.

Ich wusste, dass die beiden mich bloß aufzumuntern versuchten, weswegen ich ein schwaches Schmunzeln auf meine Lippen kämpfte.

»Glücklicherweise habe ich keinen verrückten Exfreund wie du.«, warf Miranda sich zu mir wendend ein.

»Natürlich nicht, keiner würde mit dir freiwillig zusammen sein wollen. Selbst ein Verrückter nicht.«, meinte Jean böse grinsend.

Nach dieser Aussage feuerte Miranda ihm ihre Handcreme entgegen, die er im letzten Moment noch fangen konnte.

»Ha! Übertrage deine Probleme nicht auf mich! Heute wurde ich auf ein Date eingeladen und weißt du was? Ich gehe hin. Er ist heiß, groß und hat schöne Muskeln.«, protestierte Miranda laut, doch das darauffolgende Türklopfen ließ sie verstummen.

In Angriffsposition öffnete Jean langsam die Tür, doch als er auf dem Flur den Hauptgefreiten Levi entdeckte, entspannte er sich wieder. Im nächsten Moment sprangen wir alle auf, um zu salutieren. Sein stählerner Blick ruhte dabei auf uns.

»Dalton?«, fragte seine harte Stimme nach mir.

»Ja?«

»Heute Abend begleitest du den Kommandanten auf ein Bankett. Hanji wird dir später das Kleid vorbeibringen.«, bestimmte er emotionslos. Ich verstand nichts mehr.

»Ich dachte, dass er dort immer alleine hingeht?«, hakte ich verständnislos nach.

»Das tut er, doch wegen den letzten Ereignissen wird es ihm besonders schwer fallen, Spender für den Aufklärungstrupp zu gewinnen, weswegen ihm eine weibliche Begleitung dabei helfen wird.«, erklärte er trocken.

Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt