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Das alljährliche Mittsommerfest stand endlich vor der Tür, und in meinem Inneren breitete sich eine nervöse, unbändige Aufregung aus. Diese exklusive Kook-Veranstaltung fand schon seit Generationen statt, war der absolute Höhepunkt der Saison, und nun war ich plötzlich selbst ein Teil dieser glitzernden, privilegierten Welt. Sarah und Kiara hatten mir in den letzten Tagen bereits unzählige Geschichten darüber erzählt, und ich konnte mir in meinen kühnsten Träumen schon ausmalen, wie prachtvoll und berauschend es werden würde.
Mitten in meinen Gedanken vibrierte mein Handy in meiner Handfläche. Ich blickte auf das Display und spürte sofort, wie sich ein warmes, unwillkürliches Lächeln auf meine Lippen stahl, als ich JJs Namen aufleuchten sah.
> **JJ :)** > *Hey Fremde, hast du Lust, dich heute zu treffen?*
Mein Herz machte einen kleinen Sprung. Ich wollte mich verdammt gerne mit ihm treffen, mich einfach wieder an ihn lehnen und den Rest der Welt vergessen. Doch dann schoss mir siedend heiß mein Versprechen an Rose ein. Ich hatte ihr hoch und heilig zugesagt, heute Vormittag bei den Camerons mitzuhelfen und mich um die Blumendekoration für den großen Abend zu kümmern. Schweren Herzens tippte ich eine Antwort.
> **Ich** > *Sorry, ich kann leider nicht. Ich muss den Camerons bei den Vorbereitungen helfen :(*
Es dauerte kaum eine Minute, da blinkte das Display schon wieder auf.
> **JJ :)** > *Oh, okay. Vielleicht sehen wir uns ja heute Abend trotzdem noch ;)*
Verwirrt über seine mysteriöse Nachricht, aber mit einem anhaltenden Kribbeln im Bauch, legte ich das Handy endgültig beiseite und machte mich auf den Weg.
Als ich auf dem prächtigen Anwesen der Camerons ankam, wimmelte es auf dem Gelände bereits von fleißigen Helfern. Überall wurden Tische verrückt, Silber geputzt und das luxuriöse Catering vorbereitet.
„Hey, Katherina! Schön, dass du da bist, ich kann jede helfende Hand gebrauchen", rief Rose mir entgegen und zog mich in eine flüchtige, nach teurem Parfum duftende Umarmung.
„Hey, Rose. Klar, ich helfe gern", erwiderte ich lächelnd.
Sie führte mich herum, drückte mir eine lange Liste in die Hand und erklärte mir haargenau, wie sie sich die Dekoration vorstellte. Die Location sah jetzt schon absolut atemberaubend aus. Stundenlang platzierte ich im gesamten Bereich zarte, rosafarbene Blütenarrangements, die einen perfekten, eleganten Kontrast zu den goldenen Akzenten der Kulisse bildeten. Ich arbeitete eine Aufgabe nach der anderen ab, achtete penibel auf jedes noch so kleine Detail und wollte einfach sichergehen, dass alles absolut makellos war. Als ich schließlich fertig war, trat ich ein paar Schritte zurück, betrachtete mein Werk und atmete erleichtert auf. Es sah perfekt aus.
„Entschuldigen Sie, Miss? Wo genau soll das Buffet aufgebaut werden?", fragte mich plötzlich eine tiefe Stimme von der Seite. Ich drehte mich um und blickte in das Gesicht eines älteren, dunkelhäutigen Mannes in Arbeitskleidung.