Kapitel 10

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Der nächste Tag brach mit einem strahlenden, fast schon erbarmungslosen Sonnenaufgang an. Das grelle Licht fraß sich durch die Ritzen der Vorhänge, und im selben Moment schoss mir der Gedanke an meinen anstehenden Geburtstag durch den Kopf. Es gab noch so unendlich viel zu erledigen. Ich schwang die Beine aus dem Bett, schlüpfte in eine bequeme, lockere Hose und warf mir einen übergroßen, kuscheligen Hoodie über.

Bevor ich jedoch nach unten in die Küche huschte, schlich ich auf Zehenspitzen den Flur entlang und warf einen vorsichtigen Blick ins Gästezimmer. Die Tür knarrte leise. Rafe lag noch immer tief und fest vergraben in den Kissen, die Decke bis zur Brust gezogen, und atmete gleichmäßig. Er wirkte im Schlaf so friedlich, so unschuldig – ein krasser Gegensatz zu dem Chaos, das ihn sonst umgab. Ich wollte ihn beim besten Willen nicht wecken, schloss die Tür behutsam wieder und tappte leise die Treppen hinunter.

In der Küche schaltete ich als Erstes die Kaffeemaschine ein. Während das dunkle Gold duftend in meine Tasse lief, fischte ich mein Handy aus der Tasche und checkte die Nachrichten. Ein kleiner Stich des schlechten Gewissens traf mich: Ich hatte zwei neue Nachrichten von JJ und ganze vier verpasste Nachrichten von Sarah auf dem Display. Ich warf einen Blick auf die digitale Uhrzeit – *9:32 Uhr*.

„Verdammt, die Zeit rennt", murmelte ich, trank den heißen Kaffee in ein paar schnellen, brennenden Schlücken aus und steckte das Handy weg. Ich schnappte mir meine Autoschlüssel und fuhr kurz darauf auch schon los in Richtung Stadt.

Ich brauchte unbedingt noch die passende Dekoration für die Party am Samstag, und natürlich durften auch ein paar Flaschen teurer Champagner sowie jede Menge Snacks für die Pogues nicht fehlen. Die Geschäfte waren voll, und als ich schließlich alles zusammengesucht hatte, schleppte ich die schweren, einschneidenden Papiertüten mühsam über den heißen Asphalt des Parkplatzes zu meinem Wagen. Spätestens jetzt, als mir die Griffe fast die Finger abschnürten, bereute ich es zutiefst, Rafe nicht doch aufgeweckt zu haben. Er hätte mir mit seinen breiten Schultern definitiv als Packesel dienen können.

„Hallo, Katherina!"

Eine tiefe, vertraute und erschreckend herrische Stimme erklang plötzlich direkt hinter mir. Ich zuckte zusammen, wirbelte herum und blickte geradewegs in das perfekt inszenierte Kook-Gesicht von Ward Cameron. Mein Herz rutschte mir kurz in die Hose.

„Oh... Hallo, Mr. Cameron", begrüßte ich Rafes Vater so freundlich und unbefangen wie nur irgendwie möglich, während ich versuchte, mir meine nervöse Anspannung nicht anmerken zu lassen.

„Was verschlägt dich denn in dieser Hitze hierher?", fragte er mit einem charmanten, väterlichen Lächeln, das seine Augen jedoch nicht ganz erreichte.

„Oh, ich habe nur ein paar Besorgungen für meinen Geburtstag am Wochenende gemacht", erklärte ich und stellte die schweren Tüten dankbar auf dem Boden ab, da meine Hände ohnehin schon schmerzhaft pochten.

„Ah, verstehe. Das große Fest steht an", nickte er wissend. Er blickte auf die prall gefüllten Taschen zu meinen Füßen. „Brauchst du vielleicht Hilfe beim Tragen? Das sieht verdammt schwer aus."

„Nein, nein, wirklich nicht! Ich möchte Ihnen absolut keine Umstände machen, Mr. Cameron", wiegelte ich hastig ab. Der Gedanke, zu viel Nähe zu Ward aufzubauen, während sein verstoßener Sohn illegal in meinem Gästezimmer schlief, verunsicherte mich zutiefst.

„Ach, ich bitte dich, Katherina! Ich mach das doch gerne. Dein Vater und ich sind schließlich Geschäftspartner, wir halten zusammen", sagte er mit einem tiefen, dröhnenden Lachen. Noch bevor ich protestieren konnte, beugte er sich vor und nahm mir beide Tüten mit einer Leichtigkeit ab, die mich schlucken ließ.

„Vielen Dank... das ist wirklich sehr nett", murmelte ich und ging schweigend neben ihm zu meiner G-Klasse.

Ich öffnete per Knopfdruck den Kofferraum, und Ward half mir mit routinierten Bewegungen dabei, den Champagner und die Deko sicher zu verstauen.

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt