Seit einer gefühlten Ewigkeit tigerte ich im sterilen, grell erleuchteten Flur des Krankenhauses auf und ab. Jedes Mal, wenn sich die automatischen Schiebetüren öffneten, schreckte ich hoch, in der verzweifelten Hoffnung, endlich Antworten von den Ärzten zu bekommen. Ich wollte einfach nur so schnell wie möglich zu JJ. Ich musste mit eigenen Augen sehen, dass er wohlauf war und dieser Albtraum ihn nicht komplett gebrochen hatte. Doch mein Verstand weigerte sich, zur Ruhe zu kommen. Ständig schoss mir das brutale Ereignis von gerade eben wieder in den Kopf, flackerte vor meinem inneren Auge auf und spielte sich wie ein endloser, grauenhafter Film in Dauerschleife ab. Das dumpfe Geräusch von Fäusten auf Fleisch, JJs Schrei, das hämische Lachen der Kooks – es verfolgte mich.
Plötzlich hörte ich das hastige Klappern von Schritten und vertraute, aufgeregte Stimmen am Ende des Flurs. Ich blickte auf und sah, wie John B, Kiara, Pope und Sarah im Laufschritt auf mich zukamen.
„Kate! Oh Gott, was ist passiert?!", riefen sie fast synchron. Sie blieben völlig außer Atem vor mir stehen und bombardierten mich augenblicklich mit einem unaufhörlichen Hagel aus Fragen.
Mit zitternder Stimme und den Tränen nahe erzählte ich ihnen alles. Ich ließ kein Detail aus – bis auf den Grund, warum Rafe überhaupt so extrem auf JJs bloße Anwesenheit an meiner Seite reagiert hatte. Genau in dem Moment, als ich endgültig zu schluchzen drohte, öffnete sich die schwere Tür des Behandlungszimmers. Eine strenge Krankenschwester im blauen Kasack trat heraus, warf einen Blick auf unsere sichtlich mitgenommene Truppe und meinte mit ruhiger Stimme, dass wir jetzt endlich zu JJ dürften.
„Aber maximal zwei Personen gleichzeitig!", fügte sie mit einem unmissverständlichen, harten Unterton hinzu, der absolut keine Diskussionen zuließ.
Wir warfen uns gegenseitig hilflose, verlorene Blicke zu. Niemand wollte zurückbleiben, doch die Zeit drängte.
„Na los, geht schon!", ergriff Kiara schließlich die Initiative, schubste mich sanft nach vorne und deutete abwechselnd auf mich und John B. „Ihr beide geht zuerst rein. Wir warten hier draußen auf euch."
Ich nickte dankbar. Während die anderen sich seufzend auf den unbequemen Plastikstühlen im Wartebereich niederließen, atmeten John B und ich noch einmal tief durch, drückten die Klinke nach unten und betraten das dämmrige Krankenzimmer.
„Hey, Kumpel... alles senkrecht?", begrüßte John B seinen besten Freund mit einer absichtlich locker gewählten Stimme, in der man die tiefe Sorge dennoch überdeutlich heraushören konnte.
Bei dem Klang von John B's Stimme schlich sich sofort ein schwaches, mattes Lächeln auf JJs geschundenes Gesicht. Er blinzelte mühsam gegen das Licht.
„Hey", sagte ich ganz leise, fast schon ehrfürchtig, trat langsam an die linke Seite des Krankenbetts und schluckte schwer bei dem Anblick, der sich mir bot.
Die Ärzte hatten bei ihm eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert, weshalb ein dicker, weißer Verband seinen Kopf zierte. In seinem sonst so markanten Gesicht breiteten sich bereits dunkelviolette blaue Flecken und geschwollene Blutergüsse aus. Auch eine frische, noch leicht blutende Narbe zog sich quer über seine Wange und entstellte sein hübsches Gesicht. Ich empfand in diesem Moment so unendlich viel Mitleid mit ihm, dass es mir physisch wehtat. Gleichzeitig verspürte ich einen unfassbar großen, heißen Hass gegenüber Topper und Kelce. Aber am allermeisten hasste ich Rafe. Ich hasste ihn aus tiefster Seele für das, was er getan und vor allem für das, was er so verächtlich gerufen hatte. Seine Worte spielten sich in einer mörderischen Dauerschleife in meinem Kopf ab: *Viel Spaß mit ihr, Maybank... sie ist viel zu heiß für einen Pogue!*
Ich verstand einfach nicht, wieso er so grausam zu uns gewesen war. Aber da sah man mal wieder ganz deutlich, wie unglaublich dumm, naiv und blind ich doch war. Gerade ich war so unfassbar leichtsinnig gewesen und hatte mich auf dieses unberechenbare Arschloch eingelassen, obwohl ich es von Anfang an hätte besser wissen müssen. Kooks blieben Kooks. Und Rafe Cameron war der Schlimmste von ihnen.
DU LIEST GERADE
JEALOUS | RAFE CAMERON ✓
Fiksi Penggemar━━ ╰┈➤ 𝙟𝙚𝙖𝙡𝙤𝙪𝙨 /ˈ𝙙ʒɛ𝙡ə𝙨/ ❝ 𝙖𝙙𝙟𝙚𝙘𝙩𝙞𝙫𝙚 𝙛𝙚𝙚𝙡𝙞𝙣𝙜 𝙤𝙧 𝙨𝙝𝙤𝙬𝙞𝙣𝙜 𝙖𝙣 𝙚𝙣𝙫𝙞𝙤𝙪𝙨 𝙧𝙚𝙨𝙚𝙣𝙩𝙢𝙚𝙣𝙩 𝙤𝙛 𝙨𝙤𝙢𝙚𝙤𝙣𝙚 𝙤𝙧 𝙩𝙝𝙚𝙞𝙧 𝙖𝙘𝙝𝙞𝙚𝙫𝙚𝙢𝙚𝙣𝙩𝙨, 𝙥𝙤𝙨𝙨𝙚𝙨𝙨𝙞𝙤𝙣𝙨, 𝙤𝙧 𝙥𝙚𝙧𝙘𝙚𝙞𝙫𝙚𝙙 𝙖...
