Kapitel 6

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„Pssshtt!", machte er augenblicklich. Bevor ich auch nur ein weiteres Wort herausbringen konnte, presste er seinen Zeigefinger sanft, aber bestimmt auf meine Lippen und blickte sich mit gehetztem Blick unruhig in der glitzernden Menschenmenge um.

„Ich bin undercover hier, K", raunte er mir mit einem bitterernsten Gesichtsausdruck zu. Trotz der offensichtlichen Gefahr, in der er schwebte, konnte ich mir ein leises, amüsiertes Lachen einfach nicht verkneifen. Er sah in dieser steifen Kook-Uniform einfach zu skurril aus.

Mit gedämpfter Stimme und schnellen Worten erklärte mir der Blondschopf, warum er sich überhaupt als Kellner eingeschlichen hatte. Noch während er sprach, sah er sich immer wieder nervös um, ehe er mir blitzschnell einen kleinen, zusammengefalteten Zettel in die Hand drückte. Seine Finger berührten meine, und trotz der Hektik schoss dieses vertraute Prickeln durch meinen Arm.

„Kannst du den Sarah geben? Bitte. Es ist wichtig", flüsterte er dringlich.

Ich nahm ihm die Notiz entgegen. Meine Neugier flammte sofort auf, und noch bevor ich das Papier auch nur ansatzweise auseinanderfalten konnte, hob er beschwichtigend die Hände. „Du darfst ihn nicht lesen, Kate. Versprich es mir."

Ich legte die Stirn in Falten und starrte JJ abwartend an, in der Hoffnung, eine halbwegs sinnvolle Erklärung für diese Geheimniskrämerei zu bekommen. „Wieso bitteschön darf ich ihn nicht lesen? Sarah ist meine beste Freundin, JJ."

Ein unangenehmes Gefühl der Unsicherheit kroch in mir hoch. Warum schrieben sich die beiden heimliche Zettel? Doch gerade als er ansetzte, um mir zu antworten, veränderte sich die Luft um uns herum schlagartig. Sie wurde eisig.

„Belästigt dieser Abschaum dich etwa, Katherina?"

Die schneidende Stimme gehörte Rafe. Wie aus dem Nichts tauchte er zusammen mit seinem besten Freund Kelce hinter uns auf. Noch bevor ich reagieren konnte, machte Rafe einen aggressiven Schritt nach vorne und packte JJ brutal an den Schultern. Seine Knöchel traten weiß hervor, als er den Stoff der Kellneruniform zusammenkrampfte.

„Rafe, lass ihn sofort los!", befahl ich ihm mit bebender Stimme, doch meine Worte schienen ungehört an ihm abzuprallen. Er starrte nur JJ mit einem Blick an, der puren, ungefilterten Hass widerspiegelte.

„Man, ich wusste ja gar nicht, dass du jetzt hier den Laufburschen spielst und kellnerst, Pogue", spottete Rafe mit einem ekelhaft sarkastischen Unterton.

Kelce stimmte sofort in ein hämisches, lautes Lachen ein. Ich warf JJ einen mitleidigen, besorgten Blick zu, während mein Herz wild gegen meine Rippen hämmerte.

„Jungs, ganz ruhig... wir können das doch sicher auch ohne Gewalt klären, oder?", scherzte JJ nervös. Ein gequältes Lächeln lag auf seinen Lippen, als hätte er sein Schicksal in diesem Moment bereits hingenommen. Er wusste genau, dass er auf Kook-Territorium keine Chance hatte.

Ein allerletztes Mal trat ich einen Schritt näher an Rafe heran. „Rafe, bitte, lass ihn einfach gehen!", flehte ich fast schon, doch es war absolut sinnlos. Seine Augen waren starr auf sein Opfer gerichtet, und meine Worte prallten an seiner harten Fassade ab wie Wassertropfen an Stein.

Plötzlich, in einem Bruchteil einer Sekunde, nutzte JJ einen Moment der Unachtsamkeit. Mit einer geschickten, ruckartigen Bewegung schaffte er es, sich aus Rafes festem Griff loszureißen. Er wirbelte herum und lief im Vollsprint davon.

„Hey! Bleib stehen, du Ratte!", brüllte Rafe wütend. Er und Kelce zögerten keine Sekunde und jagten ihm sofort quer über den Rasen hinterher.

Ich wollte den Jungs instinktiv hinterherrennen, um Schlimmeres zu verhindern, doch ein Blick hinunter zu meinen goldenen High Heels holte mich in die Realität zurück. In diesen Schuhen würde ich auf dem weichen Rasen wohl nicht einmal zehn Meter weit kommen. Also beschloss ich schweren Herzens, meiner eigentlichen Aufgabe nachzugehen. Ich musste Sarah finden, um ihr den mysteriösen Zettel zu überreichen.

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt