Der nächste Tag brach an, und die dichte, aufgeladene Stimmung im Haus war kaum noch zu ertragen. Ich stand in meinem Zimmer vor dem Spiegel und glättete mir mit fahrigen, wütenden Bewegungen die Haare, um mich für die anstehende Party am Chateau fertigzumachen. Genau in dem Moment, als ich das heiße Eisen beiseitelegen wollte, klopfte es kurz und fordernd an meiner Zimmertür.
„Herein", sagte ich matt.
Die Tür öffnete sich und mein Vater betrat den Raum. Er schloss sie nicht hinter sich, sondern lehnte sich nur mit verschränkten Armen gegen den hölzernen Rahmen und beobachtete mich eine ganze Weile schweigend durch den Spiegel.
„Hast du heute Abend etwa irgendetwas Bestimmtes vor, Katherina?", fragte er mit einer betont beiläufigen Neugier.
„Jap. John B schmeißt heute eine Party für Pope, und ich habe versprochen hinzugehen", antwortete ich knapp, ohne mich zu ihm umzudrehen.
„Das trifft sich doch eigentlich ganz hervorragend", kam es prompt von ihm, und ein viel zu geschäftsmäßiges Lächeln legte sich auf seine Züge. „Du könntest doch Hailey einfach mitnehmen. Dann sieht sie mal etwas von der Insel."
Ich hielt mitten in der Bewegung inne und wirbelte fassungslos zu ihm herum. Ich sah ihn völlig verdutzt und ungläubig an. „Nein, Dad. Ganz sicher nicht."
„Ich bitte dich, Katherina. Sei doch nicht so egoistisch", tadelte mein Vater mich sofort, als würde ihn meine Gefühlswelt überhaupt nicht interessieren. „Das Mädchen ist erst seit zwei Tagen hier und hat auf der Insel noch absolut keinen Anschluss gefunden. Es schadet dir nicht, ein wenig nett zu sein."
„Na und? Das ist doch verdammt noch mal nicht mein Problem!", fauchte ich ihn an, und die aufgestaute Wut der letzten Tage brach sich Bahn. „Diese hinterhältige Bitch hat gestern ohne meine Erlaubnis in meinem Zimmer herumgeschnüffelt"
„Katherina, jetzt benimm dich hier gefälligst nicht wie ein bockiges Kleinkind!", entgegnete mein Dad, und seine Stimme wurde augenblicklich eine ganze Tonlage strenger. Seine Augen verengten sich.
Ich konnte beim besten Willen nicht einsehen, warum ich diese arrogante Kook-Ziege mit zu meinen Freunden schleppen sollte, die sie ohnehin nur vor laufender Kamera als Pogue-Abschaum beleidigt hatte. Ich schwieg stur und trotzig.
„Na schön, wie du willst. Wir können das Ganze auch ganz einfach abkürzen", setzte mein Vater mit einer eisigen, unnachgiebigen Stimme nach, die mir eine Gänsehaut verpasste. „Entweder du nimmst Hailey heute Abend mit auf diese Party, oder du bleibst verdammt noch mal mit dem Hintern zu Hause im Zimmer sitzen!"
„Was?!", fragte ich vollkommen entsetzt und schockiert über so viel Ungerechtigkeit.
„Überleg es dir gut. In genau zehn Minuten steht das Abendessen auf dem Tisch", sagte er kühl, bedachte mich mit einem letzten, warnenden Blick und verließ dann das Zimmer, wobei er die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ.
Ich kochte vor purer, unbändiger Wut. Meine Fingernägel bohrten sich so fest in meine Handflächen, dass es schmerzte. Doch so sehr ich es auch hütete – ich hatte wohl oder übel keine andere Wahl, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen, wenn ich meine Freunde heute Abend sehen wollte.
Als wir wenig später alle gemeinsam am großen, prachtvollen Esstisch saßen, herrschte eine drückende, eisige Stille. Niemand sagte ein einziges Wort. Das einzige Geräusch war das gelegentliche, leise Klappern von Silberbesteck auf teurem Porzellan. Ich stocherte lustlos mit meiner Gabel in dem Essen herum und bekam vor lauter innerer Anspannung und Wut keinen einzigen Bissen herunter.
Hailey saß mir direkt gegenüber. Sie sah mich in regelmäßigen Abständen immer wieder mit einem unverschämten, überheblichen Blick von der Seite an, und diese stumme Provokation brachte mein Blut regelrecht zum Kochen. Zu allem Überfluss ruhten auch die Augen meines Vaters ununterbrochen auf mir, was die gesamte Szenerie nur noch unheimlicher und erdrückender machte. Er wartete ganz offensichtlich auf mein Einknicken.
DU LIEST GERADE
JEALOUS | RAFE CAMERON ✓
Fanfiction━━ ╰┈➤ 𝙟𝙚𝙖𝙡𝙤𝙪𝙨 /ˈ𝙙ʒɛ𝙡ə𝙨/ ❝ 𝙖𝙙𝙟𝙚𝙘𝙩𝙞𝙫𝙚 𝙛𝙚𝙚𝙡𝙞𝙣𝙜 𝙤𝙧 𝙨𝙝𝙤𝙬𝙞𝙣𝙜 𝙖𝙣 𝙚𝙣𝙫𝙞𝙤𝙪𝙨 𝙧𝙚𝙨𝙚𝙣𝙩𝙢𝙚𝙣𝙩 𝙤𝙛 𝙨𝙤𝙢𝙚𝙤𝙣𝙚 𝙤𝙧 𝙩𝙝𝙚𝙞𝙧 𝙖𝙘𝙝𝙞𝙚𝙫𝙚𝙢𝙚𝙣𝙩𝙨, 𝙥𝙤𝙨𝙨𝙚𝙨𝙨𝙞𝙤𝙣𝙨, 𝙤𝙧 𝙥𝙚𝙧𝙘𝙚𝙞𝙫𝙚𝙙 𝙖...
