Kapitel 21

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Als der Zeiger der alten Wanduhr im Wreck endlich die ersehnte Feierabendzeit anzeigte, fiel mir ein gewaltiger Stein vom Herzen. Meine Beine fühlten sich an wie Blei. Ich flüchtete in die Personalräume, streifte die fleckige Schürze ab, zog mir meine privaten Klamotten an und verabschiedete mich schließlich mit einer müden, aber herzlichen Umarmung von Kiara.

Ich trat hinaus auf den dunklen, schottrigen Parkplatz. Die kühle Abendluft tat unheimlich gut auf meiner erhitzten Haut. Mein Blick schweifte suchend umher und blieb fast augenblicklich an einem vertrauten Wagen hängen: Toppers Jeep stand unübersehbar am Rand des Geländes. Und am Steuer saß, im fahlen Licht der Straßenlaterne, unverkennbar Rafe.

Er tippte konzentriert auf seinem Handy herum und bemerkte mich absolut nicht, als ich mich mit leisen Schritten dem Wagen näherte. Ohne Vorwarnung packte ich den verchromten Griff, riss die Beifahrertür schwungvoll auf und ließ mich auf den Sitz fallen. Rafe zuckte heftig zusammen, ließ das Handy fast fallen und starrte mich mit geweiteten Augen an.

„Sag mal, stalkst du mich jetzt eigentlich schon auf Schritt und Tritt, oder hat dich mein Vater etwa wieder höchstpersönlich darum gebeten, das Chauffeur-Mädchen zu spielen und mich nach Hause zu bringen?", herrschte ich ihn direkt mit einer scharfen, zynischen Stimme an.

Er fing sich jedoch überraschend schnell wieder. Ein tiefes, unlesbares Leuchten trat in seine eisblauen Augen. „Weder noch, Kate. Steig einfach vernünftig ein und schnall dich an, dann erkläre ich es dir."

Ich stieß ein genervtes Schnauben aus, verdrehte demonstrativ die Augen, knallte die schwere Wagentür mit voller Wucht zu und starrte stur aus dem Fenster, während Rafe den Motor aufheulen ließ und schwungvoll vom Parkplatz des Restaurants hinunterfuhr.

Während der gesamten Fahrt herrschte ein eisiges, drückendes Schweigen zwischen uns. Keiner von uns beiden würdigte den anderen auch nur eines Blickes. Im Hintergrund summte nur das leise Geräusch der Reifen auf dem Asphalt. Ich war innerlich noch immer absolut tief verletzt und stinksauer auf ihn wegen seiner gestrigen Entgleisung – und ich bereute es bereits nach den ersten zweihundert Metern zutiefst, überhaupt in diesen verdammten Jeep eingestiegen zu sein.

Rafe fuhr ziellos ein wenig in den dunklen Straßen von Outer Banks herum, bog schließlich in ein abgelegenes Waldstück ab und brachte den Wagen schließlich auf einem völlig verlassenen, unbeleuchteten Schotterparkplatz zum Stehen. Es war bereits stockdunkel, und außer uns war weit und breit keine Menschenseele zu sehen oder zu hören. Nur das dichte Blätterdach der Bäume schützte uns vor den Blicken der Außenwelt.

„Du wolltest also reden, Rafe. Dann rede verdammt noch mal!", sagte ich schneidend scharf, lehnte mich tief in das Leder des Sitzes hinein und sah ihn mit verschränkten Armen abwartend von der Seite an.

Rafe stellte den Motor ab, löste die Hände vom Lenkrad und drehte sich ganz langsam zu mir um. Das fahle Mondlicht warf harte Schatten auf seine markanten Gesichtszüge. „Ich... ich wollte mich einfach nur für mein absolut beschissenes Verhalten neulich im Auto entschuldigen", sagte er mit einer überraschend leisen, fast schon rauen Stimme. Er sah mir dabei so unendlich tief und intensiv in die Augen, dass ich für den Bruchteil einer Sekunde das beängstigende Gefühl hatte, hilflos in seinem Blick zu ertrinken.

„Okay", antwortete ich nur vollkommen trocken und ungerührt.

Rafe blinzelte verwirrt, legte den Kopf schief und versuchte angestrengt, meinen unnahbaren Gesichtsausdruck zu studieren. „Okay? Was bitteschön soll das heißen: Okay?"

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt