Kapitel 20

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Der nächste Tag brach viel zu früh an und riss mich unsanft aus einem tiefen, traumlosen Schlaf

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Der nächste Tag brach viel zu früh an und riss mich unsanft aus einem tiefen, traumlosen Schlaf. Ich musste zeitig aufstehen, da mein Vater gestern Abend noch darauf bestanden hatte, heute unbedingt mit mir im Ort frühstücken zu gehen.

Als ich schlaftrunken einen ersten Blick auf mein Handy warf, leuchteten mir sofort mehrere verpasste Anrufe von Rafe entgegen. Mein Herz zog sich für den Bruchteil einer Sekunde schmerzhaft zusammen, doch ich schüttelte das Gefühl verbissen ab. Es war mir absolut egal. Nach den abscheulichen Beleidigungen, die er mir gestern im Auto an den Kopf geworfen hatte, dachte ich gar nicht daran, auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden. Ich wollte mir von diesem unberechenbaren Mistkerl auf gar keinen Fall den Tag vermiesen lassen.

Ich legte das Handy mit dem Bildschirm nach unten beiseite und flüchtete direkt ins Badezimmer unter die eiskalte Dusche, um irgendwie einen klaren Kopf zu bekommen. Es half nur bedingt. Rafes giftige, verächtliche Worte hatten sich wie glühendes Eisen in mein Gedächtnis gebrannt und tiefe, schmerzhafte Spuren in meiner Seele hinterlassen. Billige Hure. Gott, wie ich ihn in diesem Moment dafür hasste, dass er eine solche Macht über meine Gefühlswelt besaß.

Ich trocknete mich ab, zog mir eine bequeme, übergroße Jogginghose und ein verwaschenes Sweatshirt an und band meine Haare zu einem absolut unordentlichen Messy Dutt zusammen.

„Guten Morgen, Liebling!", begrüßte mein Vater mich überaus gut gelaunt und mit einem strahlenden Lächeln, als ich wenig später die Küche betrat.

Ich hielt mitten in der Bewegung inne und musterte ihn vollkommen verwirrt. Er trug ein frisch gestärktes, schneeweißes Hemd, das perfekt auf eine elegante schwarze Jeans abgestimmt war. Seine dunkelbraunen Haare hatte er akkurat mit Gel zur Seite gekämmt, und eine schwere, maskuline Note seines teuren Parfüms lag so intensiv in der Luft, dass man es durch das gesamte Haus riechen konnte. Ich hingegen stand ihm im kompletten Schlabberlook gegenüber und fragte mich in diesem Moment ernsthaft, ob wir klammheimlich auf eine Hochzeit eingeladen waren.

„Dad... wieso bist du bitteschön so schick angezogen?", hakte ich skeptisch nach und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Das ist eine Überraschung!", meinte er nur geheimnisvoll und strahlte dabei weiter bis über beide Ohren. Er trat an mich heran und zwinkerte mir aufgeweckt zu. „Oh, und Liebling... tu mir bitte den Gefallen und zieh dir noch schnell etwas anderes an. Wir wollen heute beim Frühstück doch wohl hoffentlich keinen schlechten Eindruck hinterlassen, oder?"

Bevor ich überhaupt protestieren oder nachfragen konnte, schob er mich auch schon mit sanftem Druck wieder in Richtung der Treppe nach oben.

Zwanzig Minuten später saßen wir im Auto und hielten kurz darauf vor einem der exklusivsten, elegantesten Cafés in Figure Eight. Als wir die Terrasse betraten, winkte uns von einem der hinteren Tische auch schon eine elegant gekleidete Dame mittleren Alters zu sich hinüber. Sie hatte ein makelloses, strahlendes Lächeln wie aus einer Zahnpastawerbung und wunderschön gepflegte, kastanienbraune Haare. Direkt neben ihr saß ein junges Mädchen, das vom Alter her ziemlich genau in meiner Liga spielen musste. Sie hatte die gleichen braunen Haare wie die ältere Frau und war vermutlich ihre Tochter.

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt