Ich verharrte ruckartig in meiner Bewegung, klammerte mich mit schweißnassen Händen an die hölzernen Sprossen der Rankhilfe und hielt den Atem an. Mein Herz pochte so unbarmherzig und laut gegen meine Rippen, dass ich Angst hatte, das dumpfe Schlagen würde durch den gesamten, stillen Garten hallen. In meinem Kopf drehte sich alles. Ich wollte mir beim besten Willen nicht ausmalen, wie mein Vater reagieren würde, wenn er mich hier draußen mitten in der Nacht bei einem illegalen Fluchtversuch erwischen würde. Das wäre mein absolutes Todesurteil.
„Pssst, Kate! Hier drüben!", erklang plötzlich eine vertraute, leise Stimme im Flüsterton aus dem tiefen Schatten des großen Gebüsches direkt unter mir.
Ich zuckte heftig zusammen, doch im selben Moment fiel mir ein gigantischer Stein vom Herzen. Es war JJ. Noch nie in meinem gesamten Leben war ich so unendlich erleichtert gewesen, seine kratzige, leicht raue Stimme zu hören.
Ich atmete zittrig aus, sammelte meine verbliebene Kraft und stellte vorsichtig einen Fuß vor den anderen, bis ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, warf ich mich dem Blondschopf direkt in die Arme und fiel ihm heftig um den Hals. JJ fing mich sicher auf, schlang seine starken Arme fest um meinen Rücken und drückte mich an sich. Sein vertrauter, tröstlicher Duft nach Salz, Tabak und der Freiheit des Meeres stieg mir sofort in die Nase, und ich lächelte erleichtert mitten in sein weiches T-Shirt hinein.
„Komm, wir müssen schnell von hier abhauen, bevor die Lichter im Haus angehen", flüsterte er mir ins Ohr, löste sich sanft aus der Umarmung und griff fest nach meiner Hand.
Gemeinsam rannten wir im Schutz der Dunkelheit geduckt über den Rasen, schlüpften durch die Lücke im Zaun und liefen direkt auf den verbeulten VW-Bus zu. Die Twinkie wartete bereits mit gedimmten Scheinwerfern am Waldrand. Im Inneren saßen die anderen und hielten uns aufgeregt die Schiebetür offen. Sobald JJ und ich keuchend in das Fahrzeug gesprungen waren und die Tür mit einem lauten Scheppern ins Schloss fiel, trat John B aufs Gas und fuhr los. Mein rasender Herzschlag verlangsamte sich endlich, je weiter wir uns von der Festung meines Vaters entfernten.
„Willkommen zurück in der Freiheit, Torres", entfuhr es John B vom Fahrersitz aus, während er mir durch den Rückspiegel ein breites Grinsen schenkte.
Ich grinste glücklich zurück und lehnte meinen Kopf erschöpft, aber unendlich zufrieden gegen die Fensterscheibe. Sie hatten mir in den Tagen der Isolation alle so unglaublich dolle gefehlt.
Nachdem wir nach einer kurzen Fahrt sicher bei John B am Chateau angekommen waren, machten die Jungs im Garten ein kleines, wärmendes Lagerfeuer an. Wir setzten uns alle zusammen auf die klapprigen Stühle, tranken ein Bier und quatschten ungezwungen über Gott und die Welt. Für einen Moment fühlte sich alles wieder genau so an wie früher.
Irgendwann fingen die Jungs voller Begeisterung an, mir von irgendeinem neuen, sündhaft teuren Goldschatz zu erzählen, dem sie seit Tagen quer über die Insel nachjagten. Sie redeten von alten Karten und Ward Cameron, doch mein Kopf war nach den Strapazen der letzten Zeit einfach viel zu voll, weshalb ich gar nicht so genau weiter nachhaken wollte. Es war schön, ihnen einfach nur beim Reden zuzuhören.
„Kate wir... wir haben übrigens alle mitbekommen, was nach der Party passiert ist", wechselte Kiara plötzlich mit einer sanften, ernsten Stimme das Thema und sah mich traurig an.
Ich blickte von den lodernden Flammen auf und sah sie leicht verwirrt an. „Was meinst du?"
„Na, wegen deinem schweren Autounfall", murmelte JJ von der Seite und starrte betreten auf seine Bierflasche.
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JEALOUS | RAFE CAMERON ✓
Fanfiction━━ ╰┈➤ 𝙟𝙚𝙖𝙡𝙤𝙪𝙨 /ˈ𝙙ʒɛ𝙡ə𝙨/ ❝ 𝙖𝙙𝙟𝙚𝙘𝙩𝙞𝙫𝙚 𝙛𝙚𝙚𝙡𝙞𝙣𝙜 𝙤𝙧 𝙨𝙝𝙤𝙬𝙞𝙣𝙜 𝙖𝙣 𝙚𝙣𝙫𝙞𝙤𝙪𝙨 𝙧𝙚𝙨𝙚𝙣𝙩𝙢𝙚𝙣𝙩 𝙤𝙛 𝙨𝙤𝙢𝙚𝙤𝙣𝙚 𝙤𝙧 𝙩𝙝𝙚𝙞𝙧 𝙖𝙘𝙝𝙞𝙚𝙫𝙚𝙢𝙚𝙣𝙩𝙨, 𝙥𝙤𝙨𝙨𝙚𝙨𝙨𝙞𝙤𝙣𝙨, 𝙤𝙧 𝙥𝙚𝙧𝙘𝙚𝙞𝙫𝙚𝙙 𝙖...
