Vor Aufregung ging ich in unserer Wohnung umher. Es war mittlerweile Viertel nach sechs und in mir schlich das Gefühl hoch, dass Harry mich versetzt hatte. Sam saß am Tisch und schaute mir dabei zu, wie ich nervös auf und ab ging. Dabei sagte sie unentwegt: „ Er wird kommen.“ Ich wollte ihr glauben, doch tief in meinem inneren sagte eine Stimme mir, dass er mich versetzt hatte.
Schreckliche Bilder kamen wieder hoch und ich unterdrückte sie mit Mühe. Ich wollte sie nicht noch einmal durchleben. Nicht heute Abend. Ich wollte einfach nur auf Harry warten und hoffen, dass er kam.
Meine Haare hatte Sam kunstvoll hochgesteckt und dennoch sah es nicht zu herausgeputzt aus. Mein Make- Up war wundervoll und ich hatte Sam nicht oft genug dafür danken können.
Daran dachte ich, als das gefühlt hundertste Mal durch die Küche ging. Die Aufregung wurde immer größer, aber zeitgleich wuchs auch die Angst.
Und das aller schlimmste war, dass ich es ihm nicht mal hätte verübeln können, schließlich hatte ich ihn auch sitzen lassen. Wie musste er sich nur gefühlt haben, als er auf mich gewartet hat.Ich war völlig in diesen Gedanken vertieft, als es endlich an der Tür klingelte. Ich wollte schon zu ihr rennen und sie öffnen, als Sam mich zurück hielt.
„ Nicht. Lass dir Zeit. Er soll nicht wissen, dass du die ganze Zeit ungeduldig auf ihn gewartet hast. Das vermittelt ihm das Bild, dass du einfach zu haben bist und so etwas wirkt auf Männer abtörnend.“
Ich hatte keine Ahnung, ob sie die Wahrheit sagte, aber ich glaubte ihr und so wartete ich eine schreckliche halbe Minute, bevor ich endlich langsam zur Tür ging und sie öffnete.„ Hey“ begrüßte Harry mich und überreichte mir eine einzelne rote Rose.
Dankend nahm ich sie an. Auch konnte ich mir ein kleines Lächeln nicht verkneifen und Harry erwiderte es. Harry sah gut aus. Nicht anders, als die anderen Male, die ich ihn gesehen hatte und doch hatte ich das Gefühl, dass auch er einige Zeit in sein Outfit gesteckt hatte.
„ Wo gehen wir hin?“, fragte ich, während ich die Tür hinter mir zuzog.
„ Soll ich es dir wirklich schon verraten? Möchtest du dich nicht lieber überraschen lassen?“
Kurz war ich gewagt Nein zu schreien, doch dann nickte ich nur. Ja, ich wollte mir überraschen lassen.Vor der Tür stand sein Auto und wir stiegen ein. Es war sein Ewigkeiten das erste Mal, dass ich wieder in einem Auto saß und ich genoss es. Die Fahrt dauerte nicht lange, trotzdem kamen wir an ganz unterschiedlichen Plätzen vorbei. Ich schaute interessiert aus dem Fenster, denn viele Ecken hatte ich noch nicht gesehen. Obwohl ich in London wohnte, kannte ich nicht viel von der Stadt, vor allem, da ich dort auch nicht aufgewachsen war. Das meiste was ich sah gefiel mir. Die Häuser sahen gepflegt aus, zumindest größtenteils. Es gab ab und zu Bäume, oder kleine Parks, welche einem das Gefühl von frische vermittelten. Dann hielt Harry und wir stiegen aus.
Harry war ein Gentleman. Er öffnete mir sowohl beim Einsteigen, als auch beim Aussteigen aus dem Auto die Tür. Ich konnte nicht anders, als ihm beide Male ein Lächeln dafür zu schenken.
Mein Herz führte währenddessen einen Freudentanz auf.
Auch wenn ich eigentlich nicht an die Liebe glaubte, oder besser gesagt nicht mehr, fing sie an mich in ihren Bann zu ziehen.Langsam wurde es dunkel, doch trotzdem trug Harry jetzt eine Sonnenbrille. Der Grund dafür war mir bekannt und ich hatte kein Problem damit. Ich konnte zwar seine Augen so nicht sehen, doch ich wusste, dass er diese Brille auflassen musste, da er sonst zu oft erkannt werden würde. Außerdem war es eine Kleinigkeit, die nicht im Ansatz ein Problem darstellte und für die ich keinen Streit vom Zaun brechen musste.
„Verrätst du mir jetzt, wo wir hingehen?“, bettelte ich.
„ Ja, ich glaube, dass ich es dir jetzt verraten kann. Ich habe kurzfristig noch zwei Tickets zu dem Musical Charlie und die Schokoladenfabrik bekommen. Ich dachte, dass wäre eine gute Idee, wo wir doch beide Musik lieben.“
Es war eine tolle Idee. Sofort fingen meine Augen an zu leuchten.
„Ich war noch nie in einem Musical. Das ist wunderbar.“
Harry schien erleichtert, dass ich mich freute.
„ Vorher haben wir aber noch ein wenig Zeit. Möchtest du vielleicht etwas essen, oder lieber einfach nur rumlaufen.“
Genau als Harry das sah, entdeckte ich einen Chinesischen Schnellimbiss.
„Ich hätte gerne ein paar Nudeln zum Mitnehmen. Was möchtest du? Ich lade dich ein und dann können wir ja ein wenig laufen, während wir essen.“„Bist du dir sicher? Ich kann dich auch in ein Restaurant einladen, wenn du möchtest.“
„Nein, ich bin mir sicher. Ich möchte dich gerne einladen, weil du schon die Karten bezahlt hast. Nur kann ich mir leider kein super teures Restaurant leisten.“
Harry wollte etwas erwidern, dass merkte ich, doch dann fügte er sich. Ich war darüber froh, dass er es einfach akzeptierte und wir gingen zum Schnellimbiss.Beide bestellten wir Nudeln und ich bezahlte. Harry versuchte ebenfalls zu bezahlen, doch ich war schneller und schenkte ihm einen triumphierenden Blick, welchen er schelmisch erwiderte.
„Pass bloß auf.“, flüsterte er leise. Bei seinen Worten überzog mich ein eiskalter Schauer.
Irgendwie hatte diese Worte etwas Intimes an sich, obwohl wir mitten in einem nach Bratfett riechenden Imbiss waren. Alles war zu hell und die Verkäufer unterhielten sich.Wir beide waren die einzigen Kunden und auch wenn ich auf die Straße blickte war dort kaum ein Mensch. Ich hatte den Verdacht, dass Harry diese Ecke extra gewählt hatte, damit er auf keinen Fall erkannt wurde.
Nachdem wir unser Essen bekommen hatten verließen wir das Lokal. Draußen wurde es langsam dunkel und die wenigen Laternen gingen an. Sie tauchten die Umgebung in ein dunkles Licht und ich war froh, dass Harry bei mir war.
Anfangs aßen wir beide einfach unsere Nudeln und keiner sagte etwas.
„Wie hat dir das Konzert gefallen?“, fragte Harry mich zwischen zwei Gabeln Nudeln. Schnell kaute ich auf und antwortete: „Gut. Eure Stimmen sind echt toll. Meiner Meinung nach waren es ein paar kreischende Teenies zu viel, aber eure Lieder fand ich schön.“
„Ja, unsere Fans können schon nervig sein. Aber sie haben uns zu dem gebracht, was wir heute haben. Sie haben so viel möglich gemacht, und dafür sind wir ihnen dankbar.“
„Irgendwie klingt diese Antwort einstudiert. So, als würdet ihr sie immer sagen. Was denkst du wirklich?“
Harry schaute mich überrascht an.
„Einstudiert?“
„Ja, einstudiert. Ihr müsst das über eure Fans sagen, weil ihr sie sonst verliert und ohne sie hättet ihr in der Tat ein Problem. Aber was denkst du über sie. Sag mir ruhig die Wahrheit, ich erzähle sie keinem weiter.“
„Ich denke, dass sie übertreiben. Klar bin ich ihnen auch dankbar, für alles, aber manchmal gehen sie mir einfach nur auf die Nerven. Ihre Gerüchte, die sie dauernd über uns verbreiten. Ihre ewigen Diskussionen auf z.B Twitter und vor allem ihre Kreischanfälle. Ich kann nirgends hingehen, ohne dass ich von einem von ihnen entdeckt werde. Sie fangen an zu kreischen, wollen Fotos und bedrängen mich. Das schlimmste dabei ist, dass ich so tun muss, als ob es mir nichts ausmacht. Als ob es mir gefällt, damit ich sie nicht verliere. Ich kämpfe um Menschen, die mir hart ausgedrückt nichts wert sind. Menschen, die meine Gefühle nicht ernst nehmen, Schwulen Gerüchte über mich in Umlauf bringen und Frauen, die ich mag haten. Menschen, die mich nicht verstehen, und dennoch glauben sie würden es tun. Egoistische Menschen, die mein ganzes Leben beeinflussen. Manchmal wünsche ich mir, dass es diese ganzen Menschen nicht gäbe und ich einfach jemand ganz normales bin. Aber dann wieder sehe ich, was für ein tolles Leben ich führen darf und was mir diese Menschen alles ermöglichen und dann bin ich ihnen wieder unendlich dankbar.“Hey ihr Süßen da draußen
Ich wollte an dieser Stelle nur mal eben sagen, dass ich mit dem letzen Absatz niemanden beleidigen wollte, oder sonst was. Habe ein wenig Angst, dass man das irgendwie falsch verstehen kann. Also bitte nicht böse sein, ich meine es auch nicht böse :PXx Sophie
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Different (Harry Styles)
FanfictionHope und Harry. Der gleiche Anfangsbuchstabe und ihre Liebe zur Musik ist wohl das Einzige, was sie verbindet. Ansonsten könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Sie, die arme Straßenmusiker, die das Wort glücklich nur aus Geschichten kennt. Er, d...