Kapitel 25

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„Deine zukünftige Stiefschwester hat uns also die ganze verdammte Zeit über beschattet?", fragte Rafe fassungslos. Er presste die Lippen zusammen und fasste im Geist noch einmal all die harten Fakten zusammen, die ich ihm gerade unter Tränen offenbart hatte.

Barry saß währenddessen mit knallroten, glasigen Augen auf seiner abgewetzten Couch, zog tief an seinem Joint und fand das ganze Familiendrama sichtlich amüsant. Ein dreckiges Kichern entwich seiner Kehle.

„Ja, Rafe... anders kann ich mir diesen Albtraum beim besten Willen nicht mehr erklären", antwortete ich mit brüchiger Stimme. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe herum. Mir war bis zu diesem Moment absolut nicht im Klaren darüber gewesen, dass ich neuerdings mit einer waschechten Stalkerin unter einem Dach lebte. Das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, war terrormäßig.

„Ich regel das für dich, okay? Verlass dich drauf", versprach er mir plötzlich. Seine eisblauen Augen blitzten gefährlich auf, und in seiner Stimme schwang diese unberechenbare, dunkle Entschlossenheit mit, die mir normalerweise Angst machte. Doch heute gab sie mir Halt.

„Nein, Rafe! Du musst und du darfst das absolut nicht tun!", rief ich hastig aus. „Ich denke... ich denke, es ist im Moment einfach das Beste für uns beide, wenn wir uns in Zukunft einfach voneinander fernhalten!"

„Kate...", setzte er an und kam einen großen Schritt auf mich zu.

Doch ich wich sofort instinktiv einen Schritt zurück, bis meine Wirbelsäule die kalte, ranzige Wand von Barrys Bude berührte. „Du hast selbst mehr als genug Probleme mit deinem Vater und der Polizei, Rafe. Ich will dich nicht auch noch mit meinen Nerven und meinem familiären Chaos belasten."

„Wir sind verdammt noch mal beide in dieser Sache verwickelt.", konterte er finster.

Das entsprach zwar vollkommen der Wahrheit, doch ich wollte dieses Desaster mit Hailey trotzdem unbedingt alleine klären. Für mich war die ganze Situation auf der Insel schließlich um einiges schlimmer und schmerzhafter als für ihn.

„Du hast durch diese Aktion aber nicht auf einen Schlag all deine engsten Freunde verloren, Rafe!", schrie ich ihm meine aufgestaute Wut und Trauer entgegen. „Sarah war meine beste Freundin... und jetzt habe ich wegen dieser Sache niemanden mehr.

Rafe stieß ein kurzes, spöttisches Schnauben aus. „Du nennst Sarah Cameron ernsthaft deine beste Freundin? Obwohl sie dir die Sache mit John B wochenlang komplett verschwiegen hat? Und obwohl sie Topper monatelang eiskalt betrogen hat? Ganz ehrlich, Kate: Wäre sie wirklich deine loyale, beste Freundin, dann würde sie dich jetzt wegen so einer Sache nicht so unbarmherzig verurteilen. Die ist nämlich selbst kein verdammtes Stück besser.

Ich schluckte schwer und starrte ihn an. Ich wollte es in meinem tiefsten Inneren zwar absolut nicht zugeben, doch Rafe hatte mit dieser harten Ansage ausnahmsweise mal vollkommen recht. Gegen echte Gefühle kann man nun mal nicht ankämpfen – und ausgerechnet Sarah müsste das durch ihr eigenes Beziehungschaos mit John B eigentlich am allerbesten wissen. Wären die Pogues wirklich meine wahren, bedingungslosen Freunde gewesen, dann hätten sie auf der Party wenigstens versucht, mir zuzuhören und sich in meine komplizierte Lage hineinzuversetzen, anstatt mich wie Abschaum vom Hof zu jagen.

„Du hast recht", murmelte ich leise und sah zu Boden.

„Ich weiß, dass meine Schwester dir verdammt viel bedeutet.", sagte Rafe plötzlich mit einer überraschend festen, überzeugten Stimme. „Und ich bin mir sicher, dass sie schon bald wieder bei dir angekrochen kommt, wenn sich das wieder gelegt hat."

JEALOUS | RAFE CAMERON ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt