Kapitel 9

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„Wo ist dein Dad?", fragte Rafe mit gedämpfter Stimme, als wir schließlich bei mir zu Hause ankamen. Er blieb in der Auffahrt kurz stehen, während sein Blick prüfend über die dunkle Fassade des Hauses glitt.

„Geschäftsreise", antwortete ich knapp, schloss die schwere Haustür auf und trat beiseite.

Ich machte die Tür hinter uns zu, und das vertraute Klicken des Schlosses hallte wider. Rafe nickte verstehend, sichtlich erleichtert, und sah sich langsam im hellen, eleganten Flur um. Die Anspannung der letzten Stunden schien ein wenig von seinen Schultern abzufallen.

„Komm, ich zeig dir das Gästezimmer."

Er folgte mir schweigend die geschwungene Treppe hinauf. Das sanfte Licht der Wandspots erhellte unseren Weg. Ich öffnete eine der Türen am Ende des Flurs und trat einen Schritt zurück. „Hier."

Er betrat das Zimmer und betrachtete es schweigend. Die Wände waren in einem beruhigenden Weiß gestrichen, und das große, einladende Doppelbett nahm den meisten Platz im Raum ein. Ursprünglich hatte ich immer hier geschlafen, wenn ich meinen Dad in den Ferien besuchte, bevor ich fest auf die Insel gezogen war. Es war gemütlich, hell und bot einen direkten Blick auf den Garten.

„Kate... ich will dir wirklich keine Umstände machen", sagte Rafe plötzlich. Er drehte sich zu mir um, und sein Blick war ungewohnt ernst, fast schon verletzlich.

Ich verschränkte die Arme vor der Brust und schenkte ihm ein schiefes Lächeln. „Halt einfach die Klappe, Cameron, bevor ich es mir anders überlege."

Ein schmales, ehrliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus – ein seltenes Bild, das seine sonst so harten Züge augenblicklich weicher werden ließ.

„Hast du Hunger?", fragte ich ihn, als wir wenig später wieder gemeinsam nach unten in die Küche gingen.

„Ja. Und wie", gab er unumwunden zu. Der raue Ton in seiner Stimme verriet, wie erschöpft er tatsächlich war.

Während Rafe sich seufzend auf die große, dunkle Ledercouch im Wohnzimmer sinken ließ, begann ich in der Küche damit, Pasta für uns beide zuzubereiten. Ich stellte einen großen Topf mit gesalzenem Wasser auf die Herdplatte und gab die Nudeln hinein, als das Wasser zu brodeln begann.

„Ich nehme mal an, ich darf hier drinnen nicht kiffen, oder?", tönte Rafes Stimme plötzlich schmunzelnd aus dem Wohnzimmer zu mir herüber.

„Nope. Absolut richtig angenommen", rief ich lachend zurück, während ich die Soße umrührte.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde war das Essen endlich fertig. Der köstliche Duft von frischen Kräutern und Tomatensoße zog durch das gesamte Erdgeschoss. Ich deckte zügig den großen Esstisch.

„Essen ist fertig!", rief ich und nahm die tiefen Teller aus dem Oberschrank.

Rafe tauchte in der Küchentür auf und atmete tief ein. „Das riecht absolut köstlich", lobte er meine Kochkünste, woraufhin ich mich mit einem leisen Danke und leicht erröteten Wangen bedankte.

Wir setzten uns an den massiven Holztisch und fingen an zu essen. Rafe saß mir direkt gegenüber, und das Szenario erinnerte mich augenblicklich an das steife Dinner bei den Camerons von neulich. Doch dieses Mal war es anders. Kein Ward, kein Erwartungsdruck. Ich beobachtete ihn unauffällig von der Seite; seine Augen waren starr auf den Teller gerichtet, und er aß ungewohnt hastig. Er hatte wohl schon länger keine ordentliche Mahlzeit mehr gehabt.

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt