Kapitel 16

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Der nächste Tag brach unbarmherzig an, und die drückende Schwüle von Outer Banks lag wie eine schwere Decke über dem Chateau. Die anderen beschlossen ziemlich zügig, rüber zum Wreck zu fahren, da Kiaras Dad noch jede Menge Essensreste vom gestrigen Buffet übrig hatte. Bevor die Pogues sich den Bauch vollschlagen konnten, setzten sie mich allerdings noch kurz bei mir in Figure Eight ab – mein Vater hatte mir schon eine unmissverständliche Nachricht geschrieben und erwartete mich bereits ungeduldig zu Hause.

Die Fahrt im Van war die reinste Tortur gewesen. JJ und ich hatten den gesamten Weg über kein einziges Wort miteinander gewechselt. Er starrte stur aus dem Fenster, die Kiefermuskeln extrem angespannt, und würdigte mich keines Blickes. Obwohl ich unfassbare, fressende Schuldgefühle wegen seines nächtlichen Gefühlsausbruchs hatte, siegte am Ende mein verfluchter Stolz: Ich wollte verdammt noch mal nicht die Erste sein, die nachgab und angekrochen kam. Außerdem war ich mir nach seinem verletzten Abgang mehr als sicher, dass JJ mich jetzt sowieso erst einmal für ein paar Tage absolut nicht sehen wollte.

Ich schloss die schwere Haustür auf, stellte meine Schuhe beiseite und atmete tief durch. „Hey, Dad. Bin wieder da."

„Hey, Schatz! Du kommst ja wie gerufen und genau richtig!", begrüßte er mich mit einem breiten, regelrecht strahlenden Gesichtsauschnitt von der Couch aus.

Ich hielt in der Bewegung inne und sah ihn skeptisch, fast schon abwartend an. Wenn mein Vater so überschwänglich gut gelaunt war, hieß das erfahrungsgemäß noch nie etwas Gutes für mich. Ich schlenderte in die Küche und setzte mich mit einem Seufzen auf die kühle Marmorplatte der Kücheninsel.

„Du wirst mich heute Nachmittag nämlich zum Island Club begleiten", verkündete er stolz, und im selben Moment verzog sich meine Miene zu einer Grimasse des puren Entsetzens.

Mal ganz abgesehen von meinem kläglichen, dreistündigen Schlaf und dem pochenden Kater in meinem Schädel, hatte ich heute nun wirklich überhaupt keine Lust, mich unter die High Society der Insel zu mischen.

„Dad, versteh mich nicht falsch, ich hab dich wirklich unendlich lieb... aber auf gar keinen verdammten Fall werde ich einen Fuß in diesen Club setzen", blockte ich sofort ab.

Der *sland Club war mehr oder weniger das elitäre Epizentrum der Insel. Ein Golf- und Country-Club, in dem sich ausschließlich hochnäsige, stinkreiche Kooks herumtrieben, die dachten, sie wären die absolute Krönung der Schöpfung, nur weil sie karierte Hosen trugen, unverschämt teuren Whisky tranken und kleine weiße Bälle über den Rasen schlugen. Mein Vater war da glücklicherweise eine absolute Ausnahme. Er wollte im Grunde nur Mitglied sein, um ein paar geschäftliche Kontakte zu knüpfen und neue Leute kennenzulernen, was irgendwie auch ziemlich süß war. Dennoch war das heute der absolut letzte Ort auf dieser Erde, an dem ich mich gerade aufhalten wollte.

„Oh doch, meine Liebe, das wirst du", konterte er mit einem Tonfall, der absolut keinen Widerspruch duldete. „Ich habe uns nämlich für heute Nachmittag fest für eine Runde auf dem Grün eingetragen."

„Oh Gott, nein, bitte nicht!", flehte ich ihn jammernd an, warf dramatisch den Kopf nach hinten und hoffte auf ein Wunder. Doch er blieb unerbittlich.

„Katherina, du bist jetzt eine erwachsene, junge Dame von achtzehn Jahren. Also kannst du dich auch wenigstens ab und zu mal so benehmen!", sagte er mit einem harschen, aber liebevollen Unterton.

Ich stieß einen genervten Seufzer aus. Es half alles nichts. Ich musste wohl oder übel mein schreckliches Schicksal hinnehmen und mich den Kook-Konventionen beugen.

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt