Die Musik dröhnte nicht nur – sie vibrierte in meinen Knochen, ein dumpfer, erbarmungsloser Takt, der meine aufkommenden Kopfschmerzen im Sekundentakt anfeuerte. Das grelle Scheinwerferlicht der Villa schnitt durch den verrauchten Raum.
„Hey, Kate!", rief mir eine Kook-Kommilitonin flüchtig zu. Braune Locken, Sommersprossen, das typisch makellose Lächeln. Sie huschte an mir vorbei, bevor ich überhaupt reagieren konnte. Ich hatte ihr Gesicht schon oft auf den Partys in Figure Eight gesehen, aber ihr Name war mir absolut entfallen. Woher sie meinen wusste? Keine Ahnung. In unserer Welt zirkulierten Namen schneller als die Gerüchte.
Ich hob lahm die Hand, zwang meine Lippen zu einem schmalen, leblosen Lächeln und ließ die Maske sofort wieder fallen, als sie außer Sichtweite war. Meine Miene verdunkelte sich. Mein Blick glitt bitter über die exzessive Menge. Da drüben standen Topper und Kelce, die sich wie ausgehungerte Tiere gierig an einem Bierfass bedienten, während die umstehende Kook-Clique sie mit grölenden Rufen anfeuerte. Es war widerlich.
„Kannst du wenigstens versuchen, dich zu amüsieren?"
Die tiefe, raue Stimme von Rafe schnitt durch das Chaos in meinem Kopf. Er war gerade vom Tresen zurückgekommen und stellte sich so nah neben mich, dass ich seine Körperwärme spüren konnte. Er reichte mir einen Plastikbecher. Ich sah ihn nur mürrisch von der Seite an, murmelte ein tonloses Danke und nahm einen gewaltigen Schluck. Der bittere Alkohol brannte in meiner Kehle, tat aber nichts gegen den Frust, der in mir brodelte.
Eigentlich hätte das ein perfekter Abend werden sollen. Toppers Eltern waren bis Mittwoch verreist, die Villa stand uns zur freien Verfügung. Ein Freifahrtschein für die Elite von Outer Banks. Doch mein Vater hatte mir in letzter Minute einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht: Er hatte mich verdammt noch mal gezwungen, Hailey mitzuschleppen.
Und jetzt? Jetzt war meine Laune komplett im Eimer. Hailey war bereits sternhagelvoll. Sie torkelte, lallte und ich hatte die glorreiche Aufgabe, die Babysitterin zu spielen, weil mein Vater mich eigenhändig umbringen würde, wenn ihr etwas zustieß. Die meiste Zeit klebte sie wie eine Klette an Rafe und mir.
„Na, ihr Süüßen... habt ihr Lust zu tanzen?"
Da war sie wieder. Hailey schwankte bedrohlich von einem Bein auf das andere, ihre Augen glasig, die Orientierung längst verloren. Sie schrie mir diesen Satz mit ihrer unerträglich schrillen Stimme direkt ins Ohr. In mir zog sich alles zusammen. Meine Finger verkrampften sich so fest um meinen Becher, dass das Plastik gefährlich knackte. Wenn sie noch einmal so schrie, würde ich nicht mehr für meine Handlungen garantieren. Dann würde sie den edlen Marmorboden dieser Villa ganz aus der Nähe küssen.
„Jetzt schau doch nicht so böööse!", lallte sie weiter und brach in ein hysterisches, unkontrolliertes Lachen aus.
Mein Geduldsfaden war kein Faden mehr, er war ein hauchdünner Draht unter extremer Spannung. Und dann passierte es.
Hailey verlor komplett das Gleichgewicht. Mit einem unkoordinierten Ausfallschritt stolperte sie voll in mich hinein. Der Ruck ging durch meinen ganzen Körper. Mein Becher entglitt mir halb, kippte um und die klebrige, kalte Flüssigkeit ergoss sich Schwall für Schwall über den feinen Stoff meines wunderschönen gelben Kleides.
„Sorry!", kreischte sie auf. Sie fing sich am Geländer ab, sah an mir herunter und anstatt schockiert zu sein, konnte sie sich ein gehässiges, betrunkenes Lachen nicht verkneifen.
In diesem Moment setzte mein Verstand aus. Ein heißer Schwall von purem Adrenalin und Wut schoss durch meine Adern. Ich kniff die Augen zu Schlitzen zusammen, presste die Zähne so fest aufeinander, dass mein Unterkiefer schmerzte, und ballte die Hände zu harten Fäusten. Diese Schlampe war tot. Sie war sowas von erledigt. Ich wollte gerade einen Schritt auf sie zugehen, um das zu beenden, was sie provoziert hatte, als sich plötzlich zwei große, warme Hände auf meine Schultern legten.
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JEALOUS | RAFE CAMERON ✓
Fanfiction━━ ╰┈➤ 𝙟𝙚𝙖𝙡𝙤𝙪𝙨 /ˈ𝙙ʒɛ𝙡ə𝙨/ ❝ 𝙖𝙙𝙟𝙚𝙘𝙩𝙞𝙫𝙚 𝙛𝙚𝙚𝙡𝙞𝙣𝙜 𝙤𝙧 𝙨𝙝𝙤𝙬𝙞𝙣𝙜 𝙖𝙣 𝙚𝙣𝙫𝙞𝙤𝙪𝙨 𝙧𝙚𝙨𝙚𝙣𝙩𝙢𝙚𝙣𝙩 𝙤𝙛 𝙨𝙤𝙢𝙚𝙤𝙣𝙚 𝙤𝙧 𝙩𝙝𝙚𝙞𝙧 𝙖𝙘𝙝𝙞𝙚𝙫𝙚𝙢𝙚𝙣𝙩𝙨, 𝙥𝙤𝙨𝙨𝙚𝙨𝙨𝙞𝙤𝙣𝙨, 𝙤𝙧 𝙥𝙚𝙧𝙘𝙚𝙞𝙫𝙚𝙙 𝙖...
