Chapter 18

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Hey Differents

Ich wollte am Anfang dieses Kapitels mal eben etwas klar stellen, weil es in letztem Kapitel angesprochen wurde. Und zwar geht es um die Passage, in der „Harry über seine Fans redet“.
Ich weiß, dass Harry niemals so extrem über seine Fans reden würde ( oder zumindest vermute ich das, ich meine ich kenne ihn nicht persönlich, und habe keine Ahnung, wie er in Wirklichkeit ist) und vor allem weiß ich auch, dass nicht alle so sind.
In dieser Geschichte wird es aber sehr viel um die Fans bzw. die extremen Fans gehen, in wie fern, das werdet ihr noch sehen.
Sie sind nun einmal ein wichtiger Part im Leben eines Stars und diese Geschichte geht nun einmal um einen Star. Alles was ich hier schreibe meine ich keinesfalls irgendwie böse oder möchte irgendjemanden damit verletzen. Es wird an manchen Stellen vielleicht auch ein wenig überspitzt sein, aber das sind Geschichten ja meist sowieso.
Von mir aus könnt ihr es auch als Kritik auffassen, an genau eben die beschriebene Sorte von Fans und ich denke auch, dass ich mir damit nicht unbedingt viele Freunde machen, doch es ist das, worüber ich schreiben möchte, und deswegen werde ich es auch tun. Und wie gesagt, ich meine damit nicht jeden Fan,  sondern nur eine ganz kleine Gruppe…
Ich hoffe, dass ihr mich versteht und jz wünsche ich euch viel Spaß mit dem Kapitel
:)

Ich glaube, dass seine Worte mich nicht al zu sehr überrascht haben, aber genau weiß ich das nicht mehr. Wenn ich mir heute, oder auch damals, die Frage stelle, wie ich es fände, wenn ich an Harry´s Stelle gewesen wäre, dann würde ich, glaub ich, genauso antworten. Ein Gefühl zwischen Dankbarkeit und, ich würde es jetzt mal so ausdrücken, Hass. Mir fällt kein besseres Wort dafür ein. Aber Hass ist glaub ich schon sehr extrem ausgedrückt. Hass empfindet man nicht mal so eben. Hass ist eine Sache, mit der man Menschen umbringen kann. Ein so tiefes und starkes Gefühl, vielleicht sogar noch stärker als die Liebe.  Aber das kann ich nicht beurteilen, denn ich habe zwar geliebt, aber nicht gehasst. Nicht einmal in meinem Leben habe ich irgendwen gehasst. Ich hasse auch nicht meine Peiniger, weder die aus meiner Kindheit, noch die, die mir alles genommen haben. Doch wenn ich das so sage, versteht mich keiner an dieser Stelle. So weit fortgeschritten  bin ich mit meiner Geschichte noch nicht. An einer späteren Stelle versteht man mich.

Ich wollte Harry in die Augen sehen, doch er schaute weg. Sein Blick glitt über die Umgebung, fieberhaft, als würde er etwas suchen. Ich wusste, dass ihn meine Frage und vor allem seine Antwort mitgenommen hatten. Er sprach nicht gerne über all das. Es belastete ihn, das merkte ich, doch ich fragte mich, ob er das auch selber wusste? War ihm klar, dass es ihn in irgendeiner Art und Weise auch kaputt machte? Das Verstecken hinter Kapuzenpullis, Sonnenbrillen und Hüten. Das Leben ohne Privatleben. Das alles Richtig machen, ohne sich einen Fehler erlauben zu können.
Wie konnte ich ihn nur auf andere Gedanken bringen? Diese Frage geisterte mir durch den Kopf. Ich hatte gewollt, dass es ein schönes Date wird und jetzt gerade lief es in die falsche Richtung.

„ Welches ist dein liebster Platz auf der ganzen Welt, Harold?“
Beim aussprechen seines ganzen Namen huschte ein Lächeln auf sein Gesicht.
„ Dort, wo ich geliebt werde. Da gibt es keinen bestimmten Platz. Es kann überall sein.“

Wir kamen an einem Mülleimer vorbei und warfen beide unsere leeren Nudelpackungen hinein.
„Und wo bist du am liebsten?“, fragte er mich.
„ Ich weiß es nicht. Ich habe noch nicht viel von der Welt gesehen und auch noch nicht viel ehrliche Liebe erfahren. Da wo ich geliebt wurde, wurde ich auch gehasst. Ich habe England nie verlassen und verbringe meine Tage viel auf den Straßen und singe. Ich glaube, dass dort mein liebster Platz ist.“
„ Du brauchst jemanden, der dir die Welt zeigt. Jeden erdenklichen Ort und Orte voller Liebe.“
Seine Antwort brachte mich in Verlegenheit.  Ja, so jemanden bräuchte ich vielleicht wirklich, doch woher nehmen und nicht stehlen?  Ich konnte es mir außerdem nicht leisten. Die Welt bereisen, so etwas kostete Geld, eine Menge Geld. Geld, welches ich nicht hatte.


Plötzlich blieb Harry stehen und holte sein Handy aus der Hosentasche. Kurz blickte er auf den Bildschirm, bevor er sagte: „ Wir müssen los, oder wir kommen zu spät zur Aufführung“

Das Musical war wundervoll und Harry erst recht. Ich hatte aus den Augenwinkeln die ganze Zeit bemerkt, wie er mit sich selber gekämpft hatte, ob er meine Hand nehmen konnte oder nicht. Letzen endlich hatte er es nicht getan, und auch ich war zu schüchtern gewesen  um seine zu nehmen.
Jetzt saßen wir wieder im Auto und Harry brachte mich nach Hause. Ein wundervoller Abend neigte sich dem Ende und ich hatte ihn in vollen Zügen genossen. Es war  perfekt gewesen zumindest in meinen Augen.

 
Als wir vor meiner Haustür parkten und ich aussteigen wollte hielt Harry mich am Arm zurück.
„ Danke, dass du mich Harold genannt hast.“, er flüsterte die Worte beinahe und auf meinem Körper breitete sich eine Gänsehaut aus.
Küss mich, dachte ich, doch ich wusste auch, dass dies den Augenblick zerstören würde. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, dennoch wünschte ich es mir. Ich wollte seine Lippen spüren. Gleichzeitig hatte ich aber auch Angst davor. Ein Kuss würde bedeuten, dass auch ich ihm etwas bedeutete, vielleicht sogar so viel, wie er mir. Ob ich dafür aber bereit war wusste ich nicht.

„ Danke, dass du mir die Welt der Musicals gezeigt hast. Es war wunderschön.“, antwortete ich und  er fing an zu lächeln.
 Und bevor er es fragen konnte fragte ich ihn:  „ Wann darf ich dich wieder sehen?“
„Dieses Mal fragst du freiwillig? Heißt das, dass du auch keinen Rückzieher machst?“, neckte er mich und ich fing an zu grinsen.
„Ja, ich denke das heißt es. Ich möchte sie gerne wieder sehen Herr Styles.“
„Gerne, Frau Summer. Ich würde sie auch gerne wieder sehen. Wie wäre es mit Freitag? Dann hast du drei Tage zeit dich von mir zu erholen.“
„Ob drei Tage da reichen?“, fragte ich scherzhaft und Harry knuffte mir in die Seite.
„Ok, einverstanden. In drei Tagen. Dieses Mal überlege ich mir etwas.“
„ Dann hole ich dich abends ab.“
„ Ich freue mich.“, und mit diesen Worten stieg ich aus und ging ins Haus.

Es war schon spät, mittlerweile nach Mitternacht, trotzdem war Sam noch wach, als ich die Tür zur Wohnung aufschloss.
„Wie war es?“, fragte sie sofort aufgeregt.
„Beruhig dich Sam. Lass mich kurz die Schuhe ausziehen, meine Füße schmerzen, dann erzähl ich dir alles.“

Ich hielt mein Versprechen und als ich nach zwei weiteren Stunden im Bett lag, bemerkte ich, dass ich einen ganzen Tag von jeglichen Erinnerungen verschont geblieben war. Harry tat mir vielleicht doch gut, und mit diesem Gedanken schlief ich ein.

Egal, wie oft ich auch versuchte zu entfliehen, ich konnte es nicht. Ich konnte ihn nicht mit ihnen alleine lassen. Er war der einzige Grund, warum ich noch hier war. Nur er hielt mich noch fest. Wenn er das gewusst hätte, dann hätte er mich ziehen lassen, das war mir klar. Doch ich wollte nicht, dass er mich ziehen ließ. Ich wollte, dass er mich bei sich haben wollte. Mich zum Atmen brauchte und ich sein Leben war. Er war mein Ein und Alles. Wo sollte ich denn hingehen, ohne ihn?  Ich kannte mich da draußen gar nicht aus. Die Welt war so groß, und ich hatte gerade einmal unser eigenes Haus verlassen. Und das auch nur, um wundervollen Musikern zu lauschen.
Die Musik, sie ließ mich Vergessen und verdrängen. In unserer Stadt gab es viele dieser Musiker, und gerade an sonnigen Tagen fand man sie zahlreich an. Wenn ich durfte, dann ging ich hinaus, um ihnen zu zu hören. Wie gerne wollte ich dies  auch einmal mit ihm zusammen tun. Nur einmal, doch ich durfte mich nicht mit ihm sehen lassen. Er ging zwar wöchentlich einmal in unserem Haus ein und aus, doch mehr auch nicht. Niemand durfte mitbekommen, dass er mich besuchte, dass hatte meine Mutter verordnet, und daran musste ich mich halten, sonst tat sie ihm wohlmöglich etwas an. Getan hatte sie es zwar noch nie, doch schon tausende Male angedroht und ich wollte nicht ausprobieren, ob sie ihr Wort halten würde.
Also blieb ich hier, seinetwegen. Blieb an einem Ort voller Hass, nur um ein winziges Stückchen Liebe zu empfangen. Blieb an dem schlimmsten Ort der Welt, den er zeitgleich zu dem schönstem Ort der Welt werden ließ. Wie widersprüchlich das doch war. Wie paradox. Und doch war es für mich das einzige Richtige. Das einzige Richtige, was ich mir denken konnte. Es war mein Leben.

Different (Harry Styles)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt