24. Ich lasse dich nicht gehen

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You asked me ”Do you wanna die alone or watch it all burn down together?“ I said I'd rather try to hold on to you forever. – Finneas

Als ich wieder zu mir kam, fand ich mich auf einem riesigen Ast wieder. Angestrengt fing ich an meinen dröhnenden Kopf zu massieren.

War alles bloß ein Traum gewesen?

Vollkommen orientierungslos schaute ich mich umher bis mein Blick auf einen bestimmten Weißhaarigen fiel, der sich sofort zu mir seilte. Langsam sank er vor mir auf die Knie, um meine Wange mit seiner warmen Handfläche zu umhüllen.

Augenblicklich schlug ich sie weg. Dabei flackerte Zorn in seinen grünen Augen auf.

»Wo zur Hölle bin ich?«, wollte ich aufgebracht wissen.

»In einem Wald.«, erwiderte er trocken.

Verwirrt ließ ich meinen Blick im dichten Grün schwelgen, bis ich auf einen weiteren Ast Reiner, Berthold, Eren und Ymir entdeckte. Ich hatte mit meinen Vermutungen also Recht gehabt, doch ich kam sowieso viel zu spät.

Auf der Stelle rappelte ich mich auf, um in die Tiefe des Waldes zu flüchten, doch ehe ich nur einen Schritt machen konnte, zwang mich mein Kopf wieder zu Boden. Wenn Jonas mich nicht rechtzeitig gerettet hätte, wäre ich vom Ast in das Maul eines Titanen gefallen. Sein starker Arm griff um meine Taille, während er verschmitzt schmunzelte.

»Wohin denn so schnell mein Schmetterling?«, fragte er seinen Kopf schief legend.

Zu gerne hätte ich jetzt Flügel gehabt, um einfach fliehen zu können. Dann zog er mich in eine Umarmung. Mein gesamter Körper verkrampfte sich augenblicklich unter dem Druck. Leider hatte ich keine Kraft, um mich von ihm wegzustoßen.

»Keine Sorge, wir ruhen uns bloß hier aus und dann gehen wir zurück nach Hause. Du wirst es dort lieben.«, meinte er ruhig, solange er seine Hand über meinen Kopf fahren ließ.

»Du elendiger Verräter.«, fluchte ich als Antwort auf und schüttelte seine Hand ab, »Diese Menschen haben meinen Vater getötet, sie haben mir alles genommen, was ich je geliebt habe… Und jetzt stehst du hier auf ihrer Seite. Wie kannst du es nur wagen…«

»Eigentlich bist du die Verräterin. Aber dein Vater konnte dir nicht alles rechtzeitig erklären, weswegen du den falschen Weg eingeschlagen hast. Aber jetzt bin ich hier.«, entgegnete er gelassen, während er mein Kinn zu ihm aufrichtete.

Aufgebracht presste ich meine Zähne zusammen. Das einzige, über das er dauernd redete, war dieses sogenannte Zuhause.

»Dann erkläre es mir.«, forderte ich ihn heraus. Seine Miene tränkte Unzufriedenheit.

»Nicht jetzt. Wenn wir daheim sind, zeige ich dir alles.«

Keuchend trat ich einen Schritt zurück, doch Jonas zog mich wieder gegen seine Brust.

»Alles wird gut, ich verspreche es. Du musst mir vertrauen.«, erwiderte er liebevoll mit seinem Daumen über meine Wange kreisend. Ein sanftes Lächeln schlich sich auf seine Lippen.

»Bald kann uns keiner mehr trennen.«

Er strich mit seinem Daumen kurz über meine Lippen bis er seinen Mund auf meinen drückte. Meine Augen weiteten sich vor Entsetzen. Obwohl ich ihn damals oft geküsst hatte, erkannte ich seine Lippen nicht mehr wieder. Er hatte einen mir fremden, unbekannten Geschmack. Von dem Mann, den ich einst liebte, war nichts mehr übrig geblieben. Schockiert versuchte ich ihn von mir zu stoßen, doch er drückte sich daraufhin nur verbissener in meine Lippen. Wie ein verzweifelter Vogel in einem Käfig versuchte ich mich aus seinem Griff zu befreien.

Till Forever Falls Apart (Erwin X OC)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt